Fritz-Hesse-Str.
06844 Dessau
Auf diesem Stadtrundgang erleben Sie moderne Architektur mit ökologischem Anspruch
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Ein horizontales farbiges Band schlängelt sich nahe des Dessauer Hauptbahnhofes über ein ehemaliges Industrie- und Bahngelände. Das Gebäude des Umweltbundesamtes wurde nach umwelt- und gesundheitsverträglichen Prinzipien erbaut. Durch solare Energieeinträge, hoch dämmende Außenwände und eine Erdwärmetauschanlage, erreicht der Verwaltungsbau fast den Energiestandard eines Passiv-Hauses. Die Gänge und Wege innerhalb des Gebäudes wurden dabei ähnlich der Struktur eines Baumes konzipiert: das Forum stellt die „Wurzel“ dar, das Atrium den „Stamm“, sogenannte Brücken sind die „Äste“ und die Flure die „Zweige“.
Die Architekten haben das Gebäude mit einige Raffinessen versehen. Zum Beispiel nehmen die farblich variierenden Glasbänder der Fassade die Farbgebung des städtischen Gegenübers auf. Die Flurwände bestehen zum großen Teil aus einer transparenten Glas-Holzkonstruktion.In der Fensterlaibung sind Nachtauskühlungsklappen integriert. Fünf Felsen aus Beton sind Teil der nach innen gezogenen Parklandschaft.
Das mit Glas überdachte halbrunde Forum ist für alle öffentlich zugänglich. Besucher haben während der Öffnungszeiten des Gebäudes Zugang zu den Ausstellungen im Forum. Führungen werden durch die Tourist-Information Dessau-Roßlau (Tel. 0340-20 41 542) und das Architekturbüro Sauerbruch Hutton angeboten (Tel. 030-397 821-0).
Die auf der Rückseite des UBA-Gebäudes befindliche Hans-Heinen-Straße führt Sie direkt auf die Ferdinand-von-Schill-Straße. Hier gehen Sie nach rechts, der architektonisch beeindruckende Bau des Anhaltischen Theater ist bald zu sehen.
Das traditionsreiche Theater in der Bauhausstadt Dessau wurde 2016 für seinen vielseitigen Spielplan mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Das Große Haus am Friedensplatz bietet Platz für rund 1.070 Besucher und konnte in der vergangenen Spielzeit in 995 Veranstaltungen 175.000 Besucher erreichen. Die lange Verdi-Tradition wird mit der Erfolgsproduktion „Otello“ fortgesetzt. Das Alte Theater ist der Ort für zeitgenössisches Autorentheater sowie die Stammbühne des Puppentheaters. Die Anhaltische Philharmonie Dessau, welche schon ihr 250-jähriges Jubiläum gefeiert hat und in 2016 mit dem Landesmusikpreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde, bietet als Sinfonie- und Opernorchester abwechslungsreiche Konzerterlebnisse. Im Sommer präsentiert das Orchester die beliebten Seekonzerte im Gartenreich Dessau-Wörlitz. Das Anhaltische Theater Dessau ist darüber hinaus am alljährlich stattfindenden Kurt Weill Fest, am IMPULS-Festival und an Projekten mit der Stiftung Bauhaus Dessau maßgeblich beteiligt.
Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn am jeweiligen Spielort. Reservierte Karten sind bis 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn hinterlegt.
Durch die Fritz-Hesse-Straße geht es weiter Richtung Stadtpark. Am Rande des Parks entsteht der Museumsneubau des Bauhaus, der im September 2019 zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhaus eröffnet wird. Die Öffentlichkeit kann auf die nach Berlin zweitgrößte Sammlung zum Thema Bauhaus weltweit gespannt sein. Gegenüber der Baustelle führt ein Weg zwischen den Häusern auf die Hobuschstraße.
Auf dem Gelände der denkmalgeschützten Schade-Brauerei wird ebenfalls ein ambitioniertes Bauvorhaben ausgeführt. Geplant sind ein Schulungs- und Kongresszentrum sowie Gastronomie und Wohnungen. Gleich nebenan befindet sich das Brauhaus „Zum Alten Dessauer“. In der historischen Brauerei wird das Bier vor den Augen der Gäste gebraut. Zwischen rustikalen Balken und Kupferkesseln werden hauseigenes Bier und deftige Speisen angeboten.
Ist es für Brauhausröstis und Bierbraten noch zu früh, geht es gleich weiter, nach links Richtung Schlossplatz. Vor dem Rathaus biegen Sie nach rechts, der Turm der Marienkirche ist schon zu sehen.
