Bahnhofstraße
23966 Wismar
Ein Stadtrundgang für Barrierefrei, Familien, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Ursprünglich hatte der Turm der Kirche St. Nikolai einen schlanken Dachreiter, der 1703 einem Orkan zum Opfer fiel. Durch den Einsturz des Turmes wurden auch große Teile der Inneneinrichtung zerstört, die man danach im Barockstil ersetzte. Die reiche Ausstattung wurde nach dem Krieg durch Kunstwerke der zerstörten Kirchen St. Georgen und St. Marien ergänzt.
Sie halten sich nun weiter rechts und kommen durch die Straße St. Nikolai-Kirchhof auf die Straße Spiegelberg. Ihr folgen Sie für etwa 20 Meter nach links und biegen dann ein in die Fischerstraße, auf der Sie bei nächster Gelegenheit nochmals links auf die Straße Am Hafen abbiegen. Hier kommen Sie direkt auf das letzte erhaltene der einst fünf Stadttore zu, das Wassertor.
Falls Sie vorher noch Lust auf einen Abstecher zum Hafen haben, spazieren Sie dafür weiter entlang der Fischerstraßegeradeaus, die zur Kopenhagener Straße wird. Dort gelangen Sie zum Alten Hafen und seiner Hafenbeckenanlage, die seit dem Jahr 1211 weitestgehend so erhalten geblieben ist. Hier gibt es neben Cafés und Restaurants auch ein Baumhaus, ohne Baum zu bewundern.
Das um 1450 einem Vorgängerbau folgende Tor wurde im spätgotischen Stil errichtet. Während das Tor zur Stadtseite hin noch einen typischen spätgotischen Stufengiebel aufweist, zeigt sich der um 1600 umgebaute Nordgiebel in Form eines Dreiecks. Beide Giebelfassaden sind mit Blenden und je zwei Wappen geschmückt, wobei links das gespaltene Stadtwappen und rechts das alte Stadtwappen abgebildet ist.
Weiter geht es etwa 40 Meter durch die Fischreihe und links in die Straße Neustadt. Nach etwa 120 Metern durch diese Straße mit ihren liebevoll sanierten alten Bürgerhäusern kommen Sie am Eingang des bereits im 13. Jahrhundert errichteten Hospitals, der späteren Kirche Heiligen Geist, vorüber. Das Tor-Ensemble wird Zuschauern der ZDF-Serie SOKO Wismar bekannt sein, denn in den Filmen wurde es zum Eingang ins fiktive Polizeirevier umfunktioniert.
Sie überqueren die Lübsche Straße und gelangen in die Große Hohe Straße, an deren Ende Sie rechts die Sankt Georgen Kirche sehen. Sie war gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch Luftminen stark beschädigt worden. Es wurde versucht, sie zu erhalten. Doch die Maßnahmen genügten nicht und die Kirche verfiel so stark, dass in den 1950er Jahren Teile davon gesprengt werden mussten. 1987 vereinbarte die DDR-Administration den Wiederaufbau, der in den 1990er Jahren und nach der politischen Wende ausgeführt wurde. Auf dem Turm befindet sich heute eine Aussichtsplattform, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Sie ist mit einem Fahrstuhl erreichbar.
Dresden hat die Frauenkirche – Wismar hat St. Georgen.
Die im Krieg stark beschädigte und später dem Verfall ausgesetzte Kirche wurde seit 1990 mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wieder aufgebaut, 2007 begann der Innenausbau.
Ursprünglich wurde das Gotteshaus 1290 als dreischiffig gewölbte Hallenkirche begonnen. Im frühen 14. Jh. kam ein größerer basilikaler Chor hinzu und 1404 begann der vollständige Umbau zur Basilika. Die Höhenwirkung im Inneren ist atemberaubend. Bei einem Verhältnis von 35 Metern Höhe und 10,55 Metern Breite ist das Mittelschiff ebenso eindrucksvoll wie das der Wismarer Nikolaikirche.
Die neueröffnete Aussichtsplattform auf St. Georgen ermöglicht einen neuen und eindrucksvollen Blick auf die zum UNESCO-Welterbe zählende Altstadt sowie den Alten Hafen und ist durch einen Fahrstuhl erreichbar.
In der Kirche finden regelmäßig Konzerte statt. (Festspiele MV, NDR Sinfonieorchester)
Öffnungszeiten:
April - September: 10.00 bis 18.00 Uhr
Oktober - März: 10.00 bis 16.00 Uhr
Informationen zur Barrierefreiheit
Alle prüfrelevanten Bereiche erfüllen die Qualitätskriterien der Kennzeichnung „Barrierefreiheit geprüft – barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung und teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer“. Weitere geprüfte Details sind zu finden unter Reisen für Alle.
