Am Hauptbahnhof
06886 Lutherstadt Wittenberg
Ein Stadtrundgang für Familien und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das Lutherhaus, 1504 als Augustinerkloster errichtet, war bekannt unter dem Namen „Schwarzes Kloster“. Das bezog sich auf die Kuttenfarbe der Augustinermönche. Martin Luther lebte hier ab 1508 als Mönch, 1532 bezog er es als Wohnhaus mit seiner Frau Katharina von Bora.
Heute ist das einstige Wohnhaus Luthers das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Eine Dauerausstellung erzählt vom Leben und Wirken Martin Luthers sowie von den weltweiten Umbrüchen zur Zeit der Reformation. Zu den herausragenden Exponaten gehören Luthers Mönchskutte, die 10-Gebote-Tafel von Lucas Cranach, Luthers Bibel sowie Handschriften und Medaillen. Die original erhaltene Lutherstube erinnert an die einstigen Tischgespräche des Reformators.
Zur Zeit ist das Lutherhaus wegen energetischer Sanierung geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist für 2027 geplant. Die größten Schätze der Ausstellung sind aus diesem Grund vorübergehend im Vorderhaus, dem sogenannten Augusteum, zu sehen.
Wenige Häuser weiter bietet sich Ihnen die Gelegenheit, in das ehemalige Wohnhaus eines weiteren bedeutenden Reformators hineinzuschauen und mehr über sein Werk zu erfahren. Der Ruf Martin Luthers zog Philipp Melanchthon an die Universität Wittenberg. 1518 übernahm er dort den Lehrstuhl für Griechische Sprache. Fortan setzte er sich für Reformen im Sinne Luthers ein, mit dem ihn bald eine enge Freundschaft verband.
Für Kinder ist der virtuelle Rundgang mit Melanchthons zehnjähriger Tochter Magdalena spannend, die ihre neuen Freunde in den Alltag der Familie und die Zeit der Reformation einführt.
Das Melanchthonhaus, 1536 im Stil der Renaissance errichtet, gehört zu den schönsten Bürgerhäusern der Lutherstadt Wittenberg. Kurfürst Johann Friedrich beauftragte den Bau eines Wohnhauses für den Humanisten und Reformator Philipp Melanchthon und seine Familie. Seit 1996 zählt das Melanchthonhaus zu den UNESCO-Welterbestätten.
Im Neubau nebenan erläutert die Dauerausstellung „Philipp Melanchthon – Leben – Werk – Wirkung“, wie die Familie damals lebte. Handschriften, Drucke, Originalbelege und ein aufwendig restauriertes Portrait Melanchthons künden von der Bedeutung Melanchthons für die Reformation und die Entwicklung des Protestantismus.
Kinder erhalten einen gusseisernen Schlüssel, der Truhen, Schränke und versteckte Spiele öffnet – so wird die geschichtliche Spurensuche auch für jüngere Besucher interessant. Magdalena, die zehnjährige Tochter Melanchthons, führt die Kinder visuell und auditiv durch die Reformationsgeschichte und den Alltag ihrer Familie.
Folgen Sie der Collegienstraße zum Marktplatz, wo Sie die Herren Luther und Melanchthon als Denkmäler einträchtig nebeneinander finden. Bevor Sie auf die erläuternden Tafeln schauen, versuchen Sie selbst herauszufinden, welcher der beiden Luther ist... das ist gar nicht so schwer!
Am Markt sowie in der Schlossstraße 1, ganz in der Nähe, finden Sie die beiden Cranach-Höfe, wo Maler Lucas Cranach der Ältere und sein ebenso bekannter Sohn wirkten. Dort finden Sie auch ein lauschiges Plätzchen für eine Stärkung.
Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553) wurde im Jahr 1505 an den kursächsischen Hof nach Wittenberg berufen. Fast ein halbes Jahrhundert lebte er hier und schuf jene Gemälde, die sich heute in den großen Museen der Welt befinden: Er porträtierte die Kurfürsten und Reformatoren, entwarf Altarbilder oder kleine Kabinettstücke zu Venus, Eva & Co. Um 1511/1512 erwarb er die Höfe Markt 4 und 5. Am 4. Oktober 1515 wurde Lucas Cranach d. J. hier geboren. Im Jahr 1518 kaufte Cranach d. Ä. den Hof Schlossstraße 1, den sein Sohn Lucas später übernahm.
Die historischen Cranach-Höfe wurden aufwendig saniert und stehen unter Denkmalschutz. Im Hof Markt 4 zeigt die Cranach-Stiftung die Ausstellung „Cranachs Welt. Leben und Werk der Malerfamilie“ und Sonderausstellungen zu historischer oder aktueller Kunst. Besucher können zudem in den Werkstätten Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
In der Schlossstraße 1 gewährt die Historische Druckerstube Einblicke in die alten Techniken des Buchdrucks. Auf den Spuren Cranachs führt die Jugendkunstschule Kinder und Jugendliche in die bildende Kunst ein. Außerdem laden Café und Cranach-Herberge zum Verweilen ein.
