Bahnhofstr. 3-9
07545 Gera
Ein spannender Stadtrundgang in Gera für die ganze Familie
Ein Stadtrundgang für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im Höhlermuseum geht es hinab ins Mittelalter. Die unter den Altstadthäusern angelegten „Höhler“ sind Tiefenkeller, die sich noch unter den eigentlichen Wirtschaftskellern befanden. Das Geraer Bierbrauprivileg von 1487 erlaubte allen Hausbesitzern, Bier zu brauen. Neben der Weberei war es die wichtigste Einnahmequelle der Geraer. Für den Gärprozess des Bieres aber war es nötig, nach dem Hopfenkochen die Würze von 90 Grad auf unter 20 Grad abzusenken.
Die Keller boten dafür geeignete Bedingungen, sodass kreuz und quer neben- und übereinander liegend mehr als 200 Höhler auf einer Gesamtlänge von 9 Kilometern für die Bierlagerung gegraben wurden. Lange Zeit wurden diese Tiefenkeller vergessen, bis man in den 1980er-Jahren 10 Höhler durch Mauerdurchbrüche miteinander verband, die seitdem bei Führungen besichtigt werden können. Die Darstellung der verschiedenen Nutzungsarten – als Bierlager, später als Kohlenkeller, Abfallhalden oder Luftschutzkeller – lassen die Geschichte der Höhler lebendig werden. Ganz nebenbei kann man auch die ersten gewachsenen Tropfsteine in den Gängen entdecken.
Die Museumshöhler können nur im Rahmen öffentlicher oder terminlich vereinbarter Führungen besichtigt werden. In den Höhlern herrschen kühle Temperaturen, es wird daher empfohlen auch an warmen Tagen eine Jacke mitzunehmen. Für Personen mit Gehbehinderungen ist eine Führung nicht zu empfehlen, da die Räume sehr eng und die Wege und Treppenstufen oft uneben und rutschig sind.
Jetzt geht es zur höchsten innerstädtischen Erhebung der Stadt, dem Nicolaiberg. Gekrönt wird er durch die barocke St. Salvatorkirche mit ihrer Jugendstil-Ausstattung im Inneren.
Die Große Kirchstraße führt zum Marktplatz und dem Rathaus mit seinem 57 Meter hohen Turm. Die Bauweise verrät die Entstehung zur Zeit der Renaissance in den 1570er-Jahren.
Links neben dem Rathausturm kann man die schmiedeeisernen Halseisen des einstigen Prangers entdecken.
Falls Sie noch Fragen haben, neben dem Rathaus befindet sich die Stadtinformation.
Auf der anderen Seite des Platzes ist ein weiteres Renaissance-Juwel zu finden, die Stadtapotheke aus der Zeit um 1600. Der halbrunde Erker ist von Reliefs geschmückt, die u.a. die vier Jahreszeiten und die 12 Apostel abbilden.
In der Mitte des Marktplatzes steht seit 1685 der Simsonbrunnen, der – inzwischen in einer Kopie – den biblischen Bezwinger eines Löwen darstellt. Und zu diesem Wappentier Geras, jedoch lebend und in voller Größe, geht es jetzt: zum Tierpark.
Auf Ihrem Weg kommen Sie an der Heinrichstraße vorbei, diese zeugt vom Gera der frühen DDR-Jahre.
In der Heinrichstraße befindet sich ebenfalls die zentrale Umsteigehaltestelle, von der aus die Buslinien 10 und 17 im 10-Minuten-Takt drei Stationen zur Haltestelle Dahliengarten/Tierpark fahren.
Der Tierpark Gera liegt jenseits der Weißen Elster am Rand des Stadtwaldes. Auf einem 20 Hektar großen Gelände leben über 500 Tiere in rund 80 Arten, die überwiegend auf der nördlichen Erdhalbkugel beheimatet sind. Aber auch Exoten wie das Wappentier der Stadt, der Löwe, können die Gäste hier beobachten.
Besonderes Highlight ist die begehbare Anlage für die frechen Berberaffen. Ebenfalls sehr beliebt ist der Bauernhof. Neben Hühnern und Enten leben in den begehbaren Gehegen alte Haustierrassen wie die Thüringer Waldziege, das Rhönschaf und bulgarische Langhaarziegen, niedliche Zwergzebus und Minishetlandponys. Im Tierpark gibt es mitten in der Natur eine Imbiss-Möglichkeit.
Eine weitere Attraktion auf dem Gelände ist die schmalspurige Parkeisenbahn, die einzige in Thüringen übrigens. Die 800 Meter lange Gleisstrecke führt vom Bahnhof Martinsgrund nahe der Bushaltestelle Dahliengarten/Tierpark durch den romantischen Martinsgrund über drei Brücken zum Bahnhof Wolfsgehege am Haupteingang. Dabei überwindet sie eine Steigung von 2,9 Prozent – das ist der zweitsteilste Streckenabschnitt aller Parkeisenbahnen in Deutschland. Den jungen Parkeisenbahnern stehen zwei Dieselloks und eine Akku-Lok sowie zwei geschlossene und vier offene Wagen zur Verfügung.
Die Parkeisenbahn fährt zwischen April und Oktober Dienstag bis Donnerstag sowie Samstag und Sonntag 9.30 bis 17.30 Uhr (Montag und Freitag Ruhetage, Pause von 11.30 bis 13 Uhr).
Nach dem Besuch des Tierparks empfiehlt sich die Rückfahrt mit der Parkeisenbahn zum Eingang am Martinsgrund. Ins Stadtzentrum kommen Sie wieder bequem mit dem Bus.
Von der Haltestelle Heinrichstraße geht es nun zum 1981 eröffneten Kultur- und Kongress-Zentrum. Sehenswert an der größten Veranstaltungshalle Ostthüringens ist die Wandgestaltung „Lied des Lebens“, an der 25 bildende Künstler beteiligt waren.
Durch die Schloßstraße geht es zurück zum Bahnhof.
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