Bahnhofsplatz 3
96515 Sonneberg (Thür)
Ein Spaziergang durch Sonneberg – die Stadt des Spielzeugs
Ein Stadtrundgang für Familien, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im Jahr 1851 eröffneten die USA ein Konsulat in Sonneberg. Zum Konsul ernannte der damalige US-Präsident Fillmore den Spielzeugfabrikanten und Kaufmann Louis Lindner. Lindner besaß seit 1835 ein Anwesen in der heutigen Coburger Straße. Der Garten der Familie war schon damals eine sehenswerte Anlage. Seit dem 21. Juli 1946 ist die Anlage als Stadtpark frei zugänglich und zählt heute zu den Fränkischen Gartenlandschaften „Parks & Gärten – Frankens Paradiese“.
Die alten und großen Gehölze stammen noch aus der Ursprungsanlage des Lindnerschen Gartens, sind also inzwischen fast 200 Jahre alt, ebenso die markante Umzäunung und der Eingangsbereich. Einer der alten Bäume musste gefällt werden. Das rief den Holzbildhauer Roger Schardt auf den Plan. Aus dem Stamm des Baumes schnitzte er die Holzskulptur „Die Sonneberger Stadteule“ – eine beliebte Sehenswürdigkeit im Park.
Die Parkanlage wurde in den letzten Jahrzehnten um neue Gehölze und Stauden ergänzt. Kinder finden hier einen fantasievoll ausgestatteten Spielplatz mit großem Sandkasten, verschiedenen Drehelementen und Rutschen. Am Teich mit Wasserspiel lässt sich gut ein Picknick einnehmen. Im Park wird auch Wissenswertes rund um die Flora und Fauna der Anlage vermittelt.
Vom Stadtpark aus treffen Sie nach knapp 20 Minuten rechter Hand auf den Stadtbrunnen. Er befindet sich neben der Hausnummer 20 in der Unteren Marktstraße. Der Stadtbrunnen ist mindestens seit 1838 in Benutzung, wurde 1849 neu eingefasst und im Jahr 1869 in städtisches Eigentum überführt.
Vom Marktplatz aus regelte der Stadtrat bereits im 15. Jahrhundert die Geschicke Sonnebergs. Hier befanden sich im Laufe der Jahrhunderte nacheinander etwa fünf Rathäuser. Das heutige Alte Rathaus wurde nach dem Stadtbrand 1840 nach Plänen des Baumeisters Carl Alexander Heideloff im neugotischen Stil errichtet.
Mitten im alten Stadtzentrum Sonnebergs sind Haie und Rochen, Schildkröten, Seepferdchen und Clownsfische zu Hause.
Auf 900 Quadratmetern Fläche leben in Aquarien und Schaubecken zahlreiche Meerestiere. Insgesamt 21 Reptilienarten, 100 Fischarten und auch exotische Säugetiere sind hier in artgerecht gestalteten Indoor-Habitaten anzuschauen. So in der „Savanne“ im Obergeschoss, wo es sich eine Erdmännchenfamilie, riesige Anakondas und afrikanische Riesenschildkröten gut gehen lassen. Täglich um 11 Uhr und 14 Uhr werden die Erdmännchen gefüttert, die Haifütterung findet mittwochs und sonntags zwischen 15 und 15:30 Uhr statt.
Urwald- und Piratenspielplatz sind bei den Kindern sehr beliebt. Die Erwachsenen gönnen sich in einer der Oasen eine Pause bei einem Kaffee.
Sie halten sich jetzt südwärts. Ihr Weg führt durch Alleen und Grünanlagen direkt auf die Stadtkirche St. Peter zu.
Bei der Planung der Sonneberger Stadtkirche im neugotischen Stil hatte der Architekt Carl Alexander Heideloff die Nürnberger Lorenzkirche als beispielgebend im Sinn.
Beim Stadtbrand war der Vorgängerbau St. Johannis auf dem Markt zerstört worden. St. Peter wurde am 11. Mai 1845 eingeweiht. Die Doppelturmfassade ist 45 Meter hoch und prägt das Stadtbild weithin. Den gotischen Altar flankiert eine Kreuzigungsgruppe, deren Figuren noch aus dem 15. Jahrhundert stammen.
Eine Besonderheit sind die drei Stahlglocken. Sie erklangen einst in Berlin von der St. Andreas Kirche, die im Krieg zerstört worden war. Seit 1950 werden sie hier in Sonneberg geläutet. Die ursprünglichen Sonneberger Glocken mussten im Jahr 1942 für Kriegszwecke abgegeben werden und wurden eingeschmolzen.
Es lohnt sich, wenn Sie sich in der Kirchstraße ein wenig umsehen. Die Villen in der Straße geben einen Eindruck davon, wie die Kaufleute hier einst lebten und welcher Wohlstand durch die Herstellung und den Verkauf von Spielzeug im 19. Jahrhundert über einzelne Familien kam.
Von der Stadtkirche bis zum Spielzeugmuseum ist es nur noch eine kurze Strecke. Sie passieren das Denkmal für August Schleicher. Er war Sohn dieser Stadt und im 19. Jahrhundert ein berühmter Sprachwissenschaftler.
