Berliner Chaussee
16766 Kremmen
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der liebevoll eingerichtete Hofladen lädt an sieben Tagen in der Woche zum Einkauf von ausgewählten saisonalen und regionalen Erzeugnissen ein. Hier findet man neben Obst und Gemüse der Saison, wie Spargel, Erdbeeren, Heidelbeeren, Kürbisse, Kartoffeln, auch Eier, Brotaufstriche, Käse, Wurstwaren, Brot, Milchprodukte und verschiedenen Spezialitäten. Ab November werden Freilandgänse- und Enten aus eigener bäuerlicher Aufzucht verkauft.
In der Kürbiszeit lockt eine große Kürbisausstellung mit Verkauf auf den Spargelhof Kremmen.
Auch die Gänsezeit wird zum Erlebnis: Neben dem köstlichen Gänseschmaus lockt eine große Eisbahn zum Schlittschuhlauf und im großen Weihnachtsurwald mit nachhaltigen Weihnachtsbäumen kann man sich seinen Lieblingsbaum aussuchen.
Die Tiere im Streichelzoo und der liebevoll gestaltete Spielplatz mit Hüpfkissen, Klettermähdrescher und Matschbahn laden zum Austoben ein.
Sie verlassen nun den Spargelhof wieder auf die Berliner Chaussee und gehen weiter nach links. Die Straße verzweigt sich hier, nach links geht es zum Scheunenviertel.
Sie gehen aber weiter geradeaus und folgen der Berliner Straße bis zur Dammstraße, in die Sie nach rechts einbiegen. Die Häuser Nr. 14 und 16 sind die ältesten der Stadt und haben den großen Brand von 1840 überstanden, bei dem fast die gesamte Stadt zerstört wurde. Und das, obwohl die Scheunen längst nach außerhalb verlegt worden waren. Die Straße führt direkt auf den Kirchplatz zu.
Die Kirche St. Nikolai ist ein gotischer Backsteinbau unter Verwendung der Außenmauern eines Vorgängerbaus aus Feldstein mit qualitätvoller Barockausstattung des späten 17. Jahrhunderts.
Sie ist Kremmens ältestes Gebäude. Um 1200 errichtet (der Chor und das dreischiffige Langhaus entstanden später), öffnet sie ihre Tore für Besichtigungen und Konzerte. Sehenswert sind der barocke Altar von 1686, die barocke Kanzel, der Apostelchor von 1693 und der Taufstein. Die Orgel wurde 1961 von der Firma Schuke gebaut, die Turmuhr ist ein technisches Meisterwerk von 1928. Die Kirche war im November 2005 "Denkmal des Monats" der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" des Landes Brandenburg und kann täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.
Falls Sie Lust auf ein Bad im See haben und den Weg zum ca. 2 Kilometer entfernten Kremmener See nicht scheuen, dann verlassen Sie den Kirchplatz über die Kirchstraße.
In der Ruppiner Straße biegen Sie nach rechts und folgen dieser, bis es nach links auf die Straße Zum See geht. Diese führt Sie direkt zur SeeLodge. Das auf 64 Pfählen ins Wasser gebaute Hotel steht am Rande eines Naturschutzgebietes. Seltene Tierarten wie Rohrweihe, Schwarzer Milan, Eisvogel, See- und Fischadler sind hier heimisch.
Wollen Sie nicht zum See, geht es an der Ruppiner Straße nach links und Sie kommen nach einigen Metern zum Marktplatz.
Wer in Kremmen auf dem Marktplatz steht, glaubt sich in einer kleinen Residenzstadt. Das nach einem großen Stadtbrand 1840 im reinsten Klassizismus erbaute Rathaus könnte auch ein Schloss gewesen sein. Auf dem ideenreich gestalteten Marktplatz machen in den Boden eingelassene Platten auf die zu Kremmen gehörenden Ortsteile aufmerksam. Auch die anderen Häuser entlang des Marktes, mal Fachwerk-, mal Ziegelbauten, drücken den Stolz ihrer Erbauer aus. Das waren allerdings ganz normale Ackerbürger. Ihren "Reichtum" haben sie Sümpfen und Mooren des Luchs abgerungen, indem sie Weideflächen schufen oder Torf stachen.
Bevor Sie den Marktplatz auf dem Schlossdamm verlassen, sollten Sie im Café am Rathaus vorbeischauen. Bäcker Plentz bäckt noch nach alten Familienrezepten: leckere Hefekuchen, Festtagstorten und „handgedrückte“ Brötchen.
Der Schlossdamm führt Sie nun zum Scheunenweg, hier beginnt das Scheunenviertel. Nach drei verheerenden Stadtbränden, die offenbar alle in einer Scheune begannen, befahl der Große Kurfürst 1672 die Verlegung von Scheunen vor die Stadt. „Hinaus fürs Thor“ war die Devise.
Das bewahrte zwar die Stadt nicht davor, im Jahr 1680 und 1840 noch einmal fast völlig abzubrennen. Doch zwei Vorteile sollten sich aus dem Neuaufbau für Kremmen ergeben: erstens eine geschlossene Altstadt mit bürgerlichem Gepräge und zweitens das Scheunenviertel außerhalb des Stadtkerns.
Bis heute sind dort ca. 50 Scheunen erhalten – nirgendwo in Deutschland gibt es noch ein derartig geschlossenes Ensemble.
Wer liebt sie nicht, die landwirtschaftlichen Backsteinbauten vergangener Zeiten? Ein wenig außerhalb des historischen Kremmener Stadtkerns befindet sich das deutschlandweit wohl größte noch erhaltene Scheunenviertel.
Hier reiht sich Scheune an Scheune, Satteldach an Satteldach. Doch in die schlicht-funktionalen Sichtziegelbauten, in denen die Ackerbürger der Stadt Kremmen einst ihre Vorräte lagerten, ist jetzt Leben eingekehrt.
Die monumentalen Holztore öffnen sich für die Besucherinnen und Besucher und geben den Weg frei zu allerhand Schätzen, die es zu entdecken gilt: zu Kunst und Handwerk, zu Musik und Theater, zu bodenständiger Gastlichkeit und kulinarischen Highlights. Es gibt hier zum Beispiel die Museumsscheune, die Geschenkescheune mit Wohn- und Gartenaccessoires, das Restaurant Coldehörn mit verschiedenen Kunstgegenständen und Geschenken sowie das Scheunenwerk Friseur und Café.
Das in seiner Gesamtheit denkmalgeschützte Ensemble aus etwa 50 Gebäuden hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert. Entstanden ist es nach einer kurfürstlichen Anweisung – aus Gründen des Brandschutzes sollten Saatgut und Futter nur noch außerhalb der Stadt gelagert werden.
Der Weg durch das Scheunenviertel führt Sie am Märtenpfuhl vorbei, in dem noch bis ins späte 17. Jahrhundert hinein Kindesmörderinnen ertränkt wurden. Am Ende des Scheunenviertels laufen Sie auf der Berliner Straße wieder zurück zum Bahnhof.
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