Lehnin Busbahnhof
14797 Kloster Lehnin
Entdeckungen rund um das Kloster Lehnin
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
In Lehnin, einem kleinen havelländischen Städtchen zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel, steht das älteste Zisterzienserkloster der Mark Brandenburg. Es wurde 1180 von Markgraf Otto I. gegründet. Nach dem Einzug eines Konvents aus dem Zisterzienserkloster Sittichenbach wurde die Klosteranlage bis etwa 1260 errichtet. Das Kloster ist ein hervorragendes Beispiel für frühe norddeutsche Backsteinarchitektur. Der Ostteil mit Chor, Querhaus und Langhausjoch wurde im romanischen Baustil errichtet. Der Westteil schließt sich im Stil der Frühgotik an.
1542 fiel der Klosterbesitz an den Kurfürsten. Während des 30-jährigen Krieges waren das Kloster und die umliegenden Ortschaften Plünderungen und Brandschatzungen ausgesetzt. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich in Lehnin ein bescheidenes höfisches Leben. Der Große Kurfürst hatte das Konversengebäude zu einem Jagdschloss ausgebaut und seine erste Gemahlin, Kurfürstin Luise-Henriette von Oranien, hielt sich mit Vorliebe auf ihrem Sommersitz Lehnin auf.
Im Herbst 1863 besuchte der Dichter Theodor Fontane das ehemalige Kloster Lehnin im Havelland und schrieb darüber ausführlich in mehreren Kapiteln seines Buches „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.
Das mittlerweile verfallene Kloster wurde 1871 bis 1877 wieder neu aufgebaut. Seit 1911 befindet sich auf dem ehemaligen Klostergelände ein Diakonissenmutterhaus, das eine Reihe von sozialen Einrichtungen betreibt. Die Lehniner Sommermusiken, lange schon zur Tradition geworden, laden von Juni bis September zu Konzerten verschiedenster Couleur ein. Ein Besuch der altehrwürdigen Gemäuer lässt die reiche Geschichte dieses Ortes erahnen. Das gesamte Kloster ist, umrahmt von der Klostermauer, gut erhalten. Im
Einzelnen sind die Klausur, das Abts-, Korn- und Torhaus sowie weitere Gebäude zu sehen.
Anmeldungen für Führungen unter der Telefonnummer: 03382 768842 bzw. 704151.
Nach einem ersten Überblick über die Klosteranlage gilt es nun, der Klosterkirche einen Besuch abzustatten.
Die Klosterkirche St. Marien dominiert die gesamte Klosteranlage. Sie wurde 82 Jahre nach der Klostergründung geweiht. Die Basilika besitzt einen kreuzförmigen Grundriss und gehört zu den ersten Backsteinbauten Brandenburgs. Während ihrer Entstehungszeit gingen die Baumeister vom romanischen zum frühgotischen Baustil über. Dadurch zeigt sich die Halle hoch aufragend und lichtdurchflutet. Die liturgischen Gegenstände stammen aus späterer Zeit. So ist der Flügelalter ein Werk des 15. Jahrhunderts. Das hölzerne Taufbecken wurde in der Zeit von König Friedrich II. angefertigt.
Gleich neben der Torkapelle befindet sich das Amtshaus, dessen barocker Baustil ein wenig aus dem Rahmen fällt. Es beherbergt das Klostermuseum, das in einer Ausstellung unter dem Motto „Wo Himmel und Erde sich begegnen“ aus verschiedenen Blickwinkeln über das Leben der Zisterzienser und die Tätigkeit der Diakonissen erzählt, die heute auf dem Klosterareal leben.
Im barocken Amtshaus zeichnet das Museum im Zisterzienserkloster Lehnin die Geschichte der ältesten Zisterze der Mark Brandenburg nach. Die Dauerausstellung „Wo Himmel und Erde sich begegnen“ eröffnet dabei Einblicke in das Leben der Zisterzienser bis zur Reformation und verfolgt diese Spur bis in die Gegenwart, bis in das Wirken eines Evangelischen Diakonissenhauses in diesen alten Mauern.
Wegen des Umbaus des Amtshauses ist das Museum im Zisterzienserkloster Lehnin zurzeit geschlossen.
Nach dem Museumsbesuch lockt der nahegelegene Klostersee mit einer kleinen Wanderung in den Skulpturenpark am Seeufer. Am Museum biegen Sie nach links in den Weg ein, der an der Torkapelle vorbei Richtung Parkplatz führt und in die Kurfürstenstraße mündet. Hier biegen Sie links ein und folgen der Straße bis zum nächsten Abzweig, an dem es nach links in die Damsdorfer Chaussee geht. Gleich hinter dem Supermarkt führt ein Wanderweg Richtung Klostersee, dem Sie nun bis in den Skulpturenpark folgen.
Am östlichen Ufer des Klostersees entstand seit den 1990er-Jahren ein Skulpturenpark, eine Galerie,das Ufercafé, Ateliers sowie ein Gästehaus für internationale Künstler aber auch für Kunstfahrten, Klassenfahrten, Seminare,etc. Dieser Kunstort wird von dem Kunstförderverein Lehniner Institut für Kunst und Kultur e.V. unterhalten.Der KunstOrt befindet sich unweit des Klosters Lehnin, in dirketeer Uferlage des Klostersees.
Arbeiten von George Rickey, Robert Schad, Amador, Karl Menzen, Reinhard Haverkamp, CW Loth, Stefan Sprenker, Thomas Reifferscheid, Michael Hischer, Dietrich Schön, Marina Schreiber, Frank Lipka, Stefan Pietryga, Franz Gutmann und Raffael Rheinsberg gehören überwiegend als langfristige Leihgaben zum "Inventar" des Parks.
Jetzt wäre es an der Zeit für eine Stärkung: Das Ufercafé im Skulpturenpark lädt ein. Genießen Sie den wunderschönen Ausblick auf den See.
Das Café befindet sich am Ufer des Klostersees, inmitten des Skupturengartens am Klostersee. Das Café bietet selbstgemachten Kuchen, Caféspezialitäten und kleine Gerichte. Im Sommer genießt man man den Blick von der Terrasse direkt auf den See. Im Winter lädt der lichtdurchflutete Innenraum zum Verweilen ein.
Wenn Sie noch ausreichend Zeit und Ausdauer haben, können Sie den Klostersee auf dem ausgeschilderten Wanderweg umrunden und zum Busbahnhof zurückkehren. Vom Skulpturenpark ist der Wanderweg noch ca. 5 Kilometer lang.
Wenn Sie aber lieber die Rückfahrt antreten möchten, ist es bis zur nächsten Bushaltestelle nicht weit. Sie gehen ein Stück auf dem Weg, auf dem Sie hergekommen sind, biegen aber nicht in den Wanderweg ein, sondern folgen dem Weg „Am Klostersee“ für wenige 100 Meter weiter geradeaus, bis der Weg in die Landstraße einmündet. Sie überqueren die Landstraße. Die Bushaltestelle Lehnin, Fischersberg befindet sich auf der linken Seite.
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