Gehen Sie auf der Schlossstraße weiter Richtung Westen, und Sie kommen direkt auf die berühmte Schlosskirche zu.
„Ein feste Burg ist unser Gott“, diese Zeile aus dem Kirchenlied Martin Luthers prangt auf dem Kirchturm der Schlosskirche zu Wittenberg. Das Gotteshaus wurde 1506 auf den Grundsteinen des ursprünglichen Schlosses des Kurfürsten von Sachsen errichtet. 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an ebendiese Kirchentür geschlagen haben – eine Szene, die vermutlich im Nachhinein erdichtet wurde, um diesen bedeutenden Moment hervorzuheben. Im Inneren der Kirche fanden Luther und Melanchthon ihre letzte Ruhestätte. Die Schlosskirche gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Sonntags findet immer um 10 Uhr der Gottesdienst statt.
Über die Coswiger Straße kommen Sie zurück zum Marktplatz und schauen nun noch in die Stadtkirche St. Marien hinein, wo Martin Luther vor rund 500 Jahren seine wortgewaltigen Predigten hielt.
Die Stadtkirche St. Marien ist das älteste Gebäude der Lutherstadt Wittenberg und gehört
zum UNESCO-Welterbe. Die Kanzel, von der einst der Reformator Martin Luther predigte, ist bis heute erhalten – sie befindet sich allerdings als Leihgabe im Lutherhaus. Auch Luthers Weggefährte Johannes Bugenhagen stellte in der St. Marienkirche seine reformatorischen Erkenntnisse vor. Den Reformationsaltar entwarf Lucas Cranach der Ältere, zudem sind wertvolle Tafelbilder von Cranach, das aufwendig dekorierte Taufbecken von Hermann Vischer und die prächtige Orgel zu sehen.
Täglich um 14 Uhr kann die Kirche bei einer Führung erkundet werden (Preis: 4,00 Euro, ermäßigt 1,50 Euro). Sonntags um 10 Uhr findet der Gottesdienst statt, zusätzlich von Montag bis Freitag ein kurzes Mittagsgebet um 12 Uhr. Die Kirche steht täglich bis 16 Uhr offen, in der Saison zwischen Ostern und Oktober bis 18 Uhr.
Schauen Sie vielleicht im Café Klatschmohn gegenüber der Stadtkirche vorbei, wo Sie von Februar bis Dezember, Dienstag bis Samstag herzhafte Speisen, Kuchen und Eis erhalten. Die Zutaten stammen aus biologischem Anbau und aus der Region.
Über die Jüdenstraße und Fleischerstraße gelangen Sie zum Panorama „Luther 1517“ – genau das Richtige für den Abschluss Ihres Streifzugs auf Luthers Spuren. Der Künstler Yadegar Asisi eröffnet Ihnen einen Einblick in das Wittenberg zur Zeit der Reformation.
Der Künstler Yadegar Asisi eröffnete 2003 in Leipzig sein erstes 360-Grad-Panorama. Mit seinen lebensgroßen Panoramen zu historischen Themen und beeindruckenden Naturräumen hat Asisi die Idee des Riesenrundbilds aus dem 19. Jahrhundert wiederbelebt und ihr zu neuer Bedeutung verholfen.
Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums entstand das Panorama „LUTHER 1517“ in der Lutherstadt Wittenberg. Vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Stadtkulisse – deutlich erkennbar an den markanten Kirchtürmen – entfaltet sich das Leben auf den Straßen der Stadt, wie es Melanchthon, die Cranachs, Katharina von Bora, Luther und Justus Jonas zu ihrer Zeit erlebten.
Die historische Figur Martin Luther ist in mehreren Szenen und Lebensaltern zu entdecken. Dazu gesellen sich Zeitgenossen wie Kurfürst Friedrich der Weise oder Lucas Cranach, die den Zeitgeist der Epoche verkörpern, und ein breites Spektrum an Bürgern, Adligen, Handwerkern und Bauern in ihrer typischen Kleidung und mit für sie typischen Attributen.
Tickets können online unter tickets.wittenberg360.de vorbestellt werden. Letzter Einlass ist täglich um 16.30 Uhr. Öffnungszeiten für Sonderveranstaltungen bitte auf der Webseite in Erfahrung bringen.
Bonus für Inhaber einer Fahrkarte der DB oder des MDV: 10 Prozent Ermäßigung auf alle Eintrittspreise für das Panorama „LUTHER 1517“ in Wittenberg. Der Bonuscoupon ist für bis zu 5 Personen gültig.
Luther begleitet Sie in Gedanken weiter, während Sie über die Lutherstraße zur Straße Am Hauptbahnhof und von dort zum Bahnhof gehen. Disputieren Sie auf der Rückfahrt ausgiebig über Glauben und Kirche, das Leben nach dem Tod und die richtige Lebensweise. Denn wenn Luthers Beispiel eines lehrt, dann, dass sich gesellschaftlich scheinbar festgeschriebene Ansichten durch Diskussion und Streiten für die eigene Meinung doch ändern können.
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