Bahnhofsplatz
19348 Perleberg
Hier zeigt sich Perleberg von seiner besten Seite
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das 1905 gegründete Stadt- und Regionalmuseum Perleberg ist eines der sammlungsreichsten Museen in Brandenburg. Es präsentiert die Kulturgeschichte der westlichen Prignitz und der Stadt Perleberg von der Steinzeit an in allen wesentlichen Bereichen.
Schwerpunkt ist die Vorgeschichte der Prignitz, die von der Steinzeit über die Bronzezeit und Eisenzeit bis hin zu den Wenden und der deutschen Besiedlung im 12. und 13. Jahrhundert reicht. Weiterhin ist die Stadtgeschichte Perlebergs ein zentrales Thema wobei ein besonderer Fokus auf das Mittelalter, die verschiedenen Innungen und die Garnisongeschichte gelegt wird. Außerdem spielen die mittelalterliche Kunst der Prignitz, die Gerichtsbarkeit in Perleberg sowie das ländliche Leben in der Prignitz allgemein eine Rolle in der Ausstellung. Der Schwerpunkt beim ländlichen Leben liegt vorrangig bei den Themen Handwerk, Besiedlung der Prignitz und Dorfstrukturen. Einige der Ausstellungsbereiche sind anschaulich in der Art von Stil-Räumen eingerichtet, etwa in einen vollständig erhaltenen Perleberger Kaufmannsladen, ein Biedermeierzimmer sowie eine Bauernküche und -stube. Die Flachsverarbeitung bis hin zum Leinentuch nimmt einen breiten Raum ein und wird mit den entsprechenden Geräten - u. a. einem Webstuhl aus dem Jahre 1772 - anschaulich präsentiert.
Eine neue Dauerausstellung zur Landwirtschaftsgeschichte gewährt Einblicke in Alltag und Arbeit in der Westprignitz zwischen 1800 und 1960 und widmet sich auch den Kapiteln der sog. "demokratischen" Bodenreform und der Zwangskollektivierung in der DDR.
Das Museum verfügt über eine umfangreiche Fotosammlung zur Perleberger Geschichte, eine Münz- und Siegelsammlung sowie über eine reichhaltige Bibliothek zur Regionalgeschichte.
Zurück auf der Schulgasse geht es weiter an der Stadtmauer entlang "bergauf". Mittelalterliche Häuser drücken sich förmlich an die Wand. Dieser Weg ist ein beliebtes Fotomotiv.
Die Gasse führt direkt auf den Kirchplatz. Er überrascht mit einer malerischen Häuserzeile. Hier schmiegen sich die hohen Giebel historischer Wohnhäuser aneinander. Sie alle sind denkmalgeschützt und bilden ein Ensemble, das eine Vorstellung vom mittelalterlichen Perleberg vermittelt.
Ein besonderer Blickfang ist das Haus Nr. 11 mit spätgotischer Giebelverzierung. Es stammt vermutlich aus dem Jahr 1584. Daneben das Haus Nr. 9, ein besonders schönes Beispiel des für die Prignitz typischen Ziegelfachwerks.
Die St. Jacobikirche beeindruckt zunächst durch ihre Wucht. Als dreischiffige Hallenkirche wurde sie ab Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und zeigt die Formensprache der Gotik: die hoch aufragenden Fenster, die schlanken Säulen, das kunstvolle Südostportal. Der Turm ist 49 Meter hoch.
Dabei ist nur der Rest eines fast doppelt so hohen Bauwerkes, das jedoch 1916 ausbrannte und mit einem einfachen, heute noch vorhandene Satteldach abgedeckt wurde. Mit 182 Stufen sind die Turmfenster zu erreichen, von denen man bei guter Sicht bis zum Havelberger Dom in 27 Kilometer Entfernung sehen kann (Aufstieg im Rahmen einer Führung möglich).
Im Inneren zeigt die Kirche nur im Chorraum die für die Gotik so typische Leichtigkeit. In der Halle tragen kräftige Rundpfeiler ein hoch aufragendes Kreuzrippen-Gewölbe. St. Jakobi wurde 1851 bis 1854 von Friedrich August Stüler restauriert und in der Farbgestaltung dem damaligen Geschmack angepasst.
Nach der Besichtigung der Kirche führt der Weg auf die Rückseite des Perleberger Rathauses zu. Der zum Kirchplatz ausgerichtete Gebäudeteil war ursprünglich eine offene Gerichtslaube. Unter dem Kreuzrippengewölbe des längst geschlossenen Gerichtsraumes geben sich heute Paare das Jawort.
Das Rathaus trennt den Kirchplatz vom Großen Markt. Der Weg dorthin führt an einem der schönsten alten Gebäude vorbei, die Perleberg zu bieten hat, Haus Nr. 4. Es wurde um 1525 für einen Kaufmann errichtet und ist eines der ältesten erhaltenen Häuser der Stadt. Der hohe Giebel, in dessen rautenförmiges Fachwerk damals noch wertvolle Ziegelsteine eingelassen sind, spricht vom Wohlstand des Besitzers, ebenso die 13 „Knagge“-Figuren. Wenden Sie sich um, Sie stehen vor dem Rathaus Perleberg.
