Goethestr.
19322 Wittenberge
Stadttour durch Wittenberge
Ein Stadtrundgang für Familien, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Wer sich in Wittenberge für Architektur interessiert, wird Bekanntschaft mit Friede Everhard Bruns (1860–1944) machen. Im Jahr 1902 wurde er zum Stadtbaurat ernannt. Nach seinen Konzepten entstand das Heisterbusch-Viertel in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofes.So entstanden bis 1909 die schönsten Jugendstilfassaden in Wittenberge.
Das "Haus der vier Jahreszeiten" aus dem Jahr 1906 mit seiner farbenfrohen Bemalung ist dafür das herausragende Beispiel. Es steht im größten Jugendstilviertel Norddeutschlands. Die ehemalige Bürgerschule aus dem Jahr 1907, heute Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule, verbindet Elemente des Jugendstils und der Neogotik. Bruns lieferte auch die Entwürfe für das Wittenberger Rathaus, ein Musterbeispiel für einen gelungenen Stilmix.
Gegenüber zweigt die Röhlstraße ab, die angesichts ihrer schmalen Durchfahrt eher einer Gasse gleichkommt. Sie überqueren die Perleberger Straße, behalten die Richtung bei und genießen den Gang durch den Clara-Zetkin-Park. In die Sandfurttrift biegen Sie nach links ein und gelangen auf ihr in die Rudolf-Breitscheid-Straße und schließlich, rechter Hand, zum Elmshorner Platz. Vor Ihnen steht entlang der August-Bebel-Straße das Rathaus von Wittenberge.
Das Rathaus, im prächtigen Stil des Historismus erbaut, besticht durch seinen stattlichen Uhrenturm mit der markanten Pickelhaube, die die Silhouette der Stadt prägt. Bei öffentlichen Stadtführungen haben Besucher die Möglichkeit, in die reich
verzierten Repräsentationsräume einzutauchen, wo üppige Glasmalereien und kostbare Schnitzereien auf eine glanzvolle Vergangenheit hinweisen. An schönen Tagen lädt die Aussichtsplattform des Rathausturms dazu ein, einen fantastischen Blick
über Wittenberge zu genießen und die Schönheit dieser historischen Stadt aus der Vogelperspektive zu erleben.
111 Jahre Rathaus
Am 28. Juni 2025 feierte das imposante Rathaus von Wittenberge sein 111-jähriges Bestehen. Seit seiner feierlichen Einweihung am 26. Juni 1914 hat es nicht nur als Verwaltungsgebäude gedient, sondern auch als Symbol für die Entwicklung und den Stolz der Elbestadt. In diesen
mehr als einem Jahrhundert regierten insgesamt 21 Bürgermeister, beginnend mit Dr. Hugo Boksch bis hin zum heutigen Bürgermeister Dr. Oliver Hermann.
Am Karl-Marx-Platz, von wo aus Sie die beste Sicht auf das stattliche Rathaus haben, zweigt die Wiglowstraße ab. Sie mündet in die Parkstraße, die wiederum jenseits der Lenzener Straße in die Weinbergstraße übergeht. Sie überqueren die Wahrenbergstraße und gelangen in die Quitzowstraße. Der nach dem alten Prignitzer Adelsgeschlecht benannten Straße folgen Sie bis zur Putlitzstraße. Wieder weist der Straßenname auf ein altes Adelsgeschlecht hin. Diesmal sind es die Gründer der Stadt Wittenberge. Ein historisches Fachwerkhaus am Ende einer Reihe von Siedlungshäusern ist das, was von ihrer einstigen Burg übrig blieb. Am Ende der Putlitzstraße reicht ein Blick nach links, um einen weiteren steinernen Zeugen aus der Zeit des Mittelalters zu entdecken: das Steintor.
Die »Alte Burg« ist ein schlichter Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert am Rande der Altstadt. Das hier befindliche Stadtmuseum zeigt auf zwei Etagen die Entwicklung vom Ackerbürgerstädtchen zur Industriestadt. Besonders prägend für die Stadt war die Produktion der weltbekannten Singer- und Veritas-Nähmaschinen und der umwälzende Wandel vom Krieg zur DDR. Viele liebevoll eingerichtete Großdioramen erwarten Sie genauso wie die Antwort auf die spannende Frage, ob der VEB wohl mehr als ein Produktionsbetrieb war.
• Zusätzlich erwarten Sie vielfältige Sonderausstellungen zu stadtgeschichtlichen, künstlerischen und aktuellen Themen sowie zahlreiche
Veranstaltungen, Vorträge und Lesungen.
• Unser kleines Café lädt Sie innen und außen zum Verweilen ein – warum nicht auch in unserer Bücherecke stöbern?
• Das Haus ist mit WLAN ausgestattet und in unserem Shop erhalten Sie Andenken, touristische Auskünfte und Literatur.
• Für Radler haben wir einen kleinen Werkzeugkasten und eine E-Bike-Lademöglichkeit parat.
• Das Stadtmuseum ist vollständig barrierefrei (Zugang über Fahrstuhl).
Das Steintor aus dem 13. Jahrhundert ist das älteste Gebäude der Stadt und beherbergt eine Ausstellung über seine Vergangenheit als Gefängnis, sowie über die Goldenen Zwanziger und die Elbe in Wittenberge. Zum Besuch ist eine Anmeldung im Museum erforderlich.