Das Museum wurde 1901 als Industrie- und Gewerbeschule gebaut. Lehrer Paul Kunze (1867 – 1953) regte zeitgleich die Gründung eines Industrie- und Gewerbemuseums für das Meininger Oberland an. Sonneberg galt damals bereits weltweit als bedeutende Metropole der Spielzeugherstellung. Kunze wollte mit seiner Initiative die Entwicklung des Handwerks und Gewerbes, vor allem aber der Spielzeugherstellung in der Region dokumentieren und einen Beitrag für die Bildung und den Erfolg der Spielwarenhersteller leisten.
Inzwischen erstreckt sich die Sammlung über drei Museumsgebäude, ist museumspädagogisch begleitet und durch Spiel- und Aktivzonen gut aufgelockert. Es darf also auch gebaut, geformt, experimentiert und vor allem gespielt werden.
Es gibt die Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen. Gezeigt werden technisches Spielzeug, die Geschichte der Spielpuppe, die Entwicklung der Spielzeugherstellung vom frühen Handwerk bis zur industriellen Fertigung und die kulturhistorische Bedeutung des Spielens selbst.
Zu sehen sind Spielzeuge aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Materialien reichen von Brotteig, Papiermaché, Textil, Holz, Metall bis hin zu modernen Kunststoffen. Aber auch Spielzeuge aus dem alten Ägypten, dem antiken Griechenland oder aus anderen Weltgegenden wie Afrika und Asien sind hier gesammelt und in ihrem historischen Zusammenhang erfahrbar.
Ein Erlebnis für die ganze Familie, für Verspielte, Technikbegeisterte, Neugierige, Kreative und für Kulturinteressierte.
Sie passieren nun den Juttaplatz mit seiner Grünanlage und dem darauf befindlichen „Sonneberger Reiterlein“, dem Stadtmaskottchen. Der Platz ist benannt nach Jutta Gräfin von Henneberg, die dem Ort 1349 das Stadtrecht verlieh.
In der Beethovenstraße 29 begegnet Ihnen das SOMSO-Museum. Es ist nur mit Voranmeldung zu besichtigen. Die Firma SOMSO in Sonneberg stellt seit 140 Jahren anatomische Modelle her. Daraus ergibt sich eine weitere Einmaligkeit: Nur in der Sonneberger Berufsschule kann man den Beruf des Biologiemodellmachers lernen. Das Museum gibt einen Überblick über die Geschichte und die Entwicklung des anatomischen Modells.
In der Bahnhofstraße 29 erreichen Sie Ihr nächstes Ziel, die Firma Martin Bären GmbH, die Teddybären-Manufaktur, der ein besonders kuschliges Museum angeschlossen ist.
Wer den größten und den kleinsten Teddybären der Welt sehen und auch sonst alles Wissenswerte rund um die Geschichte der niedlichen Plüschgesellen erfahren möchte, der sollte das Deutsche Teddybärenmuseum besuchen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Teddybär erfunden, als zunächst männlich besetztes Pendant zu den Spielzeugpuppen.
Das Museum wurde von der Familie Martin gegründet, die in langjähriger Tradition eine Teddybären-Manufaktur führt. Hier werden die Teddybären noch in alter Manier, mit natürlichen Materialien und vollständig in Handarbeit hergestellt. Die Teddys sind zu besichtigen und im Shop auch käuflich zu erwerben.
Ein besonders beliebtes Highlight des Museums ist das eigenhändige Teddybärenstopfen.
Im Museum haben etwa 1000 Teddybären ihr Zuhause. Und sogar eine Teddybären-Mafia ist hier versammelt, die sich gern mit Besuchern fotografieren lässt.
Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof entlang der Bahnhofstraße begegnen Ihnen noch einmal Teddybären. Die Skulpturengruppe auf dem PIKO-Platz wurde von dem expressionistischen Maler und einstigen Spielzeugdesigner Ali Kurt Baumgarten (1914 – 2009) erschaffen. Er hat nahe Sonneberg gelebt und gearbeitet. Der Name des Platzes wird Modelleisenbahnfreunde aufhorchen lassen. Noch heute produziert sie hier, die Firma PIKO, berühmt für ihre PIKO-Modelleisenbahnen.
Sicher haben Sie nach einem so erfüllten Tag ordentlich Hunger bekommen. Dann sollten Sie sich einen Abstecher in die Cuno-Hoffmeister-Straße 5 gönnen, denn dort bietet das Kesselhaus köstliche Gerichte für jeden Hunger und jeden Geldbeutel (Di, Mi, Do, So ab 11.00 Uhr, Fr ab 17 Uhr, Sa ab 15 Uhr, Tel. 03675 4263502).
Von hier sind es nur noch 600 Meter zum Haltepunkt Sonneberg (Thür.) Hauptbahnhof, wo Sie mit der Bahn wieder nach Hause fahren.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Sonneberg (Thür.) HauptbahnhofBahnhofsplatz 3
96515 Sonneberg (Thür)