Bahnhofsplatz 1
04758 Oschatz
Ein kurzweiliger Trip zu Türmern, Tieren und Tafelwaagen
Ein Stadtrundgang für Familien und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die evangelische Stadt- und Pfarrkirche St. Aegidien prägt mit ihren beiden 75 Meter hohen Türmen die Silhouette der Stadt Oschatz. Das neugotische Bauwerk wurde von 1842 bis 1849 nach dem Stadtbrand auf dem Platz seiner Vorgängerkirche errichtet und dem heiligen Aegidius, dem Schutzpatron der Ackerbauern, Jäger und Händler, geweiht. Wer die 199 Stufen des Südturms erklimmt, kann die historische Türmerwohnung besichtigen, Hier wohnten bis 1968 die Türmer mit ihren Familien. Zuletzt lebte in den drei kleinen Räumen das Ehepaar Quietzsch mit ihren 12 Kindern. Um diese große Familie versorgen zu können, betrieb der Türmer im Nebenerwerb direkt unter der Turm-Wohnung eine Schuhmacher-Werkstatt. Der Verein „Rettet St. Aegidien e. V.“ richtete sie als Schauwerkstatt wieder her und öffnet sie für interessierte Besucher (Tel. 03435-666485).
Der Ausblick vom Turm bietet eine schöne Aussicht über Oschatz und die Umgebung
Keine 200 Meter auf der Altoschatzer Straße wartet schon das nächste Highlight auf alle Neugierigen.
An der gut erhaltenen Oschatzer Stadtmauer befindet sich in den historischen Gebäuden der Amts- und Ratsfronfeste das Stadt- und Waagenmuseum. Mit seinen rund 120 Waagen, von der feinen Apothekerwaage bis hin zur monumentalen Balkenwaage von 1686 wird hier die größte Sammlung Mitteldeutschlands präsentiert. Die wertvollen Messgeräte stammen zumeist aus Oschatzer Produktion. Eine nachgestaltete Werkstatt zeigt, wie um 1845 Ernst Friedrich Pfitzer den Grundstein für die Oschatzer Waagenbau-Tradition legte. Medienstationen informieren über die spezielle Technik und laden ein zum Ausprobieren und Abwiegen.
Zu den besonderen Exponaten gehört die sogenannte „Ratsherrenwaage“. Die patentierte Oschatzer Personen-Stuhlwaage wurde 1862 auf Weltausstellung in London gezeigt und wird heute noch für einen guten Zweck eingesetzt: Zur letzten Sitzung des Jahres lassen sich die Stadträte und der Oberbürgermeister von Oschatz zur Freude aller öffentlich auswiegen und zahlen je nach Leibesfülle eine Spende für gemeinnützige Projekte. Der „Oschatzer Waagmeister“ repräsentiert im historischen Gewand die Stadt bei Events.
Eine Dauerausstellung im historischen Gebäude „Ratsfronfeste“ beschäftigt sich mit der Stadtgeschichte und im Gebäude „Amtsfronfeste“ mit dem 25 Meter hohen und begehbaren Wachturm von 1377 wird bäuerliches Wohnen und Oschatzer Handwerk anschaulich dargestellt.
Nach diesem spannenden Exkurs geht’s nun raus an die frische Luft und hinein in den schönen Oschatzer Familien-, Tier- und Freizeitpark. Nur rund 600 Meter sind es bis zur Freiherr-von-Stein-Promenade und dem Idyll am Ufer des Flusses Döllnitz.
Der O-Schatz-Park entstand im Jahre 2006 zur 4. Sächsischen Landesgartenschau. Betrieben wird er heute vom Verein Lebenshilfe. Hier gibt es Freizeitangebote wie Minigolf, Labyrinth, Spielplätze, eine Skate-Pool-Anlage und die E-Cartbahn.
Im Tierpark können die Gäste über 30 verschiedene Tierarten von Alpaka und Affen, über Erdmännchen, Känguru bis hin zu Ziegen erleben.
Kulturelles Zentrum des Parks ist die Multifunktionshalle „das O“ mit großer Kaffeekannensammlung, 18.179 Exemplare wurden einst zusammengetragen. Die auffallende runde Veranstaltungs-Halle kann auch für private Feiern und Firmenevents gebucht werden.
Der Rosensee mit der „längsten Bank“, gepflegte Blumenbeete und Hochgarten, kleine Wasserläufe und Schatten spendende Bäume laden zum Spazierengehen und Verweilen ein.
Der Eintritt in den Park ist frei. Für die Nutzung bestimmter Freizeitanlagen wie Minigolf oder E-Carts werden O-Schatz-Taler erhoben, die am Eingang gegen Euro getauscht werden können.
Soviel gesehen, erlebt und ausprobiert in Oschatz – voller Eindrücke geht es nun zum Bahnhof zurück. Eine gute halbe Stunde braucht man für den Rückweg über Am Brühl, Brauhausgasse, An der Döllnitz, Schmorlstraße und Theodor-Körner-Straße zur vom Hinweg bekannten Bahnhofstraße. Alternativ können müde Stadtwandernde auch mit dem Bus der Linie A von der Haltestelle Oschatz, Krankenhaus/Burgstraße zurück Richtung Bahnhof fahren.
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Bahnhof OschatzBahnhofsplatz 1
04758 Oschatz