Bahnhofstr. 1
67655 Kaiserslautern
Erinnerungsorte in der Pfalz
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Am einst höchsten Ort der Stadt befinden sich die steinernen Zeugen der langen Geschichte von Kaiserslautern: Zum einen die Kaiserpfalz, deren Errichtung ab zirka 1152 von Kaiser Friedrich I., genannt „Barbarossa“, beauftragt wurde, und zum anderen das ehemalige Renaissanceschloss, das Pfalzgraf Johann Casimir ab 1571 bauen ließ. Beide Gebäude waren immer eng miteinander verbunden, was sowohl ihre Baulichkeit als auch ihr Schicksal im Laufe der Geschichte anbelangt. Im Rahmen des Projektes „Neue Stadtmitte“ werden die wertvollen historischen Zeugnisse gesichert und erlebbar gemacht, um die Bedeutung der gesamten Anlage zu vermitteln.
Von der prächtigen Kaiserpfalz sind nur noch wenige Reste zu sehen, so die einstige Burgmauer. Sie diente noch in 30-jährigen Krieg als Verteidigungswall. In den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen verfiel die Kaiserpfalz immer mehr. Auch das benachbarte Schloss wurde zerstört. Am Ende des 18. Jahrhunderts war von den Bauwerken kaum noch etwas vorhanden. In den 1930er-Jahren wurde auf ehemaligen Fundamenten und aus wiedergewonnenen Steinen ein Gebäude für den „Pfalzgrafensaal“ errichtet. Er dient der Stadt heute für Empfänge und Veranstaltungen.
Einen Blick in die Vergangenheit dieser steinernen Zeitzeugen ermöglichen sowohl erhaltene Mauerzüge, Steinquader und Grundmauern als auch wiederaufgebaute und ergänzte Gebäudeteile. Lebendig wird die Geschichte der beiden Gebäude bei diversen Führungen über das Burg- und Schlossareal sowie durch die unterirdischen Gänge. Die Führung beginnt im Pfalzgrafensaal, anschließend geht es in die ca. 70 m langen unterirdischen Gänge. Die Tourist Information bittet um Voranmeldung unter der Telefonnummer 0631 365-4019 oder touristinformation@kaiserslautern.de.
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Vom Burgberg sind es nur ein paar Schritte zum Willy-Brandt-Platz mit dem Rathaus., das mit 84 Metern eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt und eines der höchsten in ganz Deutschland ist. Das Panorama-Restaurant im 21. Stockwerk hat ab 17.30 Uhr geöffnet und bietet einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Pfälzerwald. In unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses, erhebt sich der Sandsteinbau des Pfalztheaters.
Nach dem Ausflug in die Geschichte steht nun ein Besuch in exotischer Natur an. Jenseits der Lauterstraße befindet sich der Eingang in den Japanischen Garten.
Um fernöstliche Atmosphäre zu erleben, muss man nicht nach Japan reisen. Der im Jahr 2000 eröffnete Japanische Garten in Kaiserslautern zählt mit seinen Teichen, dem Wasserfall, den Quellen und natürlich wegen seiner typischen Flora zu den größten, vor allem auch schönsten Gärten seiner Art in Deutschland. Von Kennern ausgesuchte Pflanzen, Fische und Steinarrangements versetzen ins Land des Lächelns. Die besondere Attraktion ist das über einhundert Jahre alte original japanische Teehaus. Von der Terrasse des Gartenkiosks „Bunkyo-an“ bietet sich ein herrlicher Blick auf das Teehaus und den großen Teich. Hier gibt es Tee, Kaffee und Kuchen sowie auf traditionelle Weise zubereitete japanische Speisen.
Aus fernöstlichen Gefilden geht es wieder in die Geschichte von Kaiserslautern. Der Weg führt an einem Hotel mit dem bezeichnenden Namen „Alcatraz“ vorbei. Das hat seinen Grund: Aus 56 Zellen des früheren Stadtgefängnisses wurden Komfortzimmer für Besucher mit dem Sinn für das Besondere. Gleich nebenan, am Museumsplatz, steht die im Stil der Neo-Renaissance errichtete Pfalzgalerie. Sie beherbergt eine exzellente Gemälde- und Skulpturensammlung sowie ausgewählte kunsthandwerkliche Stücke. Sie ist täglich außer montags geöffnet.
Das nächste markante Gebäude am Weg ist die Fruchthalle. Sie steht unübersehbar auf einer Verkehrsinsel.
Die Fruchthalle ist ein Stück Italien mitten in Kaiserslautern. Sie wurde 1843 bis 1846 nach dem Vorbild des Palazzo Medici in Florenz im Renaissance-Stil erbaut. Von Anfang an war der Bau der Fruchthalle mit der Idee einer vielseitigen Nutzung verbunden - als Markthalle im Erdgeschoss und mit einem Saal für Konzerte, Konferenzen und festliche Anlässe darüber. Im Jahre 1849 hatte hier die pfälzische Revolutionsregierung ihren Sitz, die die Loslösung der Pfalz von Bayern besiegelte. Heute finden im Festsaal, der sich über zwei Stockwerke erstreckt, hochkarätige Konzerte und große Veranstaltungen statt. Die Fruchthalle ist im kollektiven Bewusstsein der Kaiserslauterer ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der Stadt.
Nach dem Überqueren der Martin-Luther-Straße ist der St. Martinsplatz erreicht. Er ist das schmucke Tor zur Altstadt. Zusammen mit dem Alten Stadthaus von 1745, heute Sitz der Emmerich-Smola-Musikschule, dem Rettigschen Haus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und dem einstigen Hotel Zum Donnersberg, in dem sogar Napoleon gefrühstückt haben soll, sorgt der gusseiserne Brunnen von 1891 für eine idyllische Atmosphäre.
