Finkenkruger Straße/ Bahnstraße
14612 Falkensee
Zu den Wurzeln einer wachsenden Stadt
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Seegefelder Kirche stammt aus dem 13. Jh. und ist das älteste Gebäude der Stadt Falkensee, die am westlichen Berliner Standrand liegt. Der Feldsteinbau mit Wehrturm und mitteralterlichen Wandmalereien wurde 1742 erweitert, Taufe, Altar und Kanzel 1662 von Georg von Ribbeck gestiftet.
Schlüssel: Montag-Freitag von 11.30-15.30 Uhr im Gemeindebüro, Bahnhofstraße 51, 14612 Falkensee, nach Rücksprache mit dem Gemeindebüro Tel. 03322-3276
Wenige Schritte von der Kirche entfernt erinnert eine Geschichtstafel an das Dorf Seegefeld. Vom Rittergut und seiner Anlage geprägt, lebten in Seegefeld Hüfner und Kossäten in eingeschossigen Fachwerkhäusern. Entlang der Bahnhofstraße befanden sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch einige dieser einfachen, meist mit einer schwarzen Küche versehenen und mit Stroh gedeckten Wohnhäuser. Nun geht es zum nächsten historischen Ortskern von Falkensee – nach Falkenhagen. Sie folgen weiter der Bahnhofstraße und biegen nach ca. 500 Meter in die Freimuthstraße ein. Sie kommen am Falkenhagener Anger mit seinem Teich und einem Spielplatz vorbei und nutzen das Café „Gotthilfs“ am Rand der parkähnlichen Anlage vielleicht für eine Rast. Wem nach Popcorn in verschiedenen Geschmacksrichtungen ist, kann hier schwelgen.
Die Falkenhagener Kirche, ein rechteckiger Feldsteinbau, reicht bis in das 14./15. Jahrhundert zurück. Nach der Zerstörung der Kirche durch einen Brand im Jahre 1676 musste die Kirche grundlegend erneuert werden. Vor der Ostwand der Kirche steht der Altar, der ursprünglich ein Kanzelaltar war. Er ist aus Holz gefertigt und stammt aus dem Jahre 1705. Ebenfalls aus Holz finden Sie neben dem Altar die achtseitige Taufe. Rechts und links des Altars befinden sich zwei stichbogenförmige und bleiverglaste Fenster. Das linke Fenster zeigt symbolisch das Sakrament der Taufe und das rechte Fenster das Abendmahl. Die Kirche hat eine Hufeisenempore, die von Säulen getragen wird. Auf der Westempore steht die Orgel mit einem Manuel, Pedal und sechs Register.
Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr der Sakralbau weitere bauliche Veränderungen. Seit 1997 wurde die Kirche in verschiedenen Bauabschnitten umfassend saniert.
Besichtigung nach Vereinbarung möglich.
Neben der Kirche befindet sich eine weitere Geschichtstafel mit detaillierten Angaben zur Historie von Falkenhagen. Zum nächsten Etappenziel führt der Weg vorbei am ehemaligen Schulhaus des Dorfes. Das in unmittelbarer Nähe zur Kirche errichtete Schulhaus aus dem Jahr 1897 beherbergt heute das „Creatives Zentrum - Haus am Anger". Dann geht es ca. 300 Meter auf der Falkenhagener Straße zum Rathaus von Falkensee.
Das Rathaus ist in unterschiedlichen Bauabschnitten entstanden. Der östliche Gebäudeteil in der Falkenhagener Straße 43/49 wurde 1918 auf dem Grund des damaligen Oberförstereigebäudes errichtet.
Aufgrund des schnellen Wachstums der Gemeinde wurde es notwendig, in einem zweiten Bauabschnitt das Rathaus zu erweitern. 1928 folgte der Erweiterungsbau mit Rathausturm und Sitzungssaal. Der große Rathaussaal ist kultureller Treffpunkt der Stadt. Er bietet Raum für Konzerte, Theater und Feste.
Gegenüber dem Rathaus befinden sich Denkmale einer bewegten Geschichte.
Aus Anlass der 100-jährigen Wiederkehr der Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege im Oktober 1813 wurde das Denkmal „Zu Ehren der Völkerschlacht bei Leipzig 1813" enthüllt. Ein großer Findling trägt die Inschrift „Falkensee 7.10.1961". Er erinnert an die Stadtwerdung Falkensees am 7. Oktober 1961. Das jüngste Denkmal ist den Opfern des Faschismus gewidmet.
Weiter auf der Falkenhagener Chaussee, erreichen Sie nach rund 400 Metern das Museum Galerie Falkensee im historischen Fachwerkhaus. Es ist ebenso wie der Holzbackofen ein eingetragenes Baudenkmal. Jedes Jahr im September steigt hier das traditionelle Backofenfest mit einem kulturellen Rahmenprogramm. An mehreren Ständen wird Kunsthandwerk angeboten.
Zeiteinblicke
Eine große Vogel- und Schmetterlingssammlung dokumentiert die regionale Natur- und Tierwelt. Wir erzählen vom Forschen, Sammeln und Vergleichen.Über die Stadtgrenzen hinaus reicht die Vielzahl archäologischer Fundstücke aus dem Havelland. Darunter Steingeräte, Mammutknochen und irdenes Geschirr aus dem Mittelalter. Auch zeitgeschichtliche Aspekte fehlen nicht. Wir geben Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus, vom Aufbau Falkensees nach dem Zweiten Weltkrieg und vom Leben der Falkenseer im Mauerschatten. Filmdokumente schließen den Rundgang durch die Ausstellung ab. Die Galerie im Erdgeschoss bietet zusätzliche Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, zu dem Ausstellungseröffnungen, Vorträge und Lesungen gehören, verbindet die einzelnen Ausstellungsbereiche.
Heimat aus der Sicht einer Fremden – Gertrud Kolmar in Falkensee-Finkenkrug
Jedes Dorf, jede Stadt oder Region hat etwas Einzigartiges – eine besondere Geschichte oder eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Im Museum Falkensee wird die regionalgeschichtliche Ausstellung mit der Lebensgeschichte und dem Werk der bekannten Lyrikerin Gertrud Kolmar (1894-1943) verknüpft. In der Schönheit und Abgeschiedenheit des Ortes entstand fast ihr gesamtes Werk. Die Rosen im Garten des Vaters und die hinter dem Haus beginnende Landschaft mit Kiefern, Seen, Sandwegen und Tieren fanden Eingang in ihre Gedichtwelt.
Der Gertrud-Kolmar-Rosengarten
Während die Dauerausstellung des Museums Spuren aus dem Leben und Werk Gertrud Kolmars zeigt, bietet der Rosengarten mit seinen Gedichten die Gelegenheit, das Lebensgefühl der außergewöhnlichen Dichterin kennen zu lernen.
Montags, freitags und feiertags ist das Museum geschlossen.
Nun geht es zurück zum Bahnhof. Sie biegen von der Falkenhagener in die Bredower Straße ein, dann in die Geschwister-Scholl-Straße und gelangen so zum einstigen Gutspark von Seegefeld. Der Weg führt nun unter schattigen Bäumen entlang. Der Park soll in den kommenden Jahren zu einer attraktiven grünen Oase mitten in Falkensee entwickelt werden. An seinem südlichen Ende wird dann die Stadt einen neuen Marktplatz erhalten. Über die Scharenbergstraße gelangen Sie zur Bahnstraße und damit zurück zum Bahnhof.
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Bahnhof FalkenseeFinkenkruger Straße/ Bahnstraße
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