Am Hauptbahnhof 14a
63450 Hanau
Märchenhafter Spaziergang durch die Innenstadt
Ein Stadtrundgang für Familien, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Seit 1896 schmückt das knapp sechseinhalb Meter hohe Bronzedenkmal des Münchner Bildhauers Syrius Eberle den Marktplatz direkt vor dem Neustädter Rathaus. Die Doppelstatue zeigt die Märchensammler Jacob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) als Ganzkörperfiguren. Zusammen mit dem barocken Rathaus aus rotem Sandstein im Hintergrund ist das Denkmal ein beliebtes Fotomotiv. Dornröschen, Rotkäppchen, Schneewittchen oder andere bekannte Märchen sind wohl das erste, woran man bei dem Namen "Grimm" denkt. Doch die beiden in Hanau geborenen Brüder gelten auch wegen ihres deutschen Wörterbuchs als Gründerväter der deutschen Philologie und Germanistik. Der Sitzende ist Wilhelm Grimm, der Stehende Jacob Grimm.
Auf dem Weg zum nächsten Highlight der Rundtour könnt Ihr die ersten Skulpturen des Hanauer Märchenpfades entdecken. Schneewittchen, Brüderchen und Schwesterchen sowie König Drosselbart begleiten Euch auf dem Weg zum Schlossgarten. Über die Hammerstraße geht es zunächst zum Forum Hanau, einem Einkaufszentrum, in dem auch das Kulturforum, die Stadtbibliothek und der Hanauer Geschichtsverein ihren Sitz haben. Vom Forum aus führt der Rundweg weiter in Richtung Hanauer Altstadt. Durch die Schlendergasse, wo noch gut erhaltene Reste der Altstadtmauer zu erkennen sind, und vorbei an der Johanneskirche, deren stilisierte Turmhaube aus Stahl als Mahnmal an den Zweiten Weltkrieg erinnert, kommt Ihr zum Schlossplatz.
Der Schlossgarten am Congress Park ist eine innerstädtische grüne Oase. Er wurde 1766 als einer der ersten englischen Landschaftsgärten in Europa angelegt und ist ein beliebter Anziehungspunkt für Anwohner und Gäste. Geschwungene Wege, die von hohen, alten Bäumen gesäumt werden, ziehen sich durch die idyllische Parkanlage. An dem großen Teich, befindet sich eine weitere der elf Skulpturen des Hanauer Märchenpfades. Die Figur stellt das Märchen "die Sechs Schwäne und ihre Schwester" dar. Eine kleine Stärkung oder ein kühles Getränk gibt es im gemütlichen Biergarten am Rand der Parkanlage. Im südlichen Teil des heutigen Schlossgartens stand bis zum Abriss im Jahr 1829 das Hanauer Stadtschloss, das Graf Philipp Reinhard von Hanau-Lichtenberg 1685 aus einer Wasserburg errichten ließ. Der dazugehörige Marstall wurde 1928 zur Stadthalle umgebaut und 2003 in das moderne Kongresszentrum integriert, das heute für Veranstaltungen genutzt wird.
Heute präsentiert sich der Schlossgarten in der für die Landesgartenschau 2002 überarbeiteten Gestalt. Damals erhielt der Park eine große Spiellandschaft, die vor allem von Familien gerne besucht wird. Bis heute wurden noch ein attraktiver Fitness-Parcours im Ostteil und ein Spielbereich für Kleinkinder im Westen angefügt.
Nachdem Ihr die grüne Oase des Schlossgartens verlassen habt, lauft Ihr an der Karl-Rehbein-Schule vorbei und biegt rechts in die Louise-Schroeder-Straße ab. Am Ende der Straße erreicht Ihr die Marienkirche, den Wirkungsort von Friedrich Grimm, dem Urgroßvater von Wilhelm und Jacob Grimm.
Die gotische Marienkirche ist ein Schmuckstück in der Hanauer Altstadt. 1316 erstmals als Bauwerk erwähnt, war sie ab 1434 Haupt- und Grabeskirche des gräflichen Hauses Hanau-Münzenberg. In den Jahren 1485 bis 1492 wurde an die Kapelle ein prächtiger, spätgotischer Chorraum angebaut. Zu den besonderen Schätzen der Kirche zählen das Kreuzrippengewölbe sowie vier Fensterbilder und Kalkmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Gut erhalten ist zudem die Gruft mit den sterblichen Überresten des Neustadtgründers Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg. Das im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstörte Kirchenschiff ist heute grundlegend renoviert. Zudem wurde eine neue Orgel eingebaut, die mit ihrem Klangvolumen aus 3800 Pfeifen begeistert.
Von der Marienkirche aus sind es nur wenige Meter bis Altstädter Markt. Neben dem "Teufel mit den drei goldenen Haaren", einer weiteren Figur des Hanauer Märchenpfades, erwarten Euch hier eisgekühlte Leckereien in der Eisdiele "Eis & Liebe" mit Blick auf das prachtvolle Goldschmiedehaus.
