Bahnhofstraße 7
29410 Salzwedel
Rundgang durch die engen Straßen von Salzwedel
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Ein Portal der Katharinenkirche auf der Südseite stammt noch aus romanischer Zeit, das meiste ist jedoch norddeutsche Backsteingotik. Sehenswert im Innern sind der „Einhornaltar“ von 1474 und die historischen Glasmalereien an den Kirchenfenstern. Die Kirche ist umgeben von einem Ensemble historischer Häuser, zu denen auch die frühere Neustädter Lateinschule gehört (heute Gemeindehaus der Katharinenkirche). In der Mitte des Kirchvorplatzes steht eine 1761 gepflanzte Winterlinde.
Von der Hohen Brücke bietet sich ein idyllischer Anblick mit alten Fachwerkhäusern unmittelbar am Wasserlauf der Jeetze. 200 Meter weiter in die südliche Richtung fällt der alles überragende Renaissance-Turm des ehemaligen Rathauses der Neustadt aus dem 16. Jahrhundert ins Auge. Unten befindet sich die Tourist-Information von Salzwedel, über die Sie den Eingang zum Turm erreichen. Von oben überblicken Sie die gesamte Innenstadt.
Eine lange Reihe von bunt herausgeputzten Fachwerkhäusern begleitet nun den Weg zum Neuperver Torturm. Er stammt aus der Zeit um 1470 und war das Haupttor zur Neustadt. Es folgt eine kleine Wanderung entlang der Jeetze und einem erhalten gebliebenen Teil der Stadtmauer. Heute kaum vorstellbar: Die Jeetze war bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Handelsweg, auf dem die Kähne bis nach Hamburg fuhren.
Auf dem Weg zurück in die Innenstadt erwartet Sie eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt: die Alte Münze. Ab 1314 wurden hier Münzen geprägt – ein großes Privileg für die Stadt und Zeichen ihres Reichtums.
Das ehemalige Rathaus der Altstadt von Salzwedel steht an der Kreuzung der Fernhandelsstraßen, die wesentlich dazu beitrugen, Salzwedel zu einem Mitglied der Hanse werden zu lassen. Ein neuzeitlicher Wegweiser zeigt nach Nowgorod im Osten und London im Westen. Der Backsteinbau entstand um das Jahr 1500. Als Alt- und Neustadt 1713 vereinigt wurden, verlor das Rathaus seine ursprüngliche Funktion. Heute verkündet hier das Amtsgericht Recht und Gesetz.
Es folgt ein weiterer Höhepunkt auf Ihrer Stadtwanderung: die Kirche St. Marien. Nehmen Sie den kleinen Umweg durch die Schmiedestraße, vorbei an kleinen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus verschieden Bauepochen. Ein besonders frühes Exemplar der Fachwerkbauten ist das Hochständerhaus . Es stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Die Kirche St. Marien gilt als Salzwedels ältestes Bauwerk und präsentiert sich in feinster norddeutscher Backsteingotik. Auffällig der achteckige Kirchturm, der sich bei näherem Hinsehen als gekrümmt erweist. Es heißt, er wurde absichtlich so erbaut, um seine Widerstandsfähigkeit gegen den Wind zu erhöhen. Immerhin ist er mit über 81 Metern Höhe der zweithöchste in der Altmark. Der aus der Zeit um 1500 stammende riesige Holzschnitt-Altar ist der größte seiner Art in der Altmark.
Gleich hinter der Kirche wartet eine weitere Attraktion.
Benannt ist das Johann-Friedrich-Danneil-Museum nach einem in Salzwedel gestorbenen Gelehrten, dem wir wichtige Beiträge in der Archäologie und in der geschichtlichen Erforschung der Altmark verdanken. Ein großes Verdienst Danneils (1783–1868) war die komplette Katalogisierung der altmärkischen Hünen- oder Großsteingräber. Besondere Ausstellungsstücke des Museums sind, der Altar aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. J. aus dem Jahr 1575 und die Heilige Madonna, datiert auf das 2.Viertel des 13 Jh. Das beeindruckende Fachwerkhaus selbst, so wie man es heute sieht, stammt aus dem Jahr 1575 und hat mehrere Umbauten erfahren. Gleich neben dem Museum steht ein weiterer Teil der einstigen Stadtbefestigung: der quadratische Hungerturm.
