Bahnhofstr. 1
25899 Niebüll
Geschichte, Natur und Kunst entdecken an 32 Stationen des Luftkurortes
Ein Stadtrundgang für Familien und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Bildhauer, Maler, Keramiker und Holzschneider Richard Haizmann (1895–1963) lebte von 1934 bis zu seinem Tode in Niebüll. Im Obergeschoss des Museums befindet sich eine Dauerausstellung, die sich dem breiten Spektrum seiner künstlerischen Arbeit widmet. Ohne klassische Ausbildung schöpfte er vor allem aus seiner Intuition, natürlichen Begabung und seiner religiösen Erziehung. Widmete er sich anfangs der Malerei, kamen später Bildhauerei und Keramik hinzu. Der Künstler stellte im In- und Ausland aus, seine Arbeiten wurden auch von Museen angekauft. Da seine Werke mit Machtergreifung der Nazis ab 1933 als „entartet“ galten, geriet Richard Haizmann bald in finanzielle Nöte. So nahm er die Einladung eines befreundeten, kunstsammelnden Ehepaares an und zog nach Niebüll. Nach 1950 entdeckte er für sich neue Techniken wie den großformatigen Holzschnitt.
Neben der Dauerausstellung zeigt das Museum in wechselnden Schauen Kunst der Klassischen Moderne sowie der Gegenwart vor allem norddeutscher und skandinavischer Künstlerinnen und Künstler. Im Haus finden zudem Konzerte, Vorträge und Lesungen statt. Es gibt auch eine Kinderkunstwerkstatt und ein Offenes Atelier zum kreativen Arbeiten in der Gemeinschaft. Der Eintritt ins Museum ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Der Osterweg führt zu einem besonderen Gebäude, das vom Leben der Friesen erzählt. Achtung, Kopf einziehen, denn die Türen des uralten Hauses sind nicht hoch. Hier erfährt man auch, was es mit der „Friesischen Hummel“ auf sich hat. Soviel sei verraten: Es ist ein Instrument für Volksmusik.
Das Museum zeigt anschaulich, wie die Friesen einst ihre Häuser bauten, wie sie lebten und wirtschafteten. Dazu wurde im Jahre 1929 der um 1700 errichtete Hof Broder Bahnsen angekauft und als Freilichtmuseum gestaltet. Das rund 27 Meter lange und 8 Meter breite Gebäude, ein „uthlandfriesisches Langhaus“ mit hohem Reetdach, beherbergt u.a. Wohnteile, Küche mit offenem Herd, Stall, Knechtekammer, Klüterkammer (Werkstatt) und das Katharine-Ingwersen-Zimmer. Die Möbel stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und geben Zeugnis der friesischen Wohnkultur. Die alten Küchenutensilien und bäuerlichen Arbeitsgeräte erzählen vom einstigen Alltag der friesischen Bewohner.
Für interessierte Gäste wird täglich um 14 Uhr eine kostenlose Führung angeboten.
Und noch ein Museum liegt auf dem Stadtpfad: das Naturkundemuseum. Der kürzeste Weg dorthin abseits des Pfades führt jetzt über den Museumsweg, die Ingwer-Dethlefsen-Straße und die Deezbüller Straße.
Die interaktive Erlebnisausstellung des Naturkundemuseums gibt Einblicke in die Natur und Landschaft beiderseits der deutsch-dänischen Grenze. Gäste erfahren hier viel Interessantes über die Fauna von Biene bis Seeadler. Sie können den Fischen im Süßwasser-Aquarium zuschauen und erleben mit, was sich nachts so im Wald tut. Spannend ist auch das lebende Bienenvolk, das sich hinter Glas beobachten lässt. In der KreativWerkstatt können Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene, nach Voranmeldung unter anderem Bernstein schleifen, filzen, Speckstein bearbeiten oder auf eine Waldrallye gehen. Es werden Führungen in die Natur und Entdeckertouren angeboten. Ein Info-Café und der kleine Museumsgarten laden zum Verweilen ein. Das Museum mit Außenfahrstuhl ist barrierearm gestaltet.
Jetzt aber raus in die Natur! Die Deichstraße bringt die Wandernden entlang von Feldern an den westlichen Stadtrand zu den Wehlen mit dem Naturbad, das im Sommer zum Sonnen und Baden lockt. Wehle, so heißt ein See oder Teich, der durch einen Deichbruch infolge einer Sturmflut entstand – so geschehen in Niebüll im Jahre 1492. Über die Mühlenstraße geht es nun zum Marschenpark und rauf auf den Deich. Am Flutmarkenpfahl lässt sich ablesen, warum hohe Deiche so wichtig sind.
Der rund zehn Hektar große Marschenpark zeigt vier historische Deichprofile, die von 1600 bis 1980 errichtet wurden. Die Marsch ist Land, welches das Meer anschwemmte oder das dem Meer vom Menschen abgerungen wurde, um es wirtschaftlich zu nutzen. Da es etwa auf Höhe des Meeresspiegels liegt, wurde dieses Land durch Deiche vor Sturmfluten geschützt.
Im Jahre 2013 wurde auf dem Areal des Marschenparks ein Regenrückhaltebecken zur Entwässerung errichtet. Die beim Bau anfallenden Erdmassen nutzten die Bauleute, um das Gelände mit den Deichen zu modellieren. Mehrere Infotafeln berichten davon, was sich in Sachen Küstenschutz vom Mittelalter bis heute getan hat.
Der Landschaftspark mit seiner Vielfalt an Wiesenblumen und Gräsern ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet der Stadt.
Durch den Malmesbury Park, benannt nach der britischen Partnerstadt von Niebüll, geht es nun zum nächsten Highlight, der Christuskirche. Der kürzeste Weg ist über Hungerfennenweg und Kirchenstraße. Wer auf der Tour noch nach besonderen Fotomotiven sucht – die Torbögen vor der Backsteinkirche gehören auf jeden Fall dazu.
Die Christuskirche Niebüll ist eine evangelisch-lutherische Kirche, die 1728 bis 1729 anstelle der zu klein gewordenen früheren Kirche errichtet wurde. Zu den Kostbarkeiten der Backstein-Saalkirche gehören der Granit-Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, das Triumphkreuz aus dem 15. Jahrhundert, die Emporenkanzel im Renaissancestil von etwa 1630. Im Jahre 1730 wurde der barocke Hochaltar gestiftet. Den Namen Christuskirche erhielt der denkmalgeschützte, sakrale Bau erst 1975 durch seine Christusdarstellungen im Kirchenschiff.
Aufgrund der sehr guten Akustik in der Kirche finden hier auch Konzerte statt.
Zum Kirchen-Ensemble gehören der freistehende Glockenturm von 1881, die Torbögen, die Skulptur „Mutter“ des Kieler Bildhauers Walter Rössler (1904–1996) auf dem einstigen Kirchhof und das reetgedeckte Küsterhaus.
Die Christuskirche hat die Nummer 29 auf dem Niebüller Stadtpfad. Entweder man läuft weiter zu den letzten drei Stationen, zu Schmucksäule und Marktplatz, oder sagt dem nordfriesischen Luftkurort an diesem Punkt herzlich „Tschüss“ und läuft die 350 Meter über Rathausstraße und Bahnhofstraße zurück zum Bahnhof.
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