Bahnhofstr.
39104 Magdeburg
Magdeburg an der Elbe
Ein Stadtrundgang für Familien und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Künstler und Architekt Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000) plante die Grüne Zitadelle von Magdeburg bis kurz vor seinem Tod. Im Oktober 2005 wurde das viel diskutierte Bauwerk eingeweiht. Hundertwasser wollte eine „Oase für Menschlichkeit und für die Natur in einem Meer von rationellen Häusern“ schaffen und auch zur Diskussion über die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Architektur anregen. Nicht jeder sah in der verspielten, außergewöhnlichen Architektur eine Gewinn für die Stadt, doch heute ist die Grüne Zitadelle eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Magdeburgs. Das Gebäude beherbergt Mietwohnungen, dazu Geschäfte, Restaurants und Cafés rund um die öffentlich begehbaren Innenhöfe sowie ein Hotel mit 41 Zimmern.
Mehrmals täglich werden Führungen angeboten, die am Info-Shop vor Ort starten. Hier gibt es auch die Tickets. Infos unter Tel. 0391 597559 40 (Mo-Fr 10-18 Uhr) oder per E-Mail an info@gruene-zitadelle.de
Über den Domplatz gelangen Sie gleich zur nächsten Attraktion, dem Dom „St. Mauritius und St. Katharina“. Seine über 100 Meter hohen Türme sind nicht zu übersehen.
In der von ihm gestifteten Kirche liegt Kaiser Otto I. (912–973), auch Otto der Große genannt, in einem steinernen Sarkophag begraben. Auch seine über alles geliebte erste Gemahlin Editha (910–946) fand mittlerweile hier ihre letzte Ruhestätte. Im 10. Jahrhundert baute Otto I. ein Weltreich auf, das später als Heiliges Römisches Reich bezeichnet wurde. Magdeburg, die Morgengabe Edithas – also ihr großzügiges Hochzeitsgeschenk – war Ottos Lieblingsresidenz und neben Rom und Konstantinopel ein wichtiges Herrschaftszentrum.
Der Magdeburger Dom gehört zu den größten und ältesten Kirchenbauten Deutschlands. Seine Ursprünge gehen zurück auf das Jahr 937. Otto I. stiftete ein Kloster zu Ehren des Heiligen Mauritius und ließ dessen Kirche 968 zur Kathedrale erheben – sie war damit Sitz eines kirchlichen Erzbischofs. Für die Ausstattung ließ Otto I. antike Kostbarkeiten aus Italien herbeischaffen, darunter Säulen aus Kaiserporphyr, Marmor und Granit. Nach seinem Tod im Jahr 973 wurde Kaiser Otto I. im Dom in einem Steinsarkophag beigesetzt.
Nach einem Stadtbrand im Jahr 1207 ließ Erzbischof Albrecht II. für seine Gemeinde einen modernen Neubau errichten, einen gotischen Kathedralbau, der erst 1362 geweiht wurde. Die bis zu 104 Meter hohen Westtürme konnten sogar erst 1520 vollendet worden.
Bis heute sind originale Ausstattungsstücke des Doms aus nahezu allen Kunstepochen erhalten: Reste aus der ottonischen Zeit, die originale Grablege Kaiser Ottos I. und seiner ersten Gemahlin Editha, romanische Bronzegrabplatten, frühgotische Sandsteinskulpturen – wie die berühmten Portalfiguren der klugen und törichten Jungfrauen –, das Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert, Renaissancebilder und Werke des 20. Jahrhunderts, wie das Anti-Kriegs-Denkmal Ernst Barlachs.
Gegenüber dem Dom eröffnete im November 2018 das Dommuseum Ottonianum Magdeburg, das anhand originaler Ausstellungsstücke die Geschichten von Kaiser Otto dem Großen und seiner Königin Editha sowie des Erzbistums Magdeburg erzählt und die archäologischen Forschungen rund um den Dom erklärt.
An der Kreuzung einer alten Handelsstraße mit der Elbe ragt der Magdeburger Domhügel empor. Kaiser Otto I. (912 – 973), auch Otto der Große genannt, machte Magdeburg zur bedeutenden Metropole und Sitz seines neu gegründeten Erzbistums. Viel Arbeit und großer Aufwand wurde ab Mitte des 10. Jahrhunderts in den Ausbau von Stadt und Dom gesteckt, so ließ Otto kostbaren römischen Bauschmuck über die Alpen nach Magdeburg bringen.
Das Dommuseum Ottonianum Magdeburg, direkt am Dom und nur 10 Minuten vom Hauptbahnhof Magdeburg entfernt gelegen, präsentiert auf 650 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Geschichte des Erzbistums Magdeburg, dazu spektakuläre archäologische Funde rund um den Dom und die Geschichte der großen Liebe zwischen Kaiser Otto und der englischen Prinzessin Editha von Wessex.
Zu sehen sind kostbare Stücke aus den Grabausstattungen der Erzbischöfe Wichmann von Seeburg und Otto von Hessen, antike Bauteile vom Domplatz und weitere originale Exponate. Ein interaktives Echtzeitmodell des Magdeburger Doms, Film-, Hör- und Medienstationen lassen die Vergangenheit aufleben und erzählen spannende Geschichten aus jener Blütezeit Europas.