Die St. Martinskirche ist eine katholische Pfarrkirche und gilt als anschauliches Beispiel einer mittelalterlichen Bettelordenskirche. Erbaut Anfang des 14. Jahrhunderts als Konventskirche des
Franziskanerordens, wurde sie bereits im 15. Jahrhundert erweitert. Die Barockdecke im Innern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die vor dem Eingang stehende Statue zeigt den Heiligen
Nepomuk. Im Pfarrhof der Kirche wurden historische Grabsteine ehemaliger Friedhöfe aufgestellt. Noch heute begrenzen Reste der mittelalterlichen Stadtmauer die Anlage.
Die Route führt nun durch die Steinstraße, in der das Leben pulsiert. Sie führt zwischen dem St. Martinsplatz und Mainzer Tor mitten durch die Altstadt und ist von jeder Menge Gaststätten und Geschäften gesäumt.
Auf der Suche nach einem leckeren Frühstück mit gutem Kaffee landet man in der „Kaffee-Rösterei“, einem Café zum Ausspannen. Zur Auswahl stehen das traditionelle Frühstück mit Baguette und Vollkornbrot oder verschiedene Kuchen sowie ein umfangreiches Sortiment an frisch geröstetem Kaffee.
Am Ende der Steinstraße gibt es noch einmal Gelegenheit, in die Stadtgeschichte einzutauchen. Der frühere Fuhrmannsgasthof „Rheinkreis“ aus dem Jahre 1817 mit seinem malerischen Innenhof verbindet sich mit dem gegenüberliegenden Wadgasserhof zu einem reizvollen musealen Abschluss der Altstadt.
Das Theodor-Zink-Museum trägt den Namen des Lehrers, Sammlers und Heimatforschers (1871 – 1934), der die Grundlagen für das Stadtmuseum legte. Gezeigt wird die Geschichte der Stadt von den frühesten Siedlungsspuren bis in die Gegenwart. Dazu zählt auch die der bekannten Nähmaschinenfabrik Pfaff. Der Gebäudekomplex des Museums stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und zeigt die typische Struktur eines innerstädtischen gast- und landwirtschaftlich genutzten Anwesens mit umbautem Innenhof. Der dem Theodor-Zink-Museum gegenüberliegende und zugehörige Wadgasserhof mit großem Hofbereich birgt in seinem Kern Reste eines mittelalterlichen Wirtschaftshofes. An die Vergangenheit dieses Anwesens als Adelswohnsitz erinnert das prächtige Stuckzimmer, das mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet ist. Die Ausgestaltung zählt zu den bedeutendsten barocken Stuckarbeiten Südwestdeutschlands.
Am Ende der Steinstraße überrascht der opulente Kaiserbrunnen. Der Brunnen am Mainzer Tor stellt zahlreiche Figuren aus der Stadtgeschichte in einer heiteren Formensprache dar. Im Mittelpunkt steht Kaiser Barbarossa.
Vom Mainzer Tor geht es durch die Gaustraße und die Friedrichstraße zum Synagogenplatz. Hier erinnert eine Gedenkstätte an das 1886 eingeweihte jüdische Gotteshaus, das 52 Jahre lang als die bedeutendste pfälzische Synagoge galt. Hauptmerkmal des in maurisch-byzantinischem Stil gehaltenen, 37 Meter hohen Baus war die Kuppel mit ihren vier kleinen Ecktürmen. Die Nationalsozialisten zerstörten die Synagoge im Spätsommer 1938, noch vor der Reichspogromnacht. Die Gedenkstätte besteht aus zwei rund sieben Meter hohen Mauerfragmenten des Nordseitenportals der Synagoge. Auf der Rückseite der Fragmente sind die Namen von Holocaust-Opfern eingeritzt.
Vom Synagogenplatz geht es entlang der Fischerstraße zum Stiftsplatz. Hier erhebt sich der Bau der Stiftskirche.
Die Stiftskirche ist die älteste Hallenkirche zwischen Rhein und Saar und zählt zu den bedeutendsten gotischen Kirchenbauten in der Pfalz. Sie geht zurück auf ein Kloster (Stift) der Prämonstratenser, die Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Jahr 1176 hierher eingeladen hatte.
Der Baubeginn des Chores fällt in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, die Errichtung des Langhauses erfolgte im 14. Jahrhundert. Das Denkmal in der Eingangshalle des Hauptportals erinnert an die kirchenpolitische Bedeutung der Stiftskirche als Geburtsstätte der „Pfälzischen Union“ von Reformierten und Lutheranern im Jahre 1818. Die Ausstattung der Kirche ist modern.
Von der Stiftskirche führt nun der Weg auf den Marktplatz. Hier steht der 1571 erstmals erwähnte „Schöne Brunnen“. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhielt er einen Aufsatz, der das Stadtwappen, den Reichsadler als Sinnbild der Reichsfreiheit und den Löwen zum Zeichen der Landesherrschaft, zeigt. Zusammen mit der Adler-Apotheke und weiteren Altbauten am Markt bildet der Brunnen ein romantisches Ensemble.
Vom Markt aus führt die Schillerstraße zu einer besonderen Gaststätte in der Stadt.
Das historische Gasthaus „Spinnrädl“ wurde 1742 zum ersten Mal in den Annalen der Stadt erwähnt. Es ist eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser der Stadt. Geboten werden im urigen Ambiente deftige Pfälzer Gerichte und passende Weine aus der Region.
Gut gestärkt geht es durch die Marktstraße und die Richard-Wagner-Straße zum Bahnhof. Die Entfernung beträgt gut einen Kilometer.
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