Bahnhofstr.
03172 Guben
Ein Grenzgang von Guben nach Gubin
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Familien, Kulturliebhaber, Entdecker und Abenteurer
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Mit innovativen Gestaltungsideen und dem Einsatz moderner Medien präsentiert sich in der ehemaligen Hutfabrik von Carl Gottlob Wilke, dem deutschen Erfinder des witterungsbeständigen Wollfilzhutes, das Stadt- und Industriemuseum. Ein Museum zum Erleben mit digitalem Durchbblick und virtueller Realität.
Unter 14 von der Decke hängenden Themen-Hauben ist auf rund 450 Quadratmeter die facettenreiche Gubener Stadt- und Industriegeschichte in deutscher und polnischer Sprache zu erleben. Historisches Wissen zur Stadtgeschichte und zur traditionellen Hutherstellung sind auf unterschiedlichste Weise zu erfahren: durch Geschichten zum Hören und Staunen, Interessantes zum Lesen und Schauen, Geschichte zum Anfassen und Hüte zum Aufsetzen in der „Virtuellen und Echten-Hutprobierstation“.
Interaktiv kann die Erlebniswelt alter Handwerksberufe in virtueller Realität über VR-Brillen erlebt werden. Neben diesen VR-Brillen gibt es seit 2022 auch zehn QR-Codes, die mit dem eigenen Handy abgerufen werden können. Zu erfahren sind zehn Hörfolgen (Podcasts) zum Thema: „Die 10 Geheimnisse der Gubener Hutherstellung“ als Zeitzeugenbericht über die Gubener Hutherstellung in den einstigen VEB Hutwerken Guben.
April bis Oktober (Sommer)
Dienstag - Freitag: 12 - 17 Uhr
Sonntag: 14 - 17 Uhr
Montag und Samstag geschlossen
November bis März (Winter)
Dienstag - Freitag 12 - 17 Uhr
jeder 2. und 4. Sonntag im Monat 14 - 17 Uhr
Montag und Samstag geschlossen
Noch einmal geht es über den Friedrich-Wilke-Platz und dann weiter durch die Frankfurter Straße zur Neißebrücke. Sie ist Teil des Wehrs, das an einer Flussschnelle der Neiße das Wasser reguliert. Auf polnischer Seite, in Gubin, liegt die historische Altstadt. Allerdings hat der Krieg nur Reste von ihr übrig gelassen. So das restaurierte Alte Rathaus mit dem Ratskeller direkt neben der Ruine der Haupt- und Stadtkirche.
1502 entstand das Rathaus aus einem gotischen Vorgängerbau und um1672 wurde es im Stil der Renaissance umgebaut. Damals kamen die drei heute noch vorhandenen Giebel dazu. 1924 wurde im Erdgeschoss eine Gaststätte eröffnet. In den Gewölberäumen des Ratskellers lädt auch heute wieder eine Gaststätte zu regionaler Kost. Der Zweite Weltkrieg hat auch das Rathaus nicht verschont. Das Gebäude wurde sehr stark beschädigt. Sein Wiederaufbau dauerte fast 10 Jahre. Seit 1986 befinden sich hier die Stadt- und Gemeindebibliothek und das Gubiner Kulturhaus mit Veranstaltungssaal. Die Stadt- und Hauptkirche ist noch immer eine Ruine, der Wiederaufbau nimmt allerdings deutliche Züge an. Zumindest ist der Kirchturm wieder begehbar. Hinweisschilder zeigen an, wann der Aufstieg möglich ist.
Wenn Sie sich den Straßenbelag vor dem Rathaus genau anschauen, entdecken Sie Straßenbahnschienen. Tatsächlich fuhr dort bis 1938 eine Elektrische. Laufen Sie zurück zur Neißebrücke, bleiben Sie jedoch auf polnischer Seite. Folgen Sie rechter Hand auf dem Uferweg dem Flusslauf. Schon bald teilt sich die Neiße in zwei Arme, die eine Insel im Fluss formt. Fußgängerbrücken führen von beiden Seiten auf die Theaterinsel.
Die polnische Insel, zwischen den Städten Guben und Gubin im Flusslauf der Neiße gelegen, kann man von beiden Städten über Brücken erreichen. Auf der Insel stand ein Theater, welches 1874 eröffnet wurde. Nachdem das Theater wie durch ein Wunder den 2. Weltkrieg fast unbeschadet überstanden hatte, fiel es 1945 Brandstiftern zum Opfer.
An historischer Stelle findet man heute das neu errichtete Eingangsportal, auf dem sich originale Säulenreste des ehemaligen Theaters befinden. Ein kleines Denkmal für Goethes Muse Corona Schröter, die 1751 in Guben geboren wurde, zierte den Theaterpark. Ein Teil des Denkmals steht noch heute, doch die Büste gilt als verschollen.
Die Neißeinsel ist ein Park für Fußgänger und Radfahrer geworden, mit gepflegten Anlagen und Sitzgelegenheiten im Schatten alter Bäume. Am Wegesrand findet man eine vergrößerte Holznachbildung des Goldfisches von Vettersfelde. Das Original ist ein Teil des 1882 in Vettersfelde unweit von Guben gefundenen skythischen Goldschatzes, der sich heute im Berliner Alten Museum befindet.
Zurück in den Westteil der Stadt gelangen Sie über eine Brücke, die auf die Poststraße führt. Von hier unternehmen Sie, wenn Sie mögen, einen kurzen Abstecher zur Gubener Klosterkirche. Der neugotische Bau steht auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters, das jedoch nach der Reformation aufgelöst wurde. Dann spazieren Sie auf der Alten Poststraße zurück in Richtung Bahnhof. Kurz vor dem Ziel sehen Sie rechts an der Kreuzung Uferstraße das riesige Gebäude einer früheren Tuchfabrik. Dort hat sich eine Institution einquartiert, an der sich die Gemüter scheiden: das Plastinarium mit seiner Anatomieausstellung „Körperwelten“.
Nach aufwendigem Umbau wurde mit dem PLASTINARIUM auf knapp 3.000 Quadratmetern ein anatomisches Kompetenzzentrum geschaffen. Den Besucher erwartet eine Mischung aus ”Körperwelten“ und der Vermittlung von Plastination – dem Konservieren und Präparieren menschlicher und tierischer Körper und Körperteile. Die beeindruckenden in Guben hergestellten Lehrpräparate demonstrieren, wie vergängliche Körper von Menschen und Tieren mithilfe der einmaligen Technik der Plastination für die Nachwelt erhalten und ästhetisch ansprechend gestaltet werden. Besucher können so die Schönheit und Verletzlichkeit unserer Existenz unmittelbar erfahren.
Wie wäre es, wenn Sie Guben mit einer neuen Kopfbedeckung verlassen? In der Cottbuser Straße 1 nahe des Bahnhofs finden Sie die letzte Hutmanufaktur Gubens. Mit Liebe und Herzblut entstehen hier in Handarbeit schöne Kopfbedeckungen für jedermann. Laufen Sie einfach vom Plastinarium und der Poststraße zur Bahnhofstraße, die auf die Cottbuser Straße führt. Nach einem knappen Kilometer Richtung Westen erreichen Sie das Hutgeschäft Gubhut. Übrigens: Hüte sind wieder im Kommen.
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03172 Guben