Am Bahnhof 1
99706 Sondershausen
Stippvisite in der Thüringer Musik- und Bergstadt
Ein Stadtrundgang für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Schloss war bis 1909 Residenz des Fürstenhauses zu Schwarzburg-Sondershausen. Danach nutzten die Verwandten aus Rudolstadt das Schloss bis 1918 als Nebenresidenz. Seit 1925 beherbergt es ein Museum, das sich heute über drei Etagen erstreckt. Die Dauerausstellung im 1. Obergeschoss beschäftigt sich mit der Entwicklung des Adelshauses über die Jahrhunderte und zeigt Kunst und Kunsthandwerk. Besonders eindrucksvoll sind die historischen Räume wie der Blaue Saal oder das Kleine Gewölbe am Wendelstein.
Die Stadt- und Landesgeschichte wird im 2. Obergeschoss erzählt. Neben archäologischen Funden werden Tiere und Pflanzen der Region vorgestellt und erklärt, warum sich Sondershausen Musik- und Bergstadt nennt. Highlight der Ausstellung ist die „Goldene Kutsche“ im Erdgeschoss. Diese französische Prunkkarosse des frühen 18. Jahrhunderts ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Eine weitere Besonderheit ist der sagenumwobene „Püstrich“ von Sondershausen. Die 57 Zentimeter große Bronzefigur in menschlicher Gestalt, die seit über 400 Jahren im Schloss aufbewahrt wird, gibt nach wie vor Rätsel auf. Woher kam sie, wozu diente sie? Die knieende Figur mit pausbäckigem Gesicht und spitzem Mund zum Pusten, daher auch der Name, wurde in den 1540er-Jahren in den Ruinen der Rothenburg auf dem Kyffhäuser entdeckt. Lange Zeit wurde unter anderem vermutet, dass es sich um ein Götzenbild der alten Thüringer handelt. Wahrscheinlich diente sei als eine Art Feuerwerksautomat.
Neben den drei Bereichen der Dauerausstellung bietet das Schlossmuseum zudem Sonderausstellungen, Filmabende, Vorträge und Führungen an. Ein kostenloser Multimedia-Guide mit acht Stationen rund um das Schloss informiert über die Geschichte der Anlage. Den Guide gibt es unter www.harzinfo.de/schloss-sondershausen-rundgang in deutscher und englischer Sprache.
Nach dieser spannenden Zeitreise und den vielen neuen Eindrücken ist es gut, den Kopf ein bisschen freizubekommen. Also – raus an die Luft und hinein in die Natur! Der Schlosspark ist ein Ort für alle Sinne!
Der einstige Fürstliche Park ist heute ein rund 30 Hektar großer Englischer Landschaftsgarten entlang der Wipper, der 1836 konzipiert wurde. Zuvor umgab das Residenzschloss der Fürsten zu Schwarzburg-Sondershausen ein Küchengarten im Stile der Renaissance. Später wurde ein barocker Lustgarten angelegt mit dem Achteckhaus als Gartenpavillon und der Orangerie, in der sogar Ananaspflanzen prächtig gediehen. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurden der Park stark beschädigt und die Orangerie zerstört.
Der Landschaftsgarten ist frei zugänglich und lädt mit dem Kleinen und Großen Parkteich, in denen viele Wasservögel leben, mit alten Bäumen, stillen Plätzen und schönen Sichten zu jeder Jahreszeit zum Lustwandeln wie in längst vergangenen Zeiten ein.
Gleich hinter dem Residenzschloss mit der großen Freitreppe schließt sich der Marktplatz an mit dem Landratsamt, das im einstigen Prinzenpalais aus dem 18. Jahrhundert sein Domizil fand, mit Rathaus, Brunnen und der Alten Wache. Hier kontrollierten einst Wachleute, wer ins Schloss wollte. Im ehemaligen Ratskeller des Rathauses bietet die Stadtinformation ihren Service an. Rings um den Marktplatz gibt es kleine Geschäfte und gastronomische Angebote. Nur wenige Meter die Stubengasse entlang sind es zur Kirche St. Trinitatis.
Die evangelisch-lutherische Kirche wurde im Jahre 1620 an der Stelle einer Vorgängerkirche feierlich eingeweiht. Nur ein Jahr später zerstörte ein Stadtbrand auch dieses Gotteshaus. Im Laufe der Zeit von 70 Jahren, unterbrochen durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Kirche wieder aufgebaut. Sie wurde auch durch die Fürstenfamilie von Schwarzburg-Sondershausen genutzt. Im angebauten Mausoleum von 1890/1891 fanden sieben verstorbene Mitglieder der Fürstenfamilie ihre letzte Ruhestätte.
Voller Eindrücke geht es nun zurück zum Bahnhof. Der knapp 2 Kilometer lange Weg führt über Lange Straße und Ferdinand-Schlufter-Straße zum Kreisverkehr Elisabethplatz. Hier bringt die Schillerstraße die Ausflügler:innen wieder zur August-Bebel-Straße – und der Kreis schließt sich. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zum Zug.
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