Wiener Platz 4
01069 Dresden
Auf Genuss-Tour durch Dresden
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Durch das Schicksal der Zerstörung und den erfolgreichen Wiederaufbau ist die Dresdner Frauenkirche weltweit zu einem Wahrzeichen für Toleranz und Frieden geworden. Das Sakralbauwerk wurde von George Bähr zwischen 1726 und 1743 erbaut. Die als "Steinerne Glocke" bekannt gewordene Kuppel war dabei nicht nur die Krönung der Stadtsilhouette, sondern auch eine architektonische Herausforderung. Nach dem Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 stand die Frauenkirche noch genau einen Tag – und stürzte dann in sich zusammen, weil der Sandstein den hohen Temperaturen nicht gewachsen war. Nach der Wende bot sich die Gelegenheit für den Wiederaufbau, der 2005 mit der Weihe vollendet wurde. Seitdem beschert die Frauenkirche der Stadt als offene Kirche spektakuläre Besucherzahlen.
Ehrenamtliche Kirchenführer stehen zu den Öffnungszeiten bei Fragen bereit. Gegen eine kleine Gebühr können auch Audioguides ausgeliehen werden. Die Unterkirche als Raum der Stille hingegen ist der persönlichen Andacht und dem Gebet vorbehalten. Verschiedene Führungen, etwa nach den Orgelandachten, berichten über die Geschichte, Architektur und religiöse Bedeutung des Sakralbaus. Begegnung und Austausch haben in der Frauenkirche einen hohen Stellenwert. Verschiedene Veranstaltungen – von Gottesdiensten, Konzerten bis hin zu Literaturabenden – unterstreichen diese Bedeutung regelmäßig.
Tickets zu den verschiedenen Veranstaltungen der Frauenkirche erhalten Sie auch vor Ort bei der Dresden Information im Hauptbahnhof sowie im Quartier Frauenkirche (QF) direkt neben dem Wahrzeichen der Stadt.
Eintritt auf Spendenbasis
Im Café des Coselpalais sollten Sie auf jeden Fall Dresdner Eierschecke probieren, die zu den beliebtesten Kuchen der Region mit sehr langer Tradition gehört. Doch erst seit 1925 wird dieser Blechkuchen in der heutigen Form aus dünnem Hefeteig, Quarkmasse und dicker, aufgestrichener Eiermasse angeboten. Dabei hat jeder Bäcker sein wohlgehütetes, überliefertes Familienrezept. Einst konnten sich die Leckerei mit den vergleichsweise teuren Zutaten nur Gutbetuchte leisten. Heute wird die Dresdner Eierschecke gern auch mit Mandeln, Rosinen oder Schokoladenbelag verfeinert. Und wenn Sie dann im Café vor der Kuchentheke stehen, wird es bestimmt nicht nur bei der Eierschecke bleiben, denn die Auswahl ist riesig. Sie können ja mal nach dem Kalten Hund fragen, dem beliebten Kekskuchen.
Im Jahre 1763 erwarb Friedrich August von Cosel, ein unehelicher Sohn August des Starken und seiner Mätresse Gräfin von Cosel, das Areal im Herzen der Stadt. Er ließ ein Wohnpalais im Stil des Dresdner Rokoko errichten und gab ihm seinen Namen. Später ging es in bürgerlichen Besitz über, diente als Hotel und Polizeipräsidium. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 brannte das Palais bis auf die Grundmauern nieder. Nur die Torhäuser blieben erhalten. Von 1998 bis 2000 wurde das Hauptgebäude wieder aufgebaut und beherbergt heute neben Büros auch das beliebte Restaurant und Café im Erdgeschoss.
Nach diesem süßen Auftakt geht es in die Dresdner Neustadt. Der Weg führt über Töpferstraße und Augustusstraße, vorbei am zum Residenzschloss gehörenden Stallhof mit dem Fürstenzug. Dieses 101 Meter lange Wandbild aus Porzellanfliesen von 1876 zeigt 35 sächsische Herrscher sowie Wissenschaftler, Künstler, Handwerker und Bauern. Sie passieren den Schloßplatz mit bestem Blick auf die Semperoper Dresden und laufen auf die Augustusbrücke zu, die seit 1910 die Elbe überspannt und auf kürzestem Weg die Alt- mit der Neustadt verbindet. Hier, auf der anderen Elbseite, erwartet Sie am Neustädter Markt Dresdens berühmtestes Denkmal, der Goldene Reiter.
Das blattvergoldete Denkmal auf dem Neustädter Markt zeigt den Kurfürsten Friedrich August I. (1670–1733), der als August der Starke in die Geschichte einging. Die Statue mit dem Kurfürsten in römischer Rüstung auf einem sich aufbäumenden Lipizzanerhengst wurde schon drei Jahre nach dem Tod des Monarchen enthüllt. Das Denkmal weist den Weg in die innere Neustadt. Ursprünglich war dies das älteste Viertel Dresdens. Im 17. Jahrhundert durch einen Brand fast völlig zerstört, ließ August der Starke das Areal als Barockviertel wiedererrichten.
