Bahnhofstr. 34
39576 Stendal
Hansestadt Stendal mit Backsteingotik und Domschätzen
Ein Stadtrundgang für Familien, Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Im ehemaligen Katharinenkloster aus dem 15. Jahrhundert fand das Altmärkische Museum sein Domizil. Das Regionalmuseum berichtet über die Geschichte der Stadt Stendal und der Altmark. Bereits seit 1888 gibt es die Sammlung, zu der sakrale Plastiken, Stendalisches Silber und Informationen zu altmärkischen Persönlichkeiten gehören. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen die Dauerausstellung. Im Klostergarten entdecken die Besucher Kräuterbeete, alte Obstsorten, Hopfen und den Schattengarten.
Die Katharinenkirche lädt heute als Musikforum Stendal zu Konzerten, Ausstellungen und Lesungen ein. Brautpaare können sich in der besonderen Atmosphäre der Backsteingotik auch standesamtlich trauen lassen.
Laufen Sie die Hospitalstraße nun zurück und passieren Sie nach wenigen Metern mit dem Pulverturm den letzten erhaltenen Wehrturm der Stadt. So gelangen Sie zum Dom St. Nikolaus mit seinen berühmten farbigen Glasfenstern.
Der Dom St. Nikolaus gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der norddeutschen Backsteingotik. Die heutige gotische Stiftskirche – eine dreischiffige Halle – entstand im 15. Jahrhundert. Am Haupteingang stehen Sandsteinplastiken aus der Zeit um 1370/80, die die beiden Schutzheiligen der Kirche, Nikolaus und Bartholomäus, darstellen. Die größten Schätze des Doms sind die 22 Buntglasfenster und das eichene Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert. Die Fenster wurden in den Jahren 1425 bis 1480 errichtet, etwa die Hälfte der Glasmalerei stammt noch aus dem Mittelalter.
Öffnungszeiten Oktober bis April:
in der Regel Sa und So: 13 – 16 Uhr
im Januar und Februar auf Anfrage
- geöffnet zu den Veranstaltungen
- auf telefonische Anfrage im Gemeindebüro geöffnet
Die Straße Am Dom führt zur Hallstraße, die Sie nun direkt zum Markt bringt. Das Rathaus zeigt einen Stilmix von Anfang des 15. Jahrhunderts bis Ende des 19. Jahrhunderts und beherbergt die älteste profane Schnitzwand Deutschlands von 1462. Hier ist auch die Tourist-Information zu finden. Über den Marktplatz wacht der sieben Meter große steinerne Roland, eine Kopie des Originals von 1525, oft als Zeichen für die Rechte der mittelalterlichen Stadt wie den Handel interpretiert. Stendal lag damals günstig an der Kreuzung zweier Handelsstraßen und wurde zum Umschlagplatz zwischen Binnenland und Seehandel. Zur Hansezeit häuften die Kaufleute der Stadt Reichtümer an, mit denen Prächtiges gebaut wurde. Vieles davon können Sie heute noch bewundern. Gleich hinter dem Rathaus erheben sich majestätisch die Türme der Marienkirche.
Stolze 82 Meter hoch hinauf ragen die Doppeltürme der Ratskirche St. Marien und sind damit sogar noch einen Meter höher als die beiden Türme des Doms. Die Kirche diente der Stendaler Kaufmannsgilde als Hauptpfarrkirche. Der Legende nach haben die Stendaler den Dom nie als ihre Kirche akzeptiert, und auch heute noch halten Touristen die gotische Marienkirche im Zentrum der Stadt für den Dom. Bemerkenswert sind der Flügelaltar, die reich geschmückte Kanzel und die hanseatische astronomische Uhr unterhalb der Orgelempore. Die drei mal drei Meter große Uhr stammt vermutlich aus der Zeit um 1580. Sie zeigt den Tag mit 24 Stunden an, so dass der kleine Zeiger mittags um 12 Uhr nicht ganz oben, sondern unten steht.
In der Marienkirche finden neben den Gottesdiensten auch Orgelkonzerte und andere Konzerte statt.
