Bahnhofstraße 56
76437 Rastatt
Zu Besuch im „Badischen Versailles“ und im Schloss Favorite
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Residenzschloss Rastatt bildet nicht nur den prunkvollen Mittelpunkt der Stadt, sondern gilt auch als eines der schönsten Barockschlösser Deutschlands. Beim Bau des Schlosses und des Schlossgartens orientierten sich Markgraf Ludwig Wilhelm und Markgräfin Sibylla Augusta an der Architektur von Schloss Versailles, weshalb es auch das „Badische Versailles“ genannt wird. Auch die Adelspaläste in Wien dienten als Vorbild für den Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten Prachtbau.
Bei dem prunkvollen Gebäude handelt es sich – typisch Barock – um ein symmetrisches Ensemble, das aus zwei Treppenhäusern und zwei spiegelbildlich angeordnete Appartements besteht. Zudem ist die gesamte Anlage Teil eines geometrischen Straßengefüges. Leuchtende Fresken italienischer Künstler sowie barocke Wandteppiche und Möbel machen die imposante Zeit des Barocks erlebbar. Als ob das nicht schon prunkvoll genug wäre, befindet sich im Inneren noch eine Kirche: Die Schlosskirche zum Heiligen Kreuz beeindruckt mit zahlreichen Besonderheiten – zum Beispiel einer Nische als Grab Christi mit Altarsäulen, die von innen beleuchtet werden konnten.
In den Seitenflügeln des Schlosses sind zudem das Wehrgeschichtliche Museum und die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte untergebracht.
Auch der schöne Schlossgarten ist mit seinen idyllischen Laubengängen einen Spaziergang wert. Bei schönem Wetter kann man hier wunderbar ein Päuschen einlegen und die Eindrücke des Schlossbesuches noch etwas auf sich wirken lassen.
Die Prunkräume des Schlosses und die Schlosskirche sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
01. Januar bis 31. März Do, Fr, Sa, So, Feiertag 11 bis 15 Uhr stündlich
01. April bis 31. Oktober Di, Mi, Do 11-16 Uhr stündlich, Fr, Sa, So, Feiertag 10-16 Uhr stündlich
Kultur macht hungrig – wie gut, dass das Restauranthotel am Schloss Rastatt direkt gegenüber liegt.
Wer nach so viel Prunk Appetit bekommen hat, dem kann im Restauranthotel am Schloss Rastatt geholfen werden: Die Menü-Auswahl reicht von der rustikalen Vesper über regionale badische Spezialitäten bis hin zu zarten Steaks und saisonalen Gerichten. Dazu gibt es frisch gezapftes Bier vom Fass oder ein badisches Viertele ausgesuchter Weine. Vor allem mittags lohnt sich ein Besuch: Der Mittagstisch ist schnell, preiswert – und lecker.
Gut gestärkt geht es zum nächsten Schloss in den Rastatter Ortsteil Förch. Mit der Buslinie 241 von der Haltestelle „Schlossgalerie“ oder vom Zentrum 15 Minuten bis zur Haltestelle „Förch“ fahren. Von hier ist es ein zehnminütiger Fußweg auf der Favoritestraße bis zum Schloss Favorite.
Das Schloss Favorite, auch Porzellanschloss genannt, ist das einzige fast unverändert erhaltene Porzellanschloss in Deutschland. Früher diente es Markgräfin Sibylla Augusta als Sommerresidenz, was man angesichts des idyllischen Schlossgartens sehr gut nachvollziehen kann. Heute können sich Besucher:innen nicht nur an der weitläufigen Parkanlage erfreuen, sondern vor allem an der weitreichenden Porzellansammlung. Diese besteht aus einer Fayencesammlung aus Straßburg, blau-weißem Porzellan aus China, Kunsthandwerk aus Asien, Böhmischem Glas – und Porzellan aus Meißen. Sibylla Augusta gehörte nämlich zu den ersten Kunden der Porzellanmanufaktur Meißen.
Zudem kann man 56 Kostümbilder der markgräflichen Familie bestaunen. Rund 1.500 Stücke umfasst die Sammlung. Denn zur Zeit des Barocks liebte man es, sich zu verkleiden. Während im Schloss Rastatt gewohnt und regiert wurde, diente das Schloss Favorite auch als Lustschloss für rauschende Feste.
Stürmisch ging es anscheinend auch schon bei den Kleinsten zu. Besonders die dreijährige Prinzessin Louise nahm das Sprichwort „Scherben bringen Glück“ wohl etwas zu wörtlich – und zerbrach ganze 41 Figuren von Menschen und Tieren aus Porzellan.
Wem nach dem Museumsbesuch nach einer Kaffeepause ist, der sollte diese unbedingt im Schlosscafé Favorite (www.schlosscafe-favorite.de,
Geöffnet ist dienstags bis sonntags 10-17 Uhr.) einlegen. In den Räumen des ehemaligen, denkmalgeschützten Kavaliershauses oder im Garten und auf der Terrasse schmecken die handgefertigten Pralinen und Konditorspezialitäten gleich doppelt so gut. Alle anderen fahren mit dem Bus 241 zurück zum Zentrum Rastatt und laufen auf bekanntem Weg retour zum Bahnhof.
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