Willy-Brandt-Platz
04109 Leipzig
Architektur in Leipzig
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das erste Leipziger Hochhaus wurde von einem jüdischen Bankier mit einem eigentlich nur Kirchen und Stadthäusern vorbehaltenen Glockenwerk ausgestattet. Seitdem wird am Augustusplatz auf dem Dach des Krochhochhauses von zwei Männern, Vater und Sohn, mit großen Hämmern die Stunde geschlagen.
Der Vorschlag des Architekten, das schmale Grundstück mit elf Geschossen effektiver zu nutzen, löste zunächst Proteste aus. Zur endgültigen Entscheidung wurde auf die neu gefertigten sieben Geschosse eine viergeschossige Attrappe aufgesetzt. Erst danach entschied man über den Bau des Hochhauses mit noch vier weiteren Geschossen. Der mit Kalkstein verkleidete Stahlbetonbau lehnt sich in der Gestaltung an den Uhrturm auf dem Markusplatz in Venedig an. Die Verkleidung und die bauplastischen Teile des Hochhauses bestehen aus Muschelkalk. Unterhalb der Figuren befindet sich die lateinische Inschrift „Omnia vincit labar“ (Arbeit überwindet alles). Die Uhr im 10. Obergeschoss wird von zwei Löwendarstellungen flankiert. Auch können die Mondphasen an der Uhr abgelesen werden. In der ehemaligen mit Art déco-Interieur ausgestatteten Schalterhalle des Bankhauses Kroch befindet sich das Ausstellungszentrum der Universität Leipzig.
Als Gegengewicht dazu wurde 1929 das in der Nähe befindliche Europahaus gebaut.
Das Europahaus ist nicht wie das Krochhaus an historischen Vorgängern orientiert, sondern ganz der Moderne zugetan. Dabei wurde auf die Monumentalität, die in Amerika praktiziert wurde, verzichtet. Der Architekt legte Wert darauf, dass das Hochhaus in das Stadtbild Leipzigs passte.
Das Europahaus überragt mit seinen 54 Metern Höhe seinen Vorgänger nur um 13 Meter. Die Fassade ist mit Muschelkalkplatten versehen. 1965 wurde die Eingangshalle bei einem Umbau mit Pfeilarkaden geschmückt. Bei dem Umbau ging allerdings die gastronomische Nutzung der Dachterrasse verloren.
Das Haus wurde nicht mit Ornamenten oder anderen Schnörkeln verziert. Das einzige Element, das der Verschönerung dient, ist die horizontale Beschriftung „Europahaus“. Auch die Reihen kleinteilig gegliederter Fenster dienen der Funktionalität. Ansonsten betonen nur die Pfeiler zwischen den Fenstern die vertikale Ausrichtung.
Weiterer Programmpunkt der Stadttour ist das Gebäude des Grassimuseums. Der Grimmaische Steinweg führt direkt auf den Museumsbau zu. Mit stilistischen Anklängen an Neue Sachlichkeit und Art déco gilt es als eines der wenigen deutschen Museumsneubauten aus der Zeit der Weimarer Republik.
Das Grassimuseum ist ein Museumsquartier im Herzen von Leipzig. Es beherbergt drei Museen von internationalem Rang: Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst, das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig und das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig. Gemeinsam veranstalten sie als "Museen im GRASSI" verschiedene Großveranstaltungen, wie den "Tag der offenen Tür" oder das "GRASSIFEST" für die ganze Familie.
Der Gebäudekomplex im Art déco-Stil wurde zwischen 1925 und 1929 errichtet. Mit seinen Innenhöfen und dem angrenzenden parkähnlichen Alten Johannisfriedhof stellt das Areal einen einzigartigen kulturellen Anziehungspunkt und zugleich einen Ort der Ruhe und Entspannung am östlichen Rand der Innenstadt dar. Seinen Namen verdankt das Haus dem Kaufmann und Mäzen Franz Dominic Grassi.
Die Prager Straße führt zum Ostplatz, hier gehts nach rechts in den Friedenspark. Die Parktour beginnt mit einem Besuch des Apotheker-Gartens und eines Duft- und Tastgartens. Durch die Bäume glänzt schon in der Ferne die goldene Kuppel der Russischen Gedächtniskirche, die am südlichen Rand des Parkes steht. Sie wurde zu Ehren der 22.000 russischen Soldaten gebaut, die während der Völkerschlacht 1813 ihr Leben ließen. Überqueren Sie die Semmelweisstraße und umrunden den vor Ihnen liegenden Gebäudekomplex. Sie stehen vor der Deutschen Nationalbibliothek.
Um die jährlich 300.000 neu veröffentlichten Titel deutschsprachiger Verlage einlagern zu können,
war bislang alle 30 Jahre eine Gebäude-Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig nötig. So ist seit 1912 ein facettenreiches Ensemble entstanden mit Hauptgebäude, Bücherturm und Erweiterungsbauten. Sie beherbergen neben der Deutschen Nationalbibliothek und dem Deutschen Musikarchiv auch das Deutsche Buch- und Schriftmuseum. In dem ältesten Buchmuseum der Welt sehen Sie eine kostbare Sammelhandschrift von 1481 und Kurioses wie abgetippte Karl-May-Romane aus der DDR-Zeit.
Der Stadtrundgang führt nun wieder auf die Semmelweisstraße, links geht es weiter zu einem beeindruckenden Kuppelbau.
Ende der 1920er Jahre machte der Bau einer Großmarkthalle in Leipzig von sich reden. Der bis heute sogenannte Kohlrabizirkus wurde mit zwei Kuppeln ausgestattet, die mit einer Spannweite von 75 Metern bei einer Gebäudehöhe von 29 Metern die größten Massivkuppeln der Welt waren. Seit der Spielsaison 2018 ist der Kohlrabizirkus Heimspielstätte der Exa Icefighters, der Leipziger Eishockey-Mannschaft.
Von Oktober bis März ist die Eishalle mittwochs bis sonntags auch für Hobby-Schlittschuhläufer geöffnet.
Gleich neben dem Kohlrabizirkus befindet sich der S-Bahnhof Leipzig MDR.
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