Bahnhofstr. 29
24837 Schleswig
Kulturspaziergang durch Schleswig
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Stadtmuseum Schleswig liegt im Günderothschen Hof, bestehend aus einem rot gestrichenen Palais aus dem 17. Jahrhundert und zwei seitlichen Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Die Hofanlage wechselte in seiner Geschichte bereits einige Male die Besitzer: 1634 wurde das Haupthaus von Herzog Friedrich III. errichtet, 1675 wurde es Eigentum des Namensgebers und herzoglichen Oberstallmeisters Friedrich von Günderoth und 1851 ging es an die Stadt Schleswig. Seit 1932 dient das Gebäude als Sitz des Stadtmuseums.
In dem roten Hauptgebäude lockt die Ausstellung zur Stadtgeschichte, mit Fokus auf verschiedene historische Stationen vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Besucher:innen erfahren hier unter anderem, wie sich Schleswig nach dem Deutsch-Dänischen Krieg unter der neuen preußischen Herrschaft zu einer mächtigen Garnisonsstadt entwickelte, wie die Menschen damals auf einer der Schleswiger Altstadt vorgelagerten Insel – dem sogenannten Holm – lebten, und welchen Einfluss die NSDAP hier zur Zeit des Nationalsozialismus nahm.
Die beiden Fachwerkhäuser dienten einst als Getreidespeicher und Stallgebäude. Heute wird in einem der Häuser die Geschichte der Fotografie dokumentiert. Das andere Gebäude beherbergt als Teddy Bär Haus eine große Privatsammlung historischer Teddys.
Vom Stadtmuseum setzen Sie Ihren Fußmarsch entlang der Friedrichstraße fort, bis diese nahtlos in die Gottorfstraße übergeht und Sie nach etwa 700 Metern direkt auf das Schloss Gottorf zulaufen. Auf dem Weg dorthin bietet sich die Gelegenheit, einen Blick auf den Burgsee zu werfen.
Das über 800 Jahre alte Schloss Gottorf gilt als größtes Schloss Schleswig-Holsteins und gehörte einst dem dänischen Königshaus und den schleswigschen Herzögen, die es als Regierungssitz und Kaserne nutzten. Heute sind in dem Schloss mit dem Museum für Archäologie und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte zwei schleswig-holsteinische Landesmuseen zu finden.
Das Museum für Archäologie zeigt einzigartige Funde der Menschheitsgeschichte, darunter 2500 Jahre alte Moorleichen aus der Eisenzeit und das 23 Meter lange Nydamboot, das älteste erhaltene Großschiff der Germanen.
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte präsentiert dauerhaft ausgewählte Schätze seiner rund 120.000 Kunstwerke und Objekte aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen. Darunter sind zum Beispiel der Landkirchener Altar von der Insel Fehmarn aus dem Mittelalter, eine Gutenberg-Bibel aus der Renaissance sowie Möbel aus der Zeit des Jugendstils, Klassizismus und Biedermeier. Zudem finden Sonderausstellungen national und international bedeutsamer Künstler:innen statt.
Das Schlossgebäude ist seit dem 1. September 2025 aufgrund von Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten bis voraussichtlich 2029 geschlossen. Die Schleswiger Museumsinsel mit dem Museum für Archäologie und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte bleibt aber geöffnet.
Gehen Sie nun um das Schloss herum und folgen von dort aus einem rund 900 Meter langen Pfad. Das Plätschern des Herkulesteichs verrät Ihnen, Sie haben Ihr nächstes Ausflugsziel, den Barockgarten mit dem rosafarbenen Globushaus erreicht.
Der Gottorfer Globus wird als das erste Planetarium der Geschichte bezeichnet. Er entstand im Jahre 1650, als Herzog Friedrich III. den Zusammenhang von Himmel und Erde begreifen wollte und folglich seinen Hofmathematiker Adam Olearius beauftragte, das Globushaus und den Riesenglobus zu bauen. Das Original steht seit 1713 in Folge des verlorenen Großen Nordischen Krieges in St. Petersburg, doch in Gottorf ist heute ein originalgetreuer Nachbau zu finden. Im Innenraum der begehbaren Kugel mit einem Durchmesser von mehr als drei Metern befindet sich eine kreisförmige Holzbank, die Platz für bis zu 12 Personen bietet und eine elektrisch betriebene „Globusfahrt“ durch den Fixsternhimmel mit all seinen Tierkreiszeichen ermöglicht.
Herzog Friedrich III. war es auch, der bereits 1637 dem prachtvollen Barockgarten anlegen ließ. Seine Gestaltung lag in den Händen des damaligen Hofgärtners Johannes Clodius, der den Garten zunächst lediglich mit dem Herkulesteich, ebenerdigem Parterre, einem achteckigen Pavillon und einer höhergelegenen Gartenterrasse ausstattete. Friedrichs Sohn Herzog Christian Albrecht ließ den Garten 1660 um Terrassen im Norden, Osten und Westen sowie Freitreppen, Kaskaden und Fontänen erweitern.
Nach so viel Geschichte empfiehlt sich eine Stärkung im Schlosscafé. Bei Kaffeespezialitäten, süßen oder herzhaften Speisen können Sie entspannt in der Gegenwart ankommen, bevor es wieder nach Hause geht.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Bahnhof SchleswigBahnhofstr. 29
24837 Schleswig