Bahnhofstr. 3
06749 Bitterfeld-Wolfen
Viel Wasser und weite Aussichten in Bitterfeld
Ein Stadtrundgang für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Dem Sammler und Forscher Emil Obst, der Ende des 19. Jahrhunderts als Feldvermesser nach Bitterfeld kam, ist der Grundstock für eine umfassende Geschichtssammlung zu verdanken, die sich bis heute um die Themen Mittelalter, Biologie, Geologie und Ballonfahrt erweitert hat. Informatives und Kurzweiliges gibt es in den Dauer- und Sonderausstellungen zu erleben, jüngere Besucher haben besonders in den interaktiven Kinderspielecken ihre Freude. Besonderes Highlight ist der Bernsteinkeller. Hier sind einige Fundstücke der 425 Tonnen Bernsteine zu besichtigen, die im ehemaligen Braunkohletagebau Goitzsche aus den Glimmersanden unter dem Bitterfelder Braunkohleflöz bergmännisch gewonnen wurden.
Nachdem Sie so viel zur Geschichte Bitterfelds erfahren haben, wird es an der nächsten Station der Tour um die wohl wichtigste Ressource der Erde gehen – Wasser. Vom Markt aus überqueren Sie die Burgstraße. Dann laufen Sie auf der Mühl- und später der Berliner Straße reichlich einen Kilometer immer geradeaus bis zum Wasserzentrum Bitterfeld. Es befindet sich am Ufer des Großen Goitzschesees, der das Ergebnis des zwischen 1998 bis 2002 gefluteten Tagebaues Goitzsche ist.
Aus dem 1992 stillgelegten Wasserwerk ist in den letzten Jahren ein Informations- und Bildungszentrum entstanden. Aus dem Gedanken, das Bitterfelder Wasserwerk in die Konzeption der Wasserfront mit einzubeziehen und einer öffentlichen Nutzung zuzuführen, entstand 1996 die Idee für die Nutzung der Anlagen und Gebäude aus den Jahren 1910 bis 1983 durch Umwandlung in ein Wasserzentrum. Seit der Umgestaltung demonstrieren vorhandene Anlagentechnik, ergänzt durch Nachbildungen, Modelle und funktionstüchtige Kleinanlagen, dem Besucher den Weg des Trinkwassers von der Gewinnung bis zur Abwasseraufbereitung unter Einbeziehung der historischen Entwicklung. Ausstellungen informieren über Bedeutung und den Umgang mit der begrenzten Ressource "Wasser", Wasser und Umwelt, die Wechselwirkungen zwischen Wasser und Fauna/Flora, Biologie und Hydrologie der Gewässer und Flüsse der Region - einschließlich des entstandenen Goitzsche-Sees - und die Vielfältigkeit der Wassernutzung. An Experimentierplätzen können sich vor allem Kinder und Jugendliche je nach Alter spielerisch oder im Versuch mit den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers und der vielschichten Problematik Wasser und Umwelt auseinandersetzen. Wasserbecken mit unterschiedlichem Besatz, Wasserspiele, eine dem Charakter des Wasserzentrums entsprechende Begrünung auf den Freiflächen des ehemaligen Wasserwerksgeländes und eine gastronomische Einrichtung verbinden die Elemente der Information, Bildung und Erholung.
Wem es nach soviel Wasser nach etwas Handfestem verlangt, dem wird die mediterrane Küche vom Restaurant Seensucht gerade richtig kommen. Auf dem Weg dorthin begegnen Sie der Biermannschen Villa, ein Bau im Stil der Neorenaissance. Es war die Fabrikantenvilla der Gebrüder Biermann, die so direkt auf die von ihnen 1883 nahe der Mulde gegründeten Pappenfabrik schauen konnten. Bis 1990 wurde hier produziert, dann kam das Aus für die Fabrik. Die Mulde ist aber seit der Flutung des Tagebaurestlochs zum Großen Goitzschesee mutiert und macht die Villa zum Haus am See. Es beherbergt heute ein Hotel und Restaurant. Ein paar Meter weiter steht das Kontrastprogramm: ein heller Restaurant-Turm mit Laubengang und einer Almhütte.
Seensucht´s Erlebniswelt ist mehr als nur ein Restaurant am Yachthafen Marina Bernsteinsee. Wunderschön gelegen an der Uferpromenade des Goitzschesees finden Sie hier das a la carte Restaurant, eine Almhütte und mit der Lucia einen einzigartigen Katamaran auf einem Binnengewässer.
Die Küche zeichnet sich durch hohe handwerkliche Qualität aus und achtet bei der Zubereitung auf frische regionale und saisonale Produkte. Ein besonderes Highlight sind die Steaks aus dem spanischen Jospergrill.
Eine Eventlocation für Feiern ist die Seensucht's Alm. Hier wird alpin - mediterraner Genuss auf einer Reise durch die südlichen Ausläufer der Alpen garantiert. Frische Seebrisen treffen auf gesellige Alpenharmonien. Übernachtungsgäste finden auf der Lucia ein Luxushotel auf dem Wasser, welches süße Träume unterm Sternenhimmel ermöglicht.
Sie haben ihn sicher bereits gesehen, den Pegelturm.
Fast scheint es, als ob ein überdimensionaler Bohrer im Grund des Goitzschesees steckt. Aber weit gefehlt: der Pegelturm schwimmt auf der Oberfläche des Wassers. Zwei gegenläufige Treppen erlauben den Aufstieg in 26 Meter Höhe zu einer phantastischen Aussicht auf Bitterfeld und die umliegenden Gemeinden, ja bei guter Fernsicht sogar bis Leipzig.
Sie befinden sich nun wieder auf dem Rückweg der Tour. Aber bevor es zum Bahnhof geht, statten Sie noch einem weiteren Aussichtspunkt einen Besuch ab. Statt wieder zurück in die Innenstadt zu gehen, schwenken Sie nach links und bleiben am Ufer des Großen Goitzschesee. Die Niemegker Straße und die Parkstraße führen direkt auf ein brückenähnlichen Bauwerk zu.
Es ist ein Kunstwerk, das die Phantasie anregt. Ist es eine Brücke? Ein Schwibbogen? Sind es Schaufeln eines Braunkohlebaggers? Der Künstler Claus Bury schuf mit dem Bauwerk eine Klammer zwischen der Industrie vergangener Tage und einem modernen Chemie-Park, zwischen dem Tagebau von gestern und der daraus entstandenen Seenlandschaft von heute. Der Bogen ist 28 Meter hoch und eine Rampe führt einen halben Kilometer lang im Zickzack nach oben.
Nun geht es wieder zurück zur Parkstraße. Von hier aus nach rechts ein Stück am Ufer des Strengbachs entlang führt der Weg nach links in die Innenstadt und zum Bahnhof Bitterfeld.
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BitterfeldBahnhofstr. 3
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