1 Parkplatz für Menschen mit Behinderung zur Verfügung (Stellplatzgröße: 350 cm x 500 cm).
Zwischen Parkplatz und Eingang ist der Weg 25 m lang, leicht begeh- und befahrbar und weist eine Neigung von 4 % auf.
Der Zugang zur Kirche erfolgt stufenlos (Türschwelle 2 cm).
Alle für den Gast nutzbaren und erhobenen Räume sind ebenerdig, über eine Rampe oder per Aufzug erreichbar.
Alle Durchgänge/Türen sind mind. 90 cm breit.
Ein Aufzug führt zur Aussichtsplattform. Die Aufzugskabine ist 180 cm x 145 cm groß. Die lichte Durchgangsbreite der Aufzugstür beträgt 110 cm. Der Aufzug wird vom Personal bedient. Den Aufzug erreicht man über drei Stufen oder über eine Rampe (250 cm breit mit einer Neigung von 7 % auf einer Länge von 6 m).
Der Kassen- und Informationstresen ist 100 cm hoch.
Die Exponate sind überwiegend im Stehen und Sitzen sichtbar.
Die Aussichtsplattform ist leicht begeh- und befahrbar. Die Sicherheitsbegrenzung ist ca. 140 cm hoch. In der umgrenzenden Mauer sind Bereiche mit Gittern, somit kann der Ausblick im Sitzen genossen werden.
Angebotene Hilfsmittel: Rollstuhl, Rollator
Es werden Führungen für Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer angeboten. Um Voranmeldung wird gebeten.
Gästeführer sind so ausgebildet, dass Gäste mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer an jeder Führung teilnehmen können und auf ihre Belange eingegangen wird.
Öffentliches WC für Menschen mit Behinderung vorhanden.
Die Bewegungsflächen betragen:
links neben dem WC 170 cm x 70 cm, rechts ist keine Bewegungsfläche vorhanden;
vor dem WC, dem Waschbecken und der Tür mind. 140 cm x 120 cm.
Beidseitig am WC sind Haltegriffe vorhanden, der linke ist hochklappbar.
Das Waschbecken ist unterfahrbar und der Spiegel im Stehen und Sitzen einsehbar.
Es ist ein Alarmauslöser (Schnur) vorhanden.
Wenden Sie sich nun in die Straße Vor dem Fürstenhof. Im Fürstenhof, den Sie rechter Hand passieren, residierten bis ins 17. Jahrhundert die mecklenburgischen Herzöge. Heute beherbergt der sanierte Fürstenhof nun das Amtsgericht Wismar.
Unübersehbar ist der Turm der Marienkirche, den Sie nun vor sich auf der linken Seite der Straße sehen.
In der Grünen Straße passieren Sie die abgedeckten Grundmauern der „Alten Schule“. Der im hochgotischen Stil erbaute Gebäudekomplex galt einst als herausragendes Beispiel norddeutscher Backsteinarchitektur. Bei einem Luftangriff im April 1945 wurde das Gebäude so stark beschädigt, dass die Reste abgerissen werden mussten. Die Dankwartstraße, in die Sie sich nach links wenden, hat einen sehenswerten Bestand hanseatischer Giebelhäuser. Diese unzähligen Giebelhäuser sind typisch für die Altstadt und prägen Wismar als Flächendenkmal.
Gehen Sie nun zum Marktplatz der Stadt Wismar, dessen Größe schon darauf schließen lässt, dass hier einst reiche Kaufleute die Bürgerschaft stellten.
Die Wasserkunst wurde von 1580 bis 1602 nach den Plänen des niederländischen Baumeisters Philipp Brandin aus Utrecht im Stil der holländischen Renaissance erbaut und diente bis 1897 zur Trinkwasserversorgung der Stadt. Die Spruchbänder in lateinischer und deutscher Sprache berichten von der Trinkwasserversorgung in früheren Zeiten.
Gegenüber der Wasserkunst steht das prächtige Wismarer Rathaus, das 1819 auf den Resten eines Gebäudes aus dem Jahre 1319 errichtet wurde. Es fungiert noch heute als Rathaus. Sehr zu empfehlen ist ein Abstieg in die Gewölbe unter dem Rathaus, wo neben einer Ausstellung zur Stadtgeschichte auch das mächtige Gewölbe des Rathauses den Gang lohnt. Auch das restaurant zum Alten Schweden befindet sich am Markt.
Eines der ältesten Bürgerhäuser in Wismar steht an der Ostseite des Marktplatzes. Es zählt zu den schönsten und wertvollsten spätgotischen Profanbauten unseres Landes mit hanseatischer Prägung. Das Backsteingebäude mit dem stufenförmigen Pfeilergiebel wurde um 1380 erbaut. Im Mittelalter befanden sich im Erdgeschoss des Hauses Wohn- und Geschäftsräume und darüber angeordnet die Speicherböden.
