Bahnhofstr. 30
55232 Alzey
Eine Stadt mit Flair
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Rossmarkt ist das pulsierende Herz von Alzey. Zusammen mit dem angrenzenden Fischmarkt war er der eigentliche Marktplatz der Stadt. Sein Name geht auf einen hier in früheren Zeiten abgehaltenen Pferdemarkt zurück. Daran erinnert der "Rossmarktbrunnen" mit dem an der Brunnentränke stehenden, kräftigen Ross des Spielmanns und Ritters Volker von Alzey. Daneben sind es die Fachwerkhäuser des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, die beiden Plätzen ihren typischen Charakter geben. Dazu gehört auch das Rathaus von Alzey. Es wurde 1586 im Stil der Renaissance mit dem markanten Treppenturm errichtet und gilt somit als das älteste Gebäude der Stadt. In der Zeit zwischen 10 und 20 Uhr kann man alle zwei Stunden dem Glockenspiel lauschen.
Am Ross- und Fischmarkt haben sich verschiedene Gaststätten angesiedelt. Ein paar Schritte in die Judengasse hinein geht es zur Vinothek des Städtischen Weingutes. Hier wird das komplette Sortiment des Weinguts der Stadt Alzey sowie des Weinguts am Schlossberg angeboten. Man kann Weine verkosten, Weinproben buchen und sich im Bistro mit Snacks den Hunger stillen.
Vom Fischmarkt geht es weiter durch die Spießgasse. Sie weist eine Vielzahl historischer Häuser auf. Das älteste Haus der Straße ist ein 1570 errichteter Bau, der mit einem barocken Giebel versehen wurde. Dann geht es in die Gasse namens Atzel mit typischer Altstadtbebauung des 18. und 19. Jahrhunderts. Noch aus dem 17. Jahrhundert stammt das Haus Atzel 3. Ein kurzer Schlenker entlang der Löwengasse führt zur Hexenbleiche. In dieser Parkanlage finden sich Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem ältesten noch erhaltenen Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung, dem
„Hexenturm“. Der schön angelegte kleine Park lädt zu einer kurzen Pause im Grünen ein. Danach geht es durch das Schulgässchen zum Obermarkt.
Auf der großen Freifläche des Obermarkts, die seit dem 19. Jahrhundert zum Marktplatz der Stadt avancierte, wurden Vieh- und Fruchtmärkte, aber auch Jahrmärkte sowie das Winzerfest abgehalten. Der Platz wird im Süden von der spätmittelalterlichen Nikolaikirche begrenzt, deren schlanker Turm die Silhouette von Alzey prägt. Die Kirche wurde im Lauf des 15. Jahrhunderts in mehreren Bauphasen errichtet und 1499 mit der Vollendung des Kirchturms fertiggestellt. An den neun Altären der Kirche lasen zeitweilig bis zu 20 Geistliche die Messe.
Vom Obermarkt kommend, führt die Route dieser Stadterkundung durch die Kirchgasse zur St.-Georg-Straße. Hier steht mit der Hausnummer 19 das um 1700 erbaute „Haus Belmont“. Nach Zerstörungen im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde es im zeittypischen Schmuckfachwerk 1791 neu errichtet. Die Bezeichnung „Haus Belmont“ erinnert daran, dass das Haus ca. 150 Jahre der wirtschaftlich sehr erfolgreichen jüdischen Familie Belmont gehörte. Bis zum Bau der Neuen Synagoge 1854 diente es der Jüdischen Gemeinde als Gebetshaus.
Weiter führt der Weg durch den Schießgraben, vorbei an der Stadthalle Alzey. Dort bietet sich eine weitere Möglichkeit zur Rast. Dann ist das Schloss Alzy erreicht.
Die Ursprünge der Anlage reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als sie zu einem frühen Zentrum der rheinischen Pfalzgrafenschaft wurde. Besonders im späten Mittelalter gewann die Burg an Bedeutung: Unter Pfalzgraf Ruprecht II. sowie seinem Nachfolger Ruprecht III., der von 1400 bis 1410 als deutscher König Ruprecht I. herrschte, diente sie häufig als Residenz der Pfalzgrafen. Wegen der großen Zahl an Urkunden, die hier ausgestellt wurden, galten die Stadt Alzey und ihre Burg zeitweise als eine Art Verwaltungs- und Kanzleisitz des Reiches.
Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts wandelte sich die mittelalterliche Burg schrittweise zu einer repräsentativen Schlossanlage. Im Pfälzer Erbfolgekrieg erlitt das Bauwerk jedoch schwere Schäden und verfiel anschließend zur Ruine. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss wieder aufgebaut. Heute sind darin das Amtsgericht sowie ein Internat untergebracht. Zwar ist eine Besichtigung der Innenräume nicht möglich, doch ein Rundgang durch den Innenhof lohnt sich dennoch.
Nach dem Gang durch den Schlosspark führt die Route nun durch die Schlossgasse in Richtung Innenstadt. Hier befindet sich der um 1700 erbaute Drei-Flügel-Bau des „Burggrafiates“. Er war Sitz des kurpfälzischen Oberamtes Alzey. Heute finden in einem Flügel des Gebäudes Kunstausstellungen statt. Um 1850 wurde direkt gegenüber dem Burggrafiat ein Gutshof im Stil des Klassizismus errichtet. Dem Vorbild adeliger Palais folgend, gruppiert sich der Gebäudekomplex um einen zur Straße hin mit einem Gitter abgeschlossenen Ehrenhof. Das 1916 der Stadt vererbte Anwesen wird heute als Weingut der Stadt Alzey betrieben.
Die Vinothek des Weingutes befindet sich in der Spießgasse 10, wenige Schritte vom Fischmarkt entfernt (Infos siehe dort).
Das heutige Museum der Stadt Alzey wurde im 16. Jahrhundert als Hospitalgebäude errichtet. Typisch für den damaligen Renaissance-Stil sind der vorgelagerte Treppenturm und die Fenstergewände. Die Volkskunde sowie die Stadtgeschichte, speziell die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, stehen im Zentrum der musealen Präsentation. Gezeigt werden früheres Handwerk, bzw. Kunsthandwerk. Spezielle Ausstellungen sind der Kachelkunst, der Geschichte der Juden im Alzeyer Land sowie der Alzeyer Symbolfigur Volker von Alzey gewidmet.
Im einstigen Hospital hat auch die städtische Tourist-Information ihr Büro (Kontakt siehe oben).
Auf bekanntem Weg geht es zurück zum Bahnhof. Am Bahnhofsvorplatz gibt es noch einmal Möglichkeiten zur Stärkung.
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