Bahnhofstraße 1
25840 Friedrichstadt
Unterwegs auf den (Wasser-)Straßen von Friedrichstadt
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
An der Mündung des Ostersielzug befindet sich der Bootsverleih Grachten- und Treeneschifffahrt Günther Schröder. Für kleines Geld können hier Tretboote, Stand-Up-Paddel-Boards sowie Kanus ausgeliehen oder Touren auf Ausflugsschiffen gebucht werden. Beim ruhigen Schippern durch die Wasserstraßen lassen sich die am Ufer liegenden Häuschen, die alle über einen eigenen Anleger verfügen, betrachten. Es geht unter Brücken hindurch, vorbei an Entenfamilien, Kanufahrenden und Stand-Up-Paddler:innen. Ein freudiges „Ahoi“ zum Gruß wird manch entgegenkommender Freizeitkapitän gern erwidern. Die Stadt zu umrunden, dauert etwa eine Stunde.
Nach einer ausgiebigen Erkundungstour zu Wasser setzen Sie ihren Weg zu Land fort. Die Strecke führt Sie nun wieder in Richtung Wasserstraßen und am Kriegerdenkmal vorbei. Eine Stärkung können Sie in der „Holländischen Stube“ zu sich nehmen, bevor Sie über die Große Brücke den Mittelburggraben überqueren. Wenden Sie sich nach rechts und schlendern entlang des Wassers, bis Sie das Stadtmuseum erreichen.
Friedrichstadt blickt auf eine lange und interessante Geschichte zurück, die im Stadtmuseum „Alte Münze“ am Mittelburgwall erforscht werden kann. Im Erdgeschoss erwartet Interessent:innen eine anschauliche Ausstellung über die Gründerzeit und Entstehungsgeschichte der Stadt. Friedrichstadts Charme stammt von den Einflüssen holländischer Glaubensflüchtlinge, denen seit der Gründung 1621 Sicherheit und Religionsfreiheit in der Stadt gewährt wurde. Als Gegenleistung errichteten sie Häuser im holländischen Stil, erschufen Grachten als Handelswege zur Eider und Treene. So entwickelte sich Friedrichstadt mehr und mehr zu dem berühmten „Klein Amsterdam“, als das es heute bekannt ist. Im hinteren Teil des Museums befindet sich außerdem der Betsaal der Mennoniten, einer evangelischen Freikirche.
Entlang des Mittelburggrabens führt der Weg Sie auf den historischen Marktplatz von Friedrichstadt, auf dem neun Kaufmannshäuser ein einzigartiges Ensemble bilden. Sie stammen noch aus der Zeit der Stadtgründung vor über 400 Jahren. Dort können Sie leckere Gerichte beim Imbiss „Holländische Spezialitäten“ genießen, wie beispielsweise Poffertjes, im Eiscafé Creppo gibt es obendrein leckeres Soft-Eis und in der Meeresküche Metzner gibts Fischbrötchen auf die Hand. Machen Sie auch Halt an dem 1879 erbauten Brunnenhäuschen und lesen Sie die vier plattdeutschen Verse von Klaus Groth, die darauf zu finden sind. Haben Sie den Marktplatz überquert, ist es nur ein Katzensprung durch die Prinzeßstraße zu Ihrem nächsten historischen Highlight. Nachdem das Museum Alte Münze bereits von der Geschichte und Reiligionsvielfalt berichtet hat, kann diese auch hautnah in der Remonstrantenkirche erlebt werden.
Die 1624 errichtete Remonstrantenkirche ist die einzige ihrer Art außerhalb der Niederlande und gilt als eines der bekanntesten Symbole von Friedrichstadt. Nach ihrer Zerstörung im schleswig-holsteinisch-dänischen Krieg 1850 wurde sie 1854 an derselben Stelle wieder neu aufgebaut. Die Kirche begeistert mit ganz schlichter Gestaltung und zurückhaltend verzierter Architektur. Der Blick ins Innere der Kirche offenbart eine dezente Farbgebung und die Sparsamkeit an Schmuck sowie das Fehlen eines Altars und eines großen Kreuzes. Entsprechend ihres Glaubensbekenntnisses legen Remonstrant:innen keinen Wert auf pompösen Schmuck, sondern auf ihren Glauben samt der hervorgehobenen Grundsätze der Freiheit und Toleranz. In der Kirche finden auch regelmäßig Gottesdienste auf Holländisch statt.
Entlang der Kirchenstraße treten Sie Ihren Rückweg zum Bahnhof an. Biegen Sie links ab und folgen der Prinzeßstraße, finden Sie dort Ilses „Schönes & Sinniges“, ein Shop, in dem Sie alles, über individuelle Dekoration und Wohnaccessoires, Pflegeprodukte, Kleidung, Lederwaren und Feinkostartikel erstehen können. Auf Ihrem Rückweg durch die Westerhafenstraße können Sie außerdem das Geschäft „Tonalto“ entdecken. Ob Teekanne, Schüssel oder Kaffeebecher: Hier gibt es für alle die richtigen Keramikartikel. Nachdem Sie den Fürstenburggraben und die Treene überquert haben, erreichen Sie bald den Bahnhof, um von dort Ihre Rückreise anzutreten.
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