An die Pfarrkirche schließt sich die Breite Straße an. Hier präsentieren sich restaurierte Häuser mit schmuckreichen Fassaden aus der Gründerzeit und Elementen des Jugendstils, dazwischen Geschäfte, Cafés und Restaurants. Biegen Sie von der Breiten Straße links in die Rohrstraße ein, gelangen Sie zur Winckelmannstraße mit dem Winckelmann-Museum. Es ist dem berühmtesten Sohn der Stadt gewidmet, der hier 1717 zur Welt kam: Johann Joachim Winckelmann. Er gilt als Begründer der klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. Möchten Sie mehr über den umtriebigen Gelehrten erfahren, der hierzulande relativ unbekannt ist, dann schauen Sie einfach hinein.
Das Museum befindet sich an der Stelle des Geburtshauses von Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). Es wurde bereits 1955 eröffnet und ist das einzige, das sich mit dem Leben und Wirken des bedeutendsten europäischen Gelehrten des 18. Jahrhundert befasst. Winckelmann gilt als Begründer der klassischen Archäologie und neueren Kunstwissenschaft. Die ständige Ausstellung lässt Besucher den beeindruckenden Weg des Schuhmachersohns aus der preußischen Provinz nachvollziehen, der über allerlei Umwege 1755 nach Rom gelangte, um die Meisterwerke der Antike zu studieren. 1763 ernannte ihn der Papst – als ersten Ausländer – zum Kommissar aller Altertümer Roms. Ein Jahr später erschien Winckelmanns Hauptwerk, die „Geschichte der Kunst des Alterthums“.
Für Kinder und Jugendliche bietet das Kindermuseum spannende Erlebnisse in der Welt der Antike: Sie können sich als Römer oder Grieche verkleiden, im Theater Spannendes vom Untergang Pompejis erfahren, auf antiken Instrumenten spielen oder einen römischen Hafen mit Marktständen erkunden.
Im Garten eröffnet das größte begehbare Trojanische Pferd der Welt einen herrlichen Blick über die Stadt. In die 15 Meter hohe, 13 Meter lange und fünf Meter breite Stahlkonstruktion, die mit Lärchenholz verkleidet ist, passen bis zu 30 Besucher – wie in der griechischen Sage beschrieben. Im Außengelände gibt es auch ein Hörtheater, die Spielstraße mit Spielen, die Kinder vor 2.500 Jahren begeisterten, ein Labyrinth, das Archäologencamp und den Museumsgarten mit Skulpturen.
Jetzt geht’s ins Grüne! Gehen Sie die Winckelmannstraße Richtung Norden hinauf zur Straße Altes Dorf. Hier sehen Sie schon das Uenglinger Tor, das Sie von Mai bis September Dienstag bis Freitag von 13 bis 15 und Samstag/Sonntag von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr besteigen können. Von hier oben erkennen Sie, wie grün Stendal ist!
Wandern Sie nun in südliche Richtung auf dem Westwall zur Straße Uchtewall, die Sie vorbei an einigen Sportstätten und direkt zum Eingang des Tiergartens bringt. Der Stendaler Zoo mit Abenteuerspielplatz und Gaststätte liegt wunderschön am rund 760 Meter langgestreckten Stadtsee.
Der Tiergarten entstand bereits 1934. Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bauten Stendaler Bürger 1952 die Anlage als Heimattiergarten wieder auf. Heute leben hier rund 460 Tiere in 75 Arten, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten wie Amurtiger, Schwarzbär und verschiedene Affen. Besucher finden hier auch eine begehbare Voliere für exotische Vögel, die Wolfsanlage und Raubkatzen. Kinder freuen sich über das Streichelgehege mit Zwergziegen und den Spielplatz. Es gibt auch eine gastronomische Versorgung.
Wer mag, kann den Stadtsee mit seinen Villen und Kleingärten in Ufernähe umrunden und die Blicke auf das Wasser und ihre gefiederten Bewohner genießen. Der kürzeste Weg zum Bahnhof aber führt über die Seestraße und die Goethestraße zurück.
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