Am Bahnhof
16909 Wittstock
Blühende Stadtgeschichte an der Dosse
Ein Stadtrundgang für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im 13. Jahrhundert beschlossen die Bischöfe von Havelberg, Wittstock zu ihrer Residenz auszubauen. Als der letzte katholische Bischof 1548 auf der Burg starb, fielen Burg und Besitz in der Folge an den brandenburgischen Kurfürsten. Durch den Dreißigjährigen Krieg entstanden bauliche Schäden, die letztlich fast zum kompletten Verfall der Burganlage führten.
Heute erwarten den Besucher hier die Kreismuseen Alte Bischofsburg mit dem Museum des Dreißigjährigen Krieges, dem Ostprignitzmuseum zur Regionalgeschichte sowie dem Sonderausstellungsbereich im Fachwerkgebäude.
Der wuchtige Torturm der ehemaligen Burg beherbergt seit 1998 das Museum des Dreißigjährigen Krieges. Dort vermitteln historische Objekte, Bilder und Dokumente einen spannenden Einblick in den Alltag der Menschen in einer kriegerischen Zeit. Die Besucher gelangen über eine kleine Einführung zu den Kriegsursachen, zum Alltag der einfachen Menschen, auch jenem in der Armee, dann zu den Waffen und ihrer Verwendung in Schlachten und Scharmützeln, um schließlich nach sechs Ebenen beim langersehnten Frieden von 1648 anzukommen.
Im ehemaligen Amtshaus befindet sich das Ostprignitzmuseum, das wichtige Aspekte der regionalen Geschichte thematisiert.
Die Bandbreite der Sonderausstellungen im Fachwerkhaus ist vielfältig und reicht von Kunstausstellungen zu Ausstellungen mit kultur- und regionalgeschichtlichen Themen.
Nach diesen spannenden Einblicken in die Geschichte bummeln Sie weiter außerhalb der Stadtmauer durch den Park am Bleichwall. Anmutig schlängelt sich die Dosse durch das Areal. An der Königstraße wenden Sie sich nach links Richtung historische Altstadt. Laufen Sie zuerst außerhalb der Stadtmauer – hier die Gröper Mauer – entlang und verweilen Sie einen Moment am malerischen Dosseteich. Schließlich erreichen Sie das Gröpertor. Nur wenige Schritte entlang der Gröperstraße sind es zur Heilig-Geist-Kirche.
Die Heilig-Geist-Kirche ist fast so alt wie St. Marien, diente aber nicht vorrangig der Stadtbevölkerung als Andachtsstätte, sondern den Kaufleuten und Reisenden. Viele von ihnen werden auch Pilger gewesen sein. In dieser Kirche hielt die Reformation in Wittstock Einzug. Ein ehemaliger Franziskanermönch war es, der im September 1549 hier erstmals das Abendmahl in beiderlei Gestalt reichte. Ein verheerender Stadtbrand im Jahr 1716 verwüstete auch diese Kirche. So stammt ihr heutiges Aussehen aus der Zeit nach 1730.
Das nördliche Ende der historischen Innenstadt wird durch das Gröpertor markiert. Die Backsteinverzierungen lassen erahnen, dass die Wittstocker vor 700 Jahren bereits einen Sinn für die Verschönerung ihrer Stadt hatten. Bereits lange vor der Erfindung des Autos wurde die Öffnung im Tor zu eng und durch Öffnung der Mauer eine Durchfahrt geschaffen.
Weiter geht es auf der Gröperstraße Richtung Süden zum Markt. Zuvor passieren Sie die Kettenstraße. In der Nummer 24 hat die Wittstocker Stadtbibliothek ihr Domizil. Das Haus ist ein ehemaliges Kontorgebäude einer Tuchfabrik aus dem Jahr 1828. Denn wichtiges Handelsprodukt der Wittstocker waren seit jeher Tuche. Sie waren im gesamten norddeutschen Raum begehrt. Als 1816 in Preußen die Gewerbefreiheit eingeführt wurde, gab es hier bereits 80 Tuchmacher mit mechanischen Webstühlen und 220 mit Handwebstühlen. Ende des 19. Jahrhunderts gehörte die Familie Quandt zu den ganz großen Tuchfabrikanten.
Werfen Sie in der Gröperstraße 3 noch einen Blick auf die Adler-Apotheke, die seit dem 16. Jahrhundert an dieser Stelle besteht, bevor Sie sich dem Markt mit dem Rathaus zuwenden.
Der jetzige Bau des Wittstocker Rathauses hatte zahlreiche Vorgänger. Als er in den Jahren 1905/06 errichtet wurde, hatte der Historizismus Hochkonjunktur. So erhielten die Bürger ein Rathaus mit zahlreichen historischen Beigaben. Zum Beispiel der Gerichtslaube auf der Rückseite. Auch der für die norddeutsche Backsteingotik typische Westgiebel wurde geschickt in den neugotischen Neubau eingepasst. Der Turm mit der barocken Haube erinnert an den Dom St. Marien in Fürstenwalde (Spree). Von außen nicht zu sehen sind die mittelalterlichen Kellergewölbe.
Am Markt wird die schnurgerade Gröperstraße zur St. Marienstraße, die Sie – wie der Name es ahnen lässt – zur St.-Marien-Kirche bringt. Erklimmen Sie die 203 Stufen des Kirchturms, haben Sie einen wundervollen Blick auf die Bischofs- und Rosenstadt.
Die St. Marienkirche, Baubeginn 13 Jh., ist das sichtbare Wahrzeichen der ehemaligen Bischofsstadt Wittstock und Station der Bischofstour. Vom barocken Turm aus hat man einen weiten Blick über die Stadt und ins Umland. Sie besitzt eine sehenswerte Innenausstattung wie den Altaraufbau aus 2 Schnitzaltären, einen spätgotischen Sakramentsschrein, eine barocke Holztaufe, eine Madonna im Strahlenkranz, die Lütkemüller-Orgel und die Kanzel. Die Kirche beherbergt außerdem die Dauerausstellung „Kirche und Macht – die Bischofszeit in Wittstock". Von Mai bis Oktober öffnet die Kirche täglich und es finden regelmäßig Konzerte statt. St. Marien ist die Sommerkirche der Gemeinde, die Heilig-Geist Kirche (in der Nähe des Gröper Tores) die Winterkirche. Auch in der Heilig-Geist-Kirche sind wechselnde Ausstellungen zu sehen.
Hinter der Kirche in der Schulgasse befindet sich der Pfarrgarten mit Wandelgang, Rasenflächen, Beeten und Sitzmöglichkeiten, der zur Laga neu gestaltet wurde. Er lädt zum Innehalten und zu Veranstaltungen ein. Folgen Sie nun weiter der St. Marienstraße und biegen Sie dann rechts in den Großen Graben. Nach wenigen Schritten erreichen Sie die Straße Auf der Freiheit. Hier fällt Ihnen bestimmt das schön sanierte Fachwerkhaus auf, das viel Historie verspricht. Es ist das Telschowsche Haus, dessen Geschichte sich bis 1566 verfolgen lässt. Ab 1681 war es Poststation an der Linie zwischen Güstrow und Berlin. Zurück zum Bahnhof gehen Sie die Burgstraße entlang und links in die Poststraße. Sie verlassen den mit der Mauer umschlossenen historischen Stadtkern und laufen auf der Pritzwalker Straße nur noch wenige Meter bis zum Bahnhofsgebäude. Mit vielen schönen Aussichten im Kopf fahren Sie nun entspannt mit dem Regionalexpress nach Hause.
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