Achtung: im August und September hat das Stadtmuseum sowie der Uhrenturm unregelmäßige Öffnungszeiten!
Genauere Informationen finden Sie unter: https://www.wittenberge.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=50286
Weiter geht es entlang der Burgstraße durch die Wittenberger Altstadt. Kriegsschäden sorgen dafür, dass die Bebauung lückenhaft ist. Der Weg führt am Haus Burgstraße Nr. 7 vorbei, in dem der Freiheitsdichter Theodor Körner im Mai 1813 für einige Tage wohnte. Auch passieren Sie die Evangelische Kirche, erbaut 1872. Die Burgstraße mündet nahe dem Elbufer in die Steinstraße, die direkt auf den Elbdamm führt.
Vor Ihnen tut sich das Panorama der Hafenstadt Wittenberge auf.
Der Uckermärker Bildhauer Christian Uhlig (geb. 1944) hat den Wittenbergern viel Selbstironie abverlangt, als er die unterschiedlichsten Typen aus verschiedenen Epochen auf einen Kahn stellte und die Betrachter aufforderte, ihn anzustoßen. Denn wenn das Bronzebildwerk mit dem Titel „Zeitreise“ zu schwingen beginnt, erleben die Betrachter mit, wie die Gesellschaft in dem Kahn ein Lied nach dem anderen anstimmt.
Geben Sie dem Schiff einen leichten Schubs und bringen Sie es zum Schaukeln, denn es schaukelt auf dem Fluss der Zeit, gemächlich, aber immer vorwärts und die Menschen mit ihm! Die Insassen sind Gestalter der Geschichte und deren Symbole zugleich. Da ist der Krieger des Mittelalters mit Helm ebenso wie der brave Bürger, der Schiffer, der Spießbürger oder die Bauersfrau. Haben Sie sie gefunden? Auch der Teufel darf nicht fehlen. Der Bürger steuert das Schiff voran. Ein Narr ist auch an Bord. Er möchte entgegengesetzt die Richtung halten. Zu einem Stadttor geht noch die Kuh hinein, heraus kommt am anderen Tor ein Auto: Zeitgeschichte!
Schauen Sie in Richtung Elbe!
Dort sitzen auf der Mauer eine Flötistin und ein Bassist. Musik begleitet die Zeitreise mit Fröhlichkeit.
Die Skulptur hat Ihren Standort genau dort, wo die Altstadt an die Elbe stößt, ganz in der Nähe der Stelle, an der zu alten Zeiten das Elbtor die Stadt sicherte.
Der nun folgende Wegabschnitt ist wohl der schönste auf der Erkundungstour durch Wittenberge. Es geht auf der neu angelegten Elbpromenade immer am Wasser entlang. Den Weg säumen in die Höhe ragende Hinterlassenschaften des industriellen Zeitalters.
Immer im Blick haben Sie dabei den Uhrturm des einstigen Nähmaschinenwerkes, der noch immer die richtige Uhrzeit anzeigt, auch wenn das Werk längst geschlossen ist.
Auch was funktional ist, darf schön sein. Das zeigt die Alte Ölmühle in Wittenberge. Die denkmalgeschützten Gebäude erzählen aus einer Blütezeit deutscher Industriearchitektur. Lampenöl und Schmierfett: Damit leitete Salomon Herz Anfang des 19. Jahrhunderts den Wandel des verträumten Ackerbürgerstädtchens Wittenberge zum Industriestandort ein. Die Zeit der Ölproduktion ist längst vorbei. Heute ist die Alte Ölmühle ein Hotelresort, mit Restaurants, Schaubrauerei, einer Strandbar und Hotelbar, dem Wellnessbereich LOFT SPA, einem Indoor-Kletterturm und Tauchturm sowie den jährlichen Elblandfestspielen ein überregionaler Gästemagnet.
Der kürzeste Weg zum Bahnhof zurück führt durch die Packhofstraße, einem grünen Wohngebiet. Sie wenden sich vom Hotelkomplex „Alte Ölmühle“ nach links in die Bad Wilsnacker Straße. Die erste Querstraße rechts ist die Packhofstraße. Hier führt auch der Elberadweg entlang. Folgen Sie der Straße etwa 1,5 km und Sie kommen vorbei am Historischen Lokschuppen direkt zum Bahnhof Wittenberge.
Der Lokschuppen II des ehemaligen Bahnbetriebswerks Wittenberge beherbergt seit Herbst 2012 Brandenburgs größtes Eisenbahnmuseum. Glanzstücke der Sammlung sind die für die Prignitz typischen fünf Reko-Dampfloks der Baureihe 50.35. Außerdem erwarten den Besucher die kleine Werklok »EMMA«, eine schwere Güterzugmaschine der Baureihe 44, 13 Diesellokomotiven, ein »Schienentrabi«, ein Lazarettzug der Deutschen Reichsbahn, der Autotransportwagen des ersten DDR-Regierungszuges und das 1909 gebaute Stellwerk »Wm«. Die Gäste können ebenfalls einen Einblick bekommen, wie einst Fahrdienstleiter und Weichenwärter arbeiteten.
Nach dem Besuch des Eisenbahnmuseums ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof.
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