Die Schloss- und Stadtkirche St. Marien wurde wie so viele Kirchen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges 1945 durch Bombenangriffe stark zerstört. Zuvor war sie nach einem romanischen Vorgängerbau seit 1523 Schloss- und Stadtkirche Dessaus. Fürst Ernst von Anhalt-Dessau legte den Grundstein dafür, nach seinem Tod ließ seine Frau, Herzogin Margarethe von Münsterberg den Bau vollenden.
Nach der Zerstörung blieb sie – vor allem wegen fehlender Mittel für einen Neuaufbau – als Mahnmal gegen den Krieg über 40 Jahre als Ruine stehen. 1987 begann aber die Beräumung und nach der Wende dann wurde das zerstörte Gebäude wieder aufgebaut. Allerdings wurde nicht versucht, die Kirche originalgetreu wiederherzurichten. Der Innenraum wird nicht von einem Gewölbe, sondern von einer schlichten Holzbalkendecke überspannt. Die roten Ziegel blieben unverputzt.
Die Marienkirche hat zwar die Form eines Gotteshauses wieder zurück erhalten, ist heute aber ein Veranstaltungsraum für Konzerte, Theater und Ausstellungen.
Gehen Sie über den Schlossplatz. Hinter einem schmucklosen Plattenbau versteckt sich der reich verzierte Johannbau.
Der Johannbau ist der einzig erhaltene Flügel des im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Residenzschlosses der Fürsten und Herzöge von Anhalt. Der ursprüngliche Bau hatte die Form eines geschlossenen Vierecks. Zwei übrig gebliebene Tore führen heute auf eine rasenbedeckte Leere, wo noch im 19. Jahrhundert das Herzogtum Anhalt mit Dessau als Hauptstadt regiert wurde.
Heute beherbergt der Frührenaissancebau das Museum für Stadtgeschichte. Die Dauerausstellung „Schauplatz vernünftiger Menschen – Kultur und Geschichte in Anhalt-Dessau“ beleuchtet die 800-jährige, an berühmten Persönlichkeiten und Innovationen reiche Kulturgeschichte Dessaus und der Region. Die Geschichte wird dabei spannend erzählt: mit einer interaktiven Multimedia-Schau oder dem Modell der 1938 zerstörten Dessauer Synagoge. Ein Highlight sind die Unterrichtsmodelle aus dem 1774 gegründeten Philanthropinum, u. a. die Demonstration eines Blitzeinschlags am Beispiel einer Kirche.
Die Stadttour führt Sie nun aus dem Stadtzentrum heraus an das Ufer der Mulde. Eine Fußgängerbrücke in der Nähe des Muldewehrs ist an einem großzügig über des Fluss geschwungenen Bogen aufgehängt. Der „Eierschneider“ – wie sie von so manchem Dessauer genannt wird – führt auf die andere Seite zum Tiergarten. Für unseren Stadtrundgang bleiben Sie aber am westlichen Ufer und laufen nun etwa 3,5 Kilometer Richtung Dessau Süd.
Über den Meisenweg gelangen Sie auf die Kreuzbergstraße und weiter über den Querweg direkt in die Bauhaussiedlung Dessau-Törten. Im Mittelring Nr. 38 befindet sich das Moses Mendelssohn Zentrum.
Eine Dauerausstellung widmet sich dem Philosophen der Aufklärung Moses Mendelssohn. Er gilt als Schlüsselfigur der jüdischen Aufklärung in Europa und damit als Wegbereiter der Haskalah, einer Bewegung, die für Toleranz und eine gleichberechtigte Stellung der Juden in den europäischen Gesellschaften eintrat. Mendelssohn bemühte sich als einer der ersten überhaupt um einen offenen Dialog zwischen Vertretern des Christentums und des Judentums.
Die Ausstellung informiert über das Lebenswerk des Aufklärers, über seine Lebensabschnitte, Ideen und Überzeugungen, die schriftstellerischen Werke, seinen Freundeskreis und die Wirkung auf jüdische und nichtjüdische Zeitgenossen. Zugleich wird an herausragende Persönlichkeiten der Mendelssohnschen Familie erinnert. Zu den Exponaten gehören eine Kopie der berühmten Mendelssohn-Büste von Jean Pierre Antoine Tassaert, Originalausgaben von Mendelssohns Schriften, Faksimiles von Briefen und neuere Mendelssohn-Literatur.
Ein besonderer Akzent wird auf Mendelssohns Dessauer Wurzeln und die Rezeption seines Werkes in seiner Vaterstadt gelegt.
Laufen Sie weiter bis zur Damaschkestraße und überqueren diese. Die Stadttour führt nun immer geradeaus an den Laubganghäusern entlang bis zum Bahnhof Dessau-Süd.
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