Nur ein paar Schritte sind es nun zu einem eher bescheidenen Stadtpalais. Es ist das Geburtshaus von Jenny von Westphalen, die als Ehefrau von Karl Marx in die Geschichte einging. Das Haus beherbergt heute die Kreismusikschule und zwei Räume in denen das bewegte Leben der Jenny von Westphalen mit ihrem späteren Ehemann Karl Marx dargestellt wird. Hinter dem Haus verbirgt sich ein sehenswerter Garten.
Wieder stehen Sie vor einer mittelalterlichen Backsteinkirche, deren wechselvolle Geschichte eine Vielfalt von Formen und Materialien hinterlassen hat. Die Lorenzkirche wurde nach der Reformation über 160 Jahre lang als Salzlager genutzt. 1692 wurde hier eine „kurfürstlich-brandenburgische Salzfaktorei“ eröffnet. Erst 1860 wurde sie nach gründlicher Sanierung als katholisches Gotteshaus wiedereröffnet. Seit 1993 gehört das Gebäude zur „Straße der Romanik“. An der Ecke des Fachwerkhauses am Ende der Holzmarktstraße weist ein überdimensionaler Baumkuchen den Weg zur gläsernen Baumkuchenschaubäckerei.
In einem der vielen Fachwerkhäuser befindet sich eine der Konditoreien, die echten Salzwedler Baumkuchen anbieten. Gleich daneben lüftet eine Schaubäckerei die Geheimnisse der Baumkuchenherstellung. Nach alter Tradition entsteht er hier von Hand und vor offener Flamme. Die Marke „Salzwedler Baumkuchen“ ist seit 2010 sogar durch das EU-Gütesiegel „geschützte geografische Angabe“ geschützt.
Die Gläserne Baumkuchenbäckerei hat Montag bis Freitag von 10 – 15 Uhr geöffnet.
Anschließend führt der Weg in die Burgstraße. Eine Buchhandlung ist das Signal, auf der anderen Straßenseite in die Gasse „An der Mönchskirche“ einzubiegen. Blickfang ist die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters am Rand der ursprünglichen Altstadt. Anstelle der imposanten Kirchtürme der anderen Gotteshäuser besitzt die „Mönchskirche“ nur einen bescheidenen Dachreiter. Sie diente nach der Reformation lange Zeit als Garnisonkirche und wird heute als Kunst- und Konzerthalle genutzt. Wieder auf der Burgstraße schauen Sie am Haus Nr. 18 in den Innenhof. Der „Bürgermeisterhof“ ist eine besonders pittoreske Sehenswürdigkeit inmitten der zahlreichen historischen Bauten.
Ein kurzer Fußweg führt in den Burggarten mit einem von verfallenen Mauern umgebenen Burgturm. Der ist übrig geblieben von der einst stolzen Burg, der Keimzelle der Stadt. Sie diente im 9. Jahrhundert dem Schutz der Salzstraßen, denen Salzwedel seinen Namen und seinen einstigen Reichtum verdankte, bevor sich die Tuchmacherei als wichtige Einkommensquelle etablieren konnte. Ab 1134 waren die Askanier die Herren der Burg. Auf sie geht die gesamte Mark Brandenburg zurück. Die kleine Parkanlage des Burggartens bietet schattige Plätze für eine wohlverdiente Rast.
Verlassen Sie den Burggarten wieder über die Burgstraße. Ein besonderes Rezept des königlichen Baumkuchens von 1807 können Sie im Baumkuchenlädchen „Erste Salzwedler Baumkuchenfabrik“ in der Burgstraße 6. verkosten.
Beim Überqueren der Neuperverstraße schauen Sie mal nach rechts. Dort sehen Sie in einiger Entfernung das Neuperver Tor, eines der beiden erhaltenen Tore der Stadt. Weiter geradeaus durch die Reichestraße überqueren Sie die Steintorstraße wo Sie links das zweite erhaltene Tor, das Steintor erblicken können. 50 Meter geradeaus, linker Hand können Sie auf dem Weg zum Bahnhof auch noch den Hansehof bewundern. Hier wurden bis 1908 die Jeetzekäne beladen. Der Hansehof diente als Umschlagplatz für die Handelswaren. Mit der Katharinenkirche im Blick, verlassen Sie nach links die Altstadt und gehen in Richtung Bahnhof (10 Minuten).
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Bahnhof SalzwedelBahnhofstraße 7
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