Hinweis zur Ticketbuchung: Es wird empfohlen, Tickets rechtzeitig vorab online auf der Webseite des Dommuseums Ottonianum zu erwerben. Diese gelten für eine vorab ausgewählte Zeit am Wunschtag für jeweils eine Stunde.
Hinweis zur Barrierefreiheit: Das Dommuseum Ottonianum ist stufenlos zugänglich. Die Ausstellungsräume sind rollstuhlgerecht ausgebaut, barrierefreies WC ist vorhanden.
Sie können jetzt noch einen kleinen Abstecher in den grünen Fürstenwallpark machen, sich dort den mittelalterlichen Festungsturm der Bastion Cleve ansehen und von der Aussichtsplattform an der Elbe den herrlichen Blick genießen.
Über die Regierungsstraße kommen Sie in wenigen Schritten zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Kunstmuseum im Kloster Unser Lieben Frauen.
Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen verbindet eindrucksvoll zeitgenössische Kunst und mittelalterliche Architektur. Es liegt in einer Klosteranlage aus dem 11. bis 13. Jahrhundert, die zur „Straße der Romanik“ gehört.
Auf fünf Etagen wird eine große Auswahl internationaler Kunst nach 1960 präsentiert, hinzu kommen historische Skulpturen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert sowie wechselnde Ausstellungen internationaler Gegenwartskunst.
Der bis heute im Kern erhaltene Gebäudekomplex entstand größtenteils in der Epoche der Romanik um 1063/64 und wurde ab 1129 fertiggestellt. Der Magdeburger Erzbischof Norbert von Xanten überschrieb das Kloster Unser Lieben Frauen dem von ihm gegründeten Orden der Prämonstratenser, dessen Mitglieder die Räume bis 1632 bewohnten. Die romanische Marienkirche des Klosters wurde im 13. Jahrhundert frühgotisch eingewölbt. Bis heute faszinieren die markante Turmgruppe, der Kreuzgang mit Tonsur, die Tonnengewölbe im Nordflügel, die Kapitelle im Kreuzgang und weitere architektonische Besonderheiten.
Auf der Großen Klosterstraße und dem Fürstenwall schlendern Sie nun hinunter zur Elbpromenade. Neben Ihnen rekeln sich die Wassermassen der Elbe, während Sie knapp 20 Minuten und 1,5 Kilometer Richtung Norden wandern, zur Lukasklause mit dem Otto-von-Guericke Museum.
Auf halbem Weg bietet sich der Petriförder für eine Pause an. Hier halten die Schiffe der Weissen Flotte, locken Gaststätten und Strandbar zur Erfrischung.
In der Lukasklause im historischen Wehrturm lassen Sie Ihrer Neugier freien Lauf und erkunden Lebensweg und Forschung von Otto von Guericke. Mit seinem spektakulären Halbkugel-Experiment demonstrierte der 1602 in Magdeburg geborene Pionier der Luftdruck-Forschung eindrucksvoll die Wirkung des Vakuums: Einer hohlen Kugel aus zwei kupfernen Hälften entzog er über ein Ventil vollständig die Luft. Das entstandene „Nichts“ war so stark, dass acht auf jeder Seite angespannte Pferde die Kugelhälften nicht auseinanderziehen konnten.
Seit 1995 beheimatet die Lukasklause das Otto-von-Guericke-Museum mit einer ständigen Ausstellung zu Leben und Werk des berühmten Naturforschers Otto von Guericke (1602 – 1686). Der Magdeburger Bürgermeister und Ingenieur Otto von Guericke wurde durch die Erfindung der Vakuumluftpumpe und durch seinen spektakulären "Magdeburger Halbkugelversuch" weltweit bekannt. Im Museum kann der Besucher seine Experimente, wie Galgenversuch und Windbüchse, nachvollziehen. Darüber hinaus präsentiert die Otto-von-Guericke-Gesellschaft e. V. auf zwei Etagen originalgetreue Nachbauten von Pumpen und Experimentiergeräten. Die Ausstellung veranschaulicht die großen Verdienste Otto von Guerickes für die klassischen Naturwissenschaften.
Außerhalb der regulären Öffnungszeiten können Gruppen gern auch Führungen vereinbaren unter Tel. 0391 563 909 80 oder per E-Mail an guericke-zentrum@ovg-stiftung.de.
Laufen Sie zurück zum Petriförder und biegen Sie ab Richtung Johanniskirche, in der sich die Gruft der Familie von Guerickes befindet. Weiter geht’s zum Rathaus und dem Alten Markt. Hier finden Sie die beiden Ottos in einträchtiger Nähe: von Guericke ist ein Denkmal gewidmet, der Goldene Reiter soll Otto I. darstellen (das Original befindet sich im Kulturhistorischen Museum). Vielleicht nicken Sie den beiden, die Sie ja nun ein wenig kennengelernt haben, freundlich zu, bevor Sie noch etwas die Innenstadt erkunden oder gleich über die Ernst-Reuter-Allee – mit Abkürzung durch das City Carré – zurück zum Hauptbahnhof gehen.
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