Gutermann-Promenade
97421 Schweinfurt
Außergewöhnliches Museums-Hopping am Main
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Beim Museum Georg Schäfer beeindruckt die gezeigte Kunst ebenso wie der Museumsbau selbst.
Zu sehen ist die bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und angrenzender Jahrzehnte – angefangen mit dem späten Rokoko, über Klassizismus, Romantik und Impressionismus bis hin zu den Secessionisten. Sie umfasst neben der größten Carl-Spitzweg-Sammlung der Welt auch Arbeiten von Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Max Beckmann, Wilhelm Leibl, Adolph von Menzel und vielen anderen. In Umfang und Qualität sind das Museum und seine Sammlung vergleichbar mit der Neuen Pinakothek in München und der Alten Nationalgalerie in Berlin.
Mit der neuen Nationalgalerie in Berlin ist dieser zu den gelungensten Museumsneubauten der Gegenwart gehörende Bau architekturgeschichtlich verbunden. Seit den 1950er Jahren hat es immer wieder Pläne und Wettbewerbe für einen Museumsneubau gegeben. Darunter 1964 auch ein nicht verwirklichter Entwurf von Ludwig Mies van der Rohe, der in der Folge eine der Grundlagen für die Ikone der klassischen Moderne am Berliner Kulturforum wurde.
Umgesetzt wurde schließlich der Entwurf des Berliner Architekten Volker Staab von 1997, der mit seinen Brückenelementen und Sichtachsen immer wieder überraschende Ausblicke auf das Innere des Museums und die Stadt Schweinfurt gewährt. Das preisgekrönte Museum wurde im Jahr 2000 eröffnet und gehört zu einem Bauensemble, das vom Deutschen Architekturmuseum zu den 24 besten Bauwerken Deutschlands gekürt worden ist.
Ein kleiner Schlenker erlaubt Euch eine Einordnung des eben besichtigten modernen Bauensembles in die es umgebende von der Renaissance geprägte Architektur des Altstadtviertels Zürch.
Nach ein paar Schritten die Brückenstraße hinunter wendet Ihr Euch nach rechts. In der Rittergasse seht Ihr die Fassade des Erbacher Hofs, der auf seiner Rückseite mit dem Ensemble von Stadtbibliothek und Hauptzollamt verbunden ist. Ein Blick in die Frauengasse trifft auf die St.-Salvator-Kirche, eine schlichte Barockkirche. Von dort aus nahm die Reformation in der Stadt ihren Ausgang, als 1532 der sächsische Hofprediger, Humanist und Historiker Georg Spalatin in Schweinfurt zum ersten Mal predigte.
Ihr geht die Burggasse hinauf und biegt an ihrem Ende links in die Rückertstraße. Auf dem Marktplatz lohnt sich ein Blick auf das Alte Rathaus aus dem Jahr 1572. Das Hauptwahrzeichen der Stadt gilt als eines der schönsten profanen Renaissance-Bauwerke Süddeutschlands.
Ihr überquert den Marktplatz diagonal und gelangt auf den Martin-Luther-Platz mit der St.-Johannis-Kirche, einem der wichtigsten kirchlichen Bauwerke zwischen Bamberg und Würzburg. Von hier aus geht es zurück auf die Zehntstraße und westwärts am Zeughaus vorbei, rechts in die Wolfsgasse und vor dem Theater der Stadt links in den Châteaudunpark. Ihr folgt der Stadtmauer bis zu Eurem zweiten Ziel, der Kunsthalle Schweinfurt. Auch hier birgt ein außergewöhnliches Bauwerk Kunst aus verschiedenen Epochen.
Seit Eröffnung der Kunsthalle Schweinfurt im Jahr 2009 hat sich das Haus als zentraler Orte für Gegenwartskunst in Deutschland etabliert. Auf knapp 2.000 Quadratmetern können Meisterwerke der Kunst von den 1950er-Jahren bis heute erlebt werden.
Im Erdgeschoss des Gebäudes werden kunsthistorische Höhepunkte im Spannungsfeld von Abstraktion und gegenständlich-expressiver Kunst präsentiert. Ein besonderes Highlight ist die Sammlung zum deutschen Informel und zur Neofiguration, die in ihrer Qualität und Quantität in Deutschland herausragend ist. Zu sehen sind u.a. Werke der Künstlergruppen Quadriga, ZEN 49 sowie SPUR, WIR und GEFLECHT. Künstler wie Willi Baumeister, Fritz Winter oder K. O. Goetz sind genauso vertreten wie HP Zimmer, Heino Naujoks und Franz Hitzler. Im Untergeschoss sind unter dem Titel „Individuum und Gesellschaft“ u.a. Werke zum Ost-West-Dialog und dem Wendejahr 1989/90 sowie zeitgenössische Landschafts- und Architekturdarstellung ausgestellt.
Die Kunsthalle Schweinfurt befindet sich im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad. Bauherr war der namensgebenden Industrielle Ernst Sachs, dessen Erfindung sich auch heute noch an modernen Fahrrädern findet: die Torpedo-Freilaufnabe. Er schenkte das Volks- und Hallenbad seiner Heimatstadt Schweinfurt.
Ein paar Schritte die Rüfferstraße hinunter trefft Ihr auf das Landgericht. Lauft an dem Gebäude vorbei und biegt rechts in den Schillerplatz ein.
Lasst die Stadtgalerie, an der Ihr bald vorbeigeht, ruhig links liegen. Dort wartet kein Kunstgenuss auf Euch, die Stadtgalerie ist eine Mall.
Ihr geht unter Straßen und Schienen hindurch zurück zum Mainufer. Auf dem Weg entlang der Gutermann-Promenade kommt Ihr am Wahrzeichen der Industriestadt Schweinfurt vorbei. Das 14-geschossige Verwaltungshochhaus der Svenska Kullagerfabriken ist abends weithin sichtbar mit dem Schriftzug SKF erleuchtet. Mit dem Wehr erreicht Ihr auch Euren Abfahrtsbahnhof Schweinfurt Mitte.
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Schweinfurt-MitteGutermann-Promenade
97421 Schweinfurt