Das Deutsche Goldschmiedehaus gehört zu den bedeutendsten Ausstellungszentren der Gold- und Silberschmiedekunst in Deutschland. Der Fachwerkbau entstand 1537/38 und diente ursprünglich als Rathaus der Altstadt. Noch heute ist an der Außenseite des Gebäudes die "Hanauer Elle" (54,38cm) zu sehen, die einst während des Marktes als offizielle Längeneinheit zum Abmessen von Tuch genutzt wurde. Seine heutige Funktion als Goldschmiedehaus erhielt das Gebäude in den 1940er Jahren dank der Initiative des Berliner Juweliers und Goldschmieds Ferdinand Richard Wilm (1880-1971), der sich maßgeblich für das Gold- und Silberschmiedehandwerk einsetzte. Im Zweiten Weltkrieg fiel das Goldschmiedehaus einem Bombenangriff zum Opfer. Im Zuge des Wiederaufbaus in den Jahren von 1955 bis 1958 wurden seine Räumlichkeiten der Nutzung als Ausstellungsort angepasst. Seit 1985 hat die deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst hier ihren Sitz. Vor dem Goldschmiedehaus steht ein weiteres Kleinod der Hanauer Altstadt: der sandsteinerne Justitiabrunnen aus dem Jahr 1611. Mit dem Schwert in der einen und der Waage in der anderen Hand steht Justitia als Symbol der Gerechtigkeit.
Durch die Marktstraße geht es nun zurück in Richtung Hanauer Neustadt. Für alle, die Wein lieben, lohnt sich ein Zwischenstopp am Weinhaus Gies. Liebevoll zusammengestellte Präsente und kulinarische Mitbringsel findet Ihr auch wenige Schritte weiter im Feinkostladen "Aceto & Olio". Am Ende der Marktstraße angekommen, weisen die Brüder-Grimm-Ampelmännchen den Weg zurück in die Hanauer Neustadt und zum Freiheitsplatz.
Der Freiheitsplatz grenzt unmittelbar an das Forum Hanau (siehe Wegbeschreibung zu POI 1). Vor dem Forum steht eine rostbraune, 2,20 Meter hohe Skulptur, die einen Mann darstellt, der die Hände hinter dem Rücken verschränkt hält und dessen Blick auf eine weitere, abstrakte Skulptur gerichtet ist. "Moritz und das tanzende Bild" lautet der Name dieses vom Bildhauer Robert Schadt angefertigten Denkmals für den Maler Moritz Daniel Oppenheim. Oppenheim wurde 1800 unweit des Freiheitsplatzes geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Hanau. Er gilt als einer der ersten jüdischen Maler der Neuzeit, die weltweite Bekanntheit erreichten. Als Porträt- und Historienmaler fertigte er unter anderem Gemälde bedeutender Persönlichkeiten wie Heinrich Heine, Ludwig Börne und Gabriel Riesser an. Auf der gegenüberliegenden Seite des Freiheitsplatzes, vor dem Finanzamt, befindet sich eine weitere Figur des Hanauer Märchenpfades.
Auf der Südseite des Freiheitsplatzes kommt Ihr am einstigen Standort des Geburtshauses der Brüder Grimm vorbei. Eine Info-Tafel an der Hausfassade Am Freiheitsplatz 1 markiert den historischen Ort. Weiter geht es durch die Fahrstraße, früher die einzige Straße Hanaus, in der gefahren wurde, vorbei an der Märchenfigur "Gestiefelter Kater", in die Langstraße. An der Hausnummer 41 erinnert ein Fassadengemälde der Künstlergruppe "Hanau Radau" an das zweite Wohnhaus der Familie. Vorbei am Café Schien, in dem Ihr ein Stück der berühmten Brüder-Grimm-Torte probieren solltet, und weiteren Figuren des Hanauer Märchenpfades gelangt Ihr zur Wallonisch-Niederländischen-Kirche.
Die Doppelkirche an der Französischen Allee wurde um 1600 für die wallonischen und niederländischen Glaubensflüchtlinge in der Hanauer Neustadt erbaut. Das Dach der mächtigen Kirche umfasste einst sechs Stockwerke, sodass bis zu 2000 Gemeindemitglieder Platz fanden. Die Kirchenuhr, die zu den größten und ältesten in Deutschland zählt, ist heute im Stadtladen des Hanauer Rathauses am Marktplatz zu sehen. Während die kleinere, ehemals niederländische Kirchenhälfte nach ihrer Zerstörung am 19. März 1945 in ihrer ursprünglichen Gestalt wieder aufgebaut wurde, blieb die Ruine der wallonischen Kirche als Mahn- und Gedenkstätte bestehen. Die Wallonisch-Niederländische Kirche ist auch trotz ihrer weitgehenden Zerstörung noch heute ein bedeutendes Baudenkmal, das sowohl für die Geschichte wallonischer und niederländischer Glaubensflüchtlinge, als auch für die Gründung von Neu-Hanau und den damit verbundenen wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Stadt steht.
Auf dem Vorplatz der Wallonisch-Niederländischen-Kirche wartet die letzte Figur des Hanauer Märchenpfades auf Euch: Mit ihrem Korb in der Hand steht Rotkäppchen neben dem bösen Wolf auf einem Sockel vor der Kirche. Aufmerksamen Beobachter:innen werden auch die Pfotenabdrücke auf dem Boden neben der Märchenskulptur nicht entgehen. Durch die Paradiesgasse erreicht Ihr wieder den Markplatz der Hanauer Neustadt. Von hier gelangt Ihr mit der Buslinie 1, 2 oder 5 (von der Bushaltestelle "Marktplatz Hanau") zurück zum Ausgangspunkt der Tour, dem Hanauer Hauptbahnhof.
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