Schauen Sie vis-à-vis noch bei „Watzke am Goldenen Reiter“ vorbei. Im urigen Brauereiausschank gibt es u.a. unfiltriertes Dresdner Stadtbier und dazu einen herrlichen Blick über die Elbe bis zur Frauenkirche. Zum nächsten Genuss-Ort sind es nur wenige Meter. Folgen Sie der Allee mit alten Platanen, die sich schlicht Hauptstraße nennt, erreichen Sie die Metzer Straße und die Neustädter Markthalle. Zu den Händlern in der Markthalle gehört auch die traditionsreiche Bäckerei Emil Reimann mit eigener Kaffeerösterei, einem großen Feinkost-Sortiment – und dem Original Dresdner Christstollen. Nur wenn der Kuchen das goldene Stollensiegel und das blau-gelbe EU-Qualitätssiegel trägt, handelt es sich um das echte Dresdner Original Christstollen. Rund 120 Bäcker und Konditoren aus der Region dürfen diesen Stollen herstellen. Das Stollensiegel Siegel zeigt übrigens August den Starken als Goldenen Reiter! Also – ran an den Stollen!
Die Neustädter Markthalle entstand auf einem einstigen Kasernen-Gelände und öffnete 1899 ihre Tore. Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurde sie 1949 von der Konsum-Genossenschaft übernommen. Umfangreich saniert, erstrahlt der 86 Meter lange und 30 Meter breite Sandsteinbau seit dem Jahre 2000 in neuem, alten Glanz der Gründerzeit. Das denkmalgeschützte, lichtdurchflutete Gebäude mit Galerie zählt heute zu den schönsten Markthallen Deutschlands. Auf vier Etagen bieten Händler ihre frischen Produkte, regionalen Spezialitäten und Dienstleistungen an, u. a. Bäcker, Blumen- und Obsthändler, Teespezialisten oder Textilpfleger. Auch ein KONSUM-Lebensmittelmarkt und ein Fitnessstudio sind hier zu finden.
Regelmäßig lädt die Markthalle zu Events ein wie zum Kunst-, Antik- und Trödelmarkt, zu Streetfood und zur Konsum Weinmesse.
Frisch gestärkt, sind die 1,5 Kilometer zu Fuß zum nächsten Highlight nur ein Klacks. Sie laufen die Hauptstraße weiter, überqueren die Albertstraße und biegen rechts ab auf die belebte Bautzener Straße. In der Nummer 79 finden Sie „den schönsten Milchladen der Welt“. Den müssen Sie gesehen haben! Bestellen Sie sich ein Glas Milch, schauen Sie sich um … Sie werden staunen!
Die 1880 von den Dresdner Brüdern Paul und Friedrich Pfund gegründete Molkerei lief so erfolgreich, dass die Familie expandieren konnte. Im Jahre 1891 ließen sie in der Bautzener Straße 79 ein neues Haus errichten, das zum Stammhaus des Unternehmens wurde. Im Erdgeschoss richteten sie einen Milchladen ein, den die Brüder gemeinsam mit der Kunstabteilung der Dresdner Steingutfabrik Villeroy & Boch gestalteten. Wände, Decke, Fußboden und Verkaufstresen wurden mit kunstvoll handbemalten Fliesen gestaltet. Die farbigen Motive auf ca. 247 Quadratmetern Fläche zeigen Szenen aus der Milchwirtschaft und Geschichte der Brüder, florale Elemente, Tiere, Fabelwesen und Landschaften. Dieses einzigartige Geschäft blieb von den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg verschont. Im Jahre 1997 wies das Guinness-Buch der Rekorde die Molkerei der Gebrüder Pfund als „schönsten Milchladen der Welt“ aus. Heute werden in diesem besonderen Flair vor allem Käsespezialitäten und regionale Produkte angeboten.
Der Unternehmer Paul Pfund beschäftigte sich auch erfolgreich mit Neuentwicklungen, um nicht verbrauchte Milch weiterverarbeiten zu können. So stellte er als Erster in Deutschland Kondensmilch her, entwickelte Kindernahrung und Milchseife für empfindliche Haut.
Nach diesem Augenschmaus können Sie sich entscheiden: Entweder, Sie beenden hier Ihre Genießer-Tour, nehmen ab der nahen Haltestelle Pulsnitzer Straße die Straßenbahn und fahren zum Bahnhof Dresden-Neustadt. Oder Sie gönnen sich noch ein weiteres Gastronomieerlebnis. Steigen Sie dafür am Albertplatz in die Tram der Linie 7. Nach knapp 20 Minuten stehen Sie nicht nur vor dem Dresdener Hauptbahnhof, sondern auch vor einem futuristischen Kugelhaus. Treten Sie ein und fahren Sie mit dem Fahrstuhl nach oben.
Unter der Glaskuppel des Kugelhauses am Dresdener Hauptbahnhof lädt ein Wirrwarr aus Stahl und Schienen sowie geheimnisvolle Technik zu einem besonderen Restauranterlebnis ein. Im futuristischen Ambiente des Achterbahnrestaurants bestellen die Gäste per Tablet-PC und erhalten die Speisen und Getränke dann über ein ausgeklügeltes Schienensystem direkt an den Tisch. Fisch, Fleisch, Vegetarisches und Veganes werden in der Küche frisch zubereitet und in kleinen Töpfen auf die Reise geschickt. Wie von Geisterhand gesteuert, sausen Flaschen und Töpfe teils über die Köpfe hinweg zu den Gästen. Kinder können nach Buchung hier einen ganz besonderen Geburtstag erleben: Sie dürfen hinter die Kulissen schauen und die bestellten Gerichte selbst auf die Umlaufbahn bringen.
Geschichte, Gegenwart und Zukunft mit allen Sinnen genießen. Was für ein Tag!
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Dresden HbfWiener Platz 4
01069 Dresden