An d. Bahn
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Ein Spaziergang zum Wettermuseum in Lindenberg
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Familien, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Deutschlands einziges Museum für Meteorologie und Aerologie präsentiert seltene Schätze aus über 100 Jahren Wetterforschung. Am Traditionsstandort der Aerologie werden ausgewählte historische meteorologische Messinstrumente, Radiosonden und Drachen gezeigt. In der Ballonhalle 2 des Wettermuseums wird die Geschichte der Aufstiegstechniken für Höhenmessungen anhand beeindruckender Exponate lebendig. In Zusammenarbeit mit dem Richard-Aßmann-Observatorium bietet das Museum die Möglichkeit, einen heutigen Wetterballonaufstieg mitzuerleben. Ein Spaziergang durch Lindenberg entlang des Leit- und Informationssystems führt zu denkmalgeschützten und historisch bedeutenden Gebäuden und Liegenschaften.
Das Wettermuseum bietet auch Geologie-Interessierten spannende Einblicke, da das Klima tiefgreifende Veränderungen in der Landschaft bewirkt. Lindenberg ist ein Traditionsstandort der Aerologie und beherbergt eines von zwei Observatorien des Deutschen Wetterdienstes. Das Meteorologische Observatorium Lindenberg wurde 1905 von Richard Aßmann als „Königlich-Preußisches Aeronautisches Observatorium“ gegründet und spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Luftfahrt und der Erforschung der höheren Luftschichten. Das Wettermuseum hat sich zum Ziel gesetzt, die richtungsweisenden Forschungsarbeiten des Lindenberger Observatoriums im ersten Jahrhundert seines Bestehens sowie dessen gegenwärtige Bedeutung aufzuzeigen.
Nach dem Besuch des Wettermuseums und der historischen Bauten geht es nun wieder zurück zum Bahnhof - und weiter auf der Hauptstraße in Richtung Dorfkern und dem Gutspark. Auf der linken Seite entdecken Sie schon bald das alte Schloss in seiner morbiden Schönheit. Sein heutiges Erscheinungsbild stammt aus der Barockzeit, entstanden im Auftrag der Adelsfamilien von Kracht und von Bees. Vor seiner Enteignung nach 1934 war der Kölner Bankier und spätere CDU-Politiker Robert Pferdmenges der letzte Schlosseigentümer. 1937 kam auch der damalige Parteikollege und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Schloss Lindenberg zu Besuch. Heute nagt am einstigen Prachtbau der Zahn der Zeit. Das Schloss ist in Privatbesitz und nur von außen zu besichtigen. Ein Spaziergang durch den über sechs Hektar großen Gutspark lohnt jedoch in jedem Fall.
Der Park der Gutsanlage aus dem 17. Jahrhundert wurde um 1910 von Ludwig Lesser zum Landschaftspark umgestaltet. Sichtachsen, Pflanzengruppen, seltene Baumarten sowie Einbauten sind weitgehend erhalten. Das baufällige Schloss ist nicht zugänglich. Lohnenswert ist eine Besichtigung der Dorfkirche sowie der um 1800 entstandenen Landarbeiterkaten an der Gutsmauer.
Besonders viel Spaß macht ein Parkbesuch natürlich bei schönem Wetter. Wie das entsteht sowie einen wissenschaftlichen Eindruck von der Entwicklung des Klimas und seine Auswirkungen auf unsere Erde können die Besucher des Gutsparks Lindenberg bei einem Abstecher in das ca. 1 Kilometer nördlich gelegene Wettermuseum erfahren. Die Museumsgäste erfahren alles Wissenswerte von der Wetterbeobachtung, über die Messung der unterschliedlichen Klimaparameter bis hin zu den Phänomenen des Klimawandels. Ein Klimazaun dokumentiert die Klimaaufzeichnungen in Lindenberg der vergangenen 100 Jahre und verdeutlicht sehr plastisch die Veränderung des Klimas über diesen Zeitraum.
Baujahr: 17. Jahrhundert
Anfahrt: Auto: A12 Abfahrt Storkow oder Fürstenwalde/Ost, dann B246 oder 168/L42 bis Lindenberg; Bahn: RB36 bis Lindenberg
Nur einen Steinwurf vom Schloss markiert die denkmalgeschützte Dorfkirche von 1669 mit ihrer eindrucksvollen Architektur den Ortskern. Das quadratische Gebäude gehört zu den ersten nach dem Dreißigjährigen Krieg entstandenen ländlichen Kirchenbauten der Mark Brandenburg. Die Innenausstattung verbrannte fast vollständig bei einem Blitzeinschlag 1917. Wenige Jahre später wurde sie jedoch in ihrer alten Form wieder hergestellt. Den Innenraum krönt ein hölzernes Kuppelgewölbe.
Nach der Besichtigung geht es nun auf gleichem Weg zurück zum Bahnhof. Möchten Sie sich vor Ihrer Rückreise noch stärken, etwa 20 Meter vor den Bahnschienen lädt der Traditionsgasthof Lutter in der Hauptstraße mit deftig-regionalen Speisen zur Einkehr. Einst als „Hotel zur Eisenbahn“ geführt, lag der Gasthof direkt gegenüber vom alten Bahnhof. Auch Kaiser Wilhelm II. machte hier 1905 Station. Damals war der ganze Ort aus dem Häuschen: Über 2.200 Schulkinder und 1.000 Soldaten standen Spalier, als der Kaiser mit seinem Hofzug eintraf. 2018 verlegte man den Bahnsteig etwa 100 Meter weiter auf die gegenüberliegende Seite der Hauptstraße. Im alten Backsteinbahnhof der Reichsbahn von 1898 sind heute vier Wohnungen untergebracht.
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