Der dem Markt zugewandte Gebäudeteil des Perleberger Rathauses war ein mittelalterliches Warenhaus, in dem die reisenden Händler ihre Waren anpriesen. Sein heutiges Aussehen erhielt das Rathaus erst 1839/40 nach Plänen von Friedrich August Stüler. Seine Idee war es, das Rathaus im neogotischen Stil neu zu errichten und mit einem schlanken Rathausturm zu schmücken. Gegenüber schweift der wachsame Blick des Perleberger Rolands über den Platz. Der Recke aus Sandstein steht seit 1546 an dieser Stelle. Er war aber mit Sicherheit nicht der erste Roland, der den Bürgerstolz Perlebergs zum Ausdruck brachte und vom Status Perlebergs als Hauptstadt der Prignitz kündete.
Großer Markt 12, nur ein paar Schritte vom Roland entfernt, ist die Adresse der Perleberger Stadtinformation. Dort gibt es vertiefende Literatur über die Stadt und die Prignitz, Veranstaltungshinweise, Hilfe bei der Suche nach einer Unterkunft und jede Menge Tipps für den Aufenthalt in Perleberg.
Weiter geht es durch die Marktgasse in die Parchimer Straße. Zwischen den Häusern 6 und 7 markieren zwei Pfosten eine an sich unscheinbare Toreinfahrt.
Durch die zwei Pfosten an der Toreinfahrt wird der mittelalterliche Judenhof wieder sichtbar, der in seiner historischen Bedeutung nur Archäologen erkennbar ist. Er gilt als einziger in den Gebäudestrukturen noch vorhandener Judenhof in Deutschland. In dem zur Stepenitz hin trapezförmig zulaufenden Areal befand sich in der Zeit zwischen der Stadtgründung und 1510 (Vertreibung der Juden aus Brandenburg) Wohnungen, eine Synagoge und eine Mikwe, das jüdische Ritualbad. Der Hof erzählt von einer Zeit, als jüdisches Leben ganz selbstverständlich zum städtischen Alltag dazugehörte.
Die Parchimer Straße geht über in die Straße „Am Hohen Ende“. Die erste Straße geht es rechts hinein und dirket zur Stepenitz hin. An jedem Sonntag um 14 Uhr starten hier die Kahnfahrten in Richtung Neue Mühle und zurück.
Weiter auf der Tour verlassen Sie über eine Fußgängerbrücke für ein kurzes Stück die Altstadt und folgen der Lotte-Lehmann-Promenade entlang der Stepenitz.
Sie befinden sich jetzt am Rand des „Hagens“, der die Funktion eines Stadtparks erfüllt – mit Spielplatz für die Kleinsten sowie Bänken und Wiesen für alle.
Dort, wo ein viereckiger Turm wacht, führt erneut eine Brücke über die Stepenitz zurück in die Innenstadt. Es ist der einzige erhaltene Turm der einstigen Stadtbefestigung, von der hier ebenfalls einige Reste stehengeblieben sind.
In seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1386 wird es als „dat slot to perleberghe“ tituliert. Den brandenburgischen Kurfürsten stand es als repräsentatives Quartier zur Verfügung, wenn sie die Prignitz besuchten. Im Lauf seiner Geschichte war das Fachwerkhaus aber auch Gefängnis, Waffenkammer, Kaserne. Im 18. Jahrhundert kam das Wallgebäude in die Hände der Stadt und nahm die Gestalt an, die wir heute noch sehen: der zweigeschossige Fachwerkbau mit den großen Toreinfahrten.
Tierisches Treiben spielt sich auf dem Platz vor dem Wallgebäude ab: Eine Gans nähert sich zwei Ferkeln, die es sich an einer Tränke wohl sein lassen. Ein Spatz schaut zu und eine Katze umschleicht die Szene. Das Ganze ist ein Werk des Künstlers Bernd Streiter.
Folgen Sie weiter der Puschkinstraße und stehen nach wenigen Metern vor einem Schulgebäude, das in seinen neogotischen Formen seine Funktion als Tempel des Wissens dokumentiert. Das frühere Realgymnasium wurde als drittes Prignitzer Bauwerk nach Kirchensanierung und Rathausbau von Friedrich August Stüler errichtet und dient noch heute als Gymnasium.
Die Puschkinstraße geht über in die Mühlenstraße, und durch sie gelangen Sie zum Hotel „Deutscher Kaiser“, so etwas wie das "erste Haus am Platze". Am Hotel kreuzen sich Mühlenstraße und Bäckerstraße.
Der Schuhmarkt ist der Abschluss dieses Rundgangs. Die Bauten stammen aus unterschiedlichen Epochen. Da wäre das stattliche dreigeschossige Geschäftshaus am Ende der Bäckerstraße, dann bescheidene Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert und das ins Auge springende Fachwerkhaus am Schuhmarkt Nr. 1. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und diente einem Kaufmann gleichermaßen als Wohnung in den Erdgeschossräumen und als Speicher in den Geschossen darüber.
Von hier aus geht es auf die Wittenberger Straße und - wie auf dem Hinweg - zurück zum Bahnhof.
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