Knebelstraße 1
07745 Jena
Natur, Kultur und Wissenschaft im Einklang
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Haus ist eine von zwei Wohnstätten Friedrich Schillers, der zehn Jahre seines Lebens in Jena verbrachte. Er erwarb es 1797. An einer Ecke des Grundstücks ließ er ein Türmchen errichten, das ihm als Rückzugsort zum Dichten diente. Während der drei Sommer, in denen Schiller mit seiner Familie das Gartenhaus bewohnte, entstanden Teile des »Wallensteins« und die berühmten Balladen. Zugleich war der Garten ein Ort für Geselligkeit. Am Steintisch fanden die abendlichen Gespräche mit Goethe statt.
Nun geht es quer durch die Jenaer Innenstadt. Die Lödderstraße führt zum Historischen Rathaus. Die älteste Erwähnung geht auf das Jahr 1368 zurück, es ist damit eins der ältesten erhaltenen Rathausgebäude Deutschlands. Auf dem Marktplatz steht das Denkmal für Johann Friedrich I. von Sachsen (der „Großmütige“), den Gründer der Universität. Am Platz findet man hinter einer bunten Glasfassade die Touristinformation.
Weiter geht es durch die Altstadtstraße „Unterm Markt“. Hier befindet sich der Zugang zum Literaturmuseum „Romantikerhaus“.
Im damaligen Wohnhaus von Johann Gottlieb Fichte befindet sich heute das Literaturmuseum „Romantikerhaus“. Hier wird an die literarischen Salons, Zeitschriften und Vorlesungen erinnert, als über Naturforschung, Gesellschaftskritik und Zukunftsvisionen debattiert wurde. Um das Jahr 1800 war Jena so etwas wie die geistige Hauptstadt Deutschlands. Hier bildete sich eine legendäre Wohngemeinschaft, in der ambitionierte Männer und Frauen die Gedanken der Französischen Revolution weiterentwickeln wollten. Man spricht vom Kreis der „Frühromantiker“, zu denen neben Schiller die Philosophen Fichte und Schelling, die Literaten Schlegel, Tieck und Novalis sowie die mit ihnen verbundenen Frauen gehörten. Im Jahr 1806 besiegten in der Nähe von Jena die napoleonischen Truppen Preußen. Damit war die große Zeit der „Frühromantiker“ vorüber.
Wieder hinaus auf die Straße Unterm Markt geht es etwas nach links in die Unterlauengasse und wenig später nochmals links in die Oberlauengasse. Dann geht es nach rechts und weiter links in die Altstadtgasse An der Marktmühle. An deren Ende stoßen Sie seitlich auf die spätgotische „Alte Göhre“ mit dem Stadtmuseum und der Kunstsammlung. Der Name geht auf Paul Göhre zurück, der hier ein Weinrestaurant betrieb.
Die Belange der Universität prägten von 1558 an das städtische Leben. Ein Zeitstrahl führt die Besucher im Treppenhaus von den Anfängen Jenas bis zur „Stapelstadt des Wissens und der Wissenschaften“ (so Goethe). Möglich wurde diese Entwicklung durch den hier herrschenden freiheitlichen Geist, Die Namen Zeiss, Schott und Abbe stehen für ein erfolgreiches Zusammengehen von wissenschaftlicher Forschung und praktisch-technischer Umsetzung. Diese enge Verbindung wirkt bis heute in Jena fort. Viele Neugründungen in den letzten Jahren haben Jena den Beinamen „Optical Valley“ verschafft. Die Museumswerkstatt bietet mit ihren großen „Schaufenstern“ einen Blick hinter die Museumsmauern. Hier finden sich aktuelle Informationen zu Ausstellungsthemen, Projekten und Museumsaktionen. Manchmal hecken hier die Maskottchen der Jenaer Museen - Farbmonster, Museumsmaus und Kater Hinze - gemeinsam etwas Verrücktes aus.
Die Kunsthalle in der „Alten Göhre“ zeigt wechselnde Ausstellungen von klassischer Moderne bis Gegenwartskunst.
Noch einmal wird das Historische Rathaus passiert. Von der Rathausgasse geht es in die Kollegiengasse und nach wenigen Minuten zu Jenas markantestem, weil höchstem Gebäude – dem JenTower.
Mit fast 160 Metern Höhe ist der JenTower das höchste Bürogebäude in den neuen Bundesländern. 1972 wurde er als Universitätshochhaus eingeweiht. Nach 1990 drohte sein Abriss. Private Unternehmen erhielten ihn am Leben und verpassten ihm eine Vollglasfassade. Nach einer gründlichen Sanierung besitzt er 29 Etagen. Expressfahrstühle bringen Besucher zur Aussichtsplattform in 125 Metern Höhe. Von hier bietet sich der Ausblick über Jena und weit in die Umgebung hinein.
Der Lautragraben und Fürstengraben führen zum Zeiss-Planetarium. Es geht vorbei am Botanischen Garten, einer Wirkungsstätte des Dichters und Naturforschers Goethe. Vor dem Haus steht Thüringens ältester Ginkgobaum. Er wurde 1780 gepflanzt.
Das Zeiss-Planetarium in Jena wurde 1926 eröffnet und ist das weltweit älteste seiner Art. In ihm wird das Firmament der Fixsterne und Planeten auf die Innenseite einer weißen Kuppel täuschend echt abgebildet. Die Betonschale der Planetariumskuppel hat einen Durchmesser von 25 Metern. 2011 wurde ein komplett neues Video- und Audiosystem installiert, das „Neues Planetarium“ heißt. Im Rahmen von Familienprogrammen werden täglich ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Animationsfilme gezeigt.
Nach dem Besuch des Planetariums führt der Bibliotheksweg zum Fürstengraben, an dem sich das Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität erstreckt. Der Bau stammt aus dem Jahr 1908 und steht an der Stelle des einstigen Stadtschlosses. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich Jenas ältestes Gasthaus, der „Schwarze Bär“. Auch Luther soll hier bereits übernachtet haben.
Die Oberlauengasse und anschließend die Paradiesstraße führen zurück zum Bahnhof „Jena Paradies”.
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Start/Ende
Bahnhof Jena ParadiesKnebelstraße 1
07745 Jena