Die volkstümliche Bezeichnung "Alte Schwede" lässt sich auf eine in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts im neogotischen Stil eingerichtete historisierende Gaststätte zurückführen. Sie sollte an die Zugehörigkeit Wismars zu Schweden von 1648 bis 1803 erinnern.
Das Rathaus hinter sich lassend spazieren Sie nun durch die Altböterstraße, die ABC-Straße und die Straße Schweinsbrücke und kommen zum letzten Highlight Ihrer Tour, zum Schabbelhaus. Planen Sie für den Besuch etwas Zeit ein. Denn das Schabbellhaus, im Dezember 2017 wieder eröffnet, beherbergt das Stadtgeschichtliche Museum Wismars. Es soll Ihren Stadtspaziergang für heute abrunden.
Das "Schabbell" wurde 1569 bis 1571 nach den Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin als Brauhaus und Wohnhaus für den späteren Wismarer Bürgermeister Hinrich Schabbell errichtet. Es gilt als eines der frühsten Renaissancegebäude, welches die typisch, niederländischen Materialkombinationen aus Backstein und schmückenden Sandsteinelementen zeigt. Heute befindet sich hier das Stadtgeschichtliche Museum, welches nach umfangreicher Sanierung am 22.12.2017 wiedereröffnet wurde.
Auf 1200 m² Flächen werden in beiden Gebäuden Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte Wismars, von Störtebeker bis zur Gegenwart und zu den Häusern Heinrich Schabbells gezeigt. Wechselnde Sonderausstellungen zu stadtrelevanten Themen werden im Dachgeschoss des Schabbellhauses präsentiert.
Besucher können bei einem Rundgang mit Hörstationen und vielen Mitmach-Aktionen die vielschichtige Geschichte Wismars chronologisch erleben. Der Verbund der Hanse, die schwedische Herrschaft, Wismar als Industriestadt und zu DDR-Zeiten sind nur einige Schwerpunkte der Stadtgeschichte.
Informationen zur Barrierefreiheit
Alle prüfrelevanten Bereiche erfüllen die Qualitätskriterien der Kennzeichnung „Barrierefreiheit geprüft – teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung und Sehbehinderung und barrierefrei für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“. Weitere Details sind zu finden unter Reisen für Alle.
Ein öffentlicher Parkplatz für Menschen mit Behinderungen befindet sich am Schabbellhaus.
Der Weg vom Parkplatz zum Eingang ist leicht begeh- und befahrbar.
Der Eingang ist stufenlos erreichbar. Hinter der Eingangstür sind drei Stufen vorhanden. Diese können mit Hilfe eines Hublifts (Plattformgröße: 100 cm x 175 cm) umgangen werden. Die Bewegungsfläche vor dem Einstieg in den Hublift beträgt 110 cm x 220 cm.
Alle für den Gast nutzbaren und erhobenen Einrichtungen und Räume sind stufenlos, über einen Aufzug oder Rampen erreichbar.
Die Aufzugskabine ist 110 cm x 155 cm groß. Die Durchgangsbreite der Aufzugstür beträgt 87 cm.
Die Rampen in den Ausstellungsräumen haben eine max. Neigung von 13 %.
Alle Durchgänge/Türen sind mindestens 77 cm breit.
Der Kassentresen ist 77 cm hoch.
Der Großteil der ausgestellten Exponate ist im Sitzen sichtbar. Die Informationen zu den Exponaten werden schriftlich vermitteln und sind in der Regel im Sitzen gut lesbar.
Es werden Führungen für Menschen mit Behinderung angeboten, dafür wird um Voranmeldung gebeten.
Gästeführer sind so ausgebildet, dass Gäste mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer an jeder Führung teilnehmen können und auf ihre Belange eingegangen wird.
Öffentliches WC für Menschen mit Behinderung (EG)
Die Bewegungsflächen (Breite x Tiefe) betragen:
vor der Tür, vor dem WC und dem Waschbecken mindestens 150 cm x 150 cm;
links neben dem WC 85 cm x 70 cm, rechts 90 cm x70 cm.
Beidseitig des WCs gibt es hochklappbare Haltegriffe.
Das Waschbecken ist unterfahrbar, der Spiegel ist im Stehen und Sitzen einsehbar.
Ein Alarmauslöser ist vorhanden.
Auf der anderen Seite der Mühlengrube geht es nun wieder zurück zum Bahnhof. Sicher haben Sie bei Ihrem Rundgang durch Wismar festgestellt: Es lohnt sich, wiederzukommen.
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WismarBahnhofstraße
23966 Wismar