Bahnhof
14913 Jüterbog
Durch Jüterbog auf den Spuren der Reformation
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Liebfrauenkirche wurde 1161 im Auftrag vom Magdeburger Erzbischof Wichmann von Seeburg errichtet und wurde 1174 am Tag der Verleihung des Stadtrechtes an Jüterbog geweiht. Sie ist die zweitälteste erhaltene Kirche im Land Brandenburg.
Das Backsteingenbäude wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut, aus diesem Grund sind an dem Bau mehrere Baustile zu erkennen. Der Altaraufsatz im Chor der Kirche besitzt Gemälde von 1710. Die Kanzel aus Sandstein ist ein hervorragendes Werk der Renaissance und wurde mit figürlichen Reliefs 1575 vom Torgauer Bildhauer Georg Schröter geschaffen. Die Orgel baute 1737 Joachim Wagner aus Berlin.
Von der Liebfrauenkirche ist es nur ein kurzer Weg zum Kulturquartier Mönchenkloster. Sie biegen einfach nach rechts in den Bleichhag und gehen geradeaus weiter in die Mönchenstraße. Das Kulturquartier Mönchenkloster befindet sich auf der linken Seite.
Mit der Gründung des Franziskanerklosters um 1480 begann der Kirchenbau mit dem Chor im nordwestlichen Teil des mittelalterlichen Jüterbogs nahe der alten Stadtmauer. Das Gebäude ist eine dreischiffige Backsteinhalle, die erst 30 Jahre später um 1510 fertiggestellt wurde. Kloster und Kirche konnten sich aber keiner langen Blütezeit erfreuen. Der Franziskaner Bernhard Dappen denunzierte Thomas Müntzer, der Ostern 1519 auch in Jüterbog predigte, beim Bischof von Brandenburg. Der Name "Lutheraner" wurde erstmalig benutzt. 1564 erfolgte die Übergabe des Klosters an die Stadt. Die Klosterkirche wurde evangelische Pfarrkirche und das Klostergebäude wurde Gymnasium. 1577 baute Georg Schröter aus Torgau die Kanzel in das Kirchenschiff ein. 1863 wurde die Knabenschule an der Stelle des ehemaligen Nordflügels eingeweiht. 1963 fand der letzte Gottesdienst statt. Nach einem vollständigen Umbau eröffnete hier 2005 das "Kulturquartier Mönchenkloster".
Die über 500 Jahre alte Franziskanerkirche mit ihrer wechselnden Geschichte ist ein Paradebeispiel für die sinnvolle Nutzung historischer Gebäude. Vom Franziskanerkloster zum kulturellen Zentrum beherbergt das Areal heute die Stadtbibliothek, das kulturhistorische Archiv, die Bühne, das Museum, die Stadtinformation und das Standesamt der Stadt. Auf dem Klosterhof kann in den wärmeren Monaten entspannt verweilt werden. Verschiedene Sitzgelegenheiten laden zum Ruhen ein und auch Konzerte finden hier statt. Nebendran befindet sich der gut sortierte Klostergarten, wo viele Kräuter und Heilpflanzen einen Platz gefunden haben, die für die eigene Küche genutzt werden können. Für die kleinen Besucher sind ein Wassermatschplatz und andere Spielgeräte installiert.
Nun geht es am Marktplatz vorbei. Wenn nicht gerade Wochenmarkt für Produkte aus der Region ist (Dienstag und Donnerstag 8 – 16 Uhr), haben Sie freie Sicht auf das Rathaus in feinster Backsteingotik. Es diente in den Jahren nach der Reformation als repräsentativer Ort für diplomatische Zusammenkünfte. Zehn solcher europaweiten „Fürstentreffen“ sind in die Geschichte eingegangen.
Der Stadtrundgang führt geradeaus weiter in die Zinnaer Straße, die zum Planeberg wird. Auf der linken Seite, kurz vor der Kleinen Kirchstraße, kommen Sie am Abtshof vorbei. In diesem repräsentativen Wohngebäude aus dem 15. Jahrhundert befand sich der Stadtsitz des Abtes des Klosters Zinna, das einige Kilometer vor den Toren der Stadt liegt.
Nun biegen Sie nach rechts in die Kleine Kirchstraße und nähern sich jener Kirche, die mit ihren zwei unterschiedlichen Turmspitzen schon von Weitem die Silhouette der Stadt bestimmt: die Nikolaikirche. Nach Erklimmen der 217 Stufen werden Sie mit einer grandiosen Aussicht aus 46 Metern Höhe auf Jüterbog und den Niederen Fläming belohnt.
"Jung, frisch und regional" lautet das Motto von "Hermann's". Unter diesem Namen finden Sie im historischen Jüterbog direkt am Marktplatz das Restaurant im Hotel Zum Goldenen Stern. Dabei trifft die Tradition des seit 1919 in Familienbesitz befindlichen Hauses auf deutsche Küche mit frischen regionalen Produkten und die Historie in stilvollem Ambiente. Feierlichkeiten für bis zu zehn Gäste sind nach Voranmeldung möglich.
Gehen Sie am Marktplatz zurück und biegen nach rechts in die Zinnaer Straße ein. Der Stadtrundgang führt geradeaus weiter in die Planeberg-Gasse. Auf der linken Seite, kurz vor der Kleinen Kirchstraße, kommen Sie am Abtshof vorbei. In diesem repräsentativen Wohngebäude aus dem 15. Jahrhundert befand sich der Stadtsitz des Abtes des Klosters Zinna, das einige Kilometer vor den Toren der Stadt liegt.
Nun biegen Sie nach rechts in die Kleine Kirchstraße und nähern sich jener Kirche, die mit ihren zwei unterschiedlichen Turmspitzen schon von Weitem die Silhouette der Stadt bestimmt: die Nikolaikirche. Nach Erklimmen der 217 Stufen werden Sie mit einer grandiosen Aussicht aus 46 Metern Höhe auf Jüterbog und den Niederen Fläming belohnt.
Die Nikolaikirche, ein dreischiffiger gotischer Bau, wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet. 1307 wurde die Kirche erstmalig erwähnt. Die jetzige Kirche, eine gotische Hallenkirche, ist in drei Bauphasen errichtet worden. Die Arbeiten an den Türmen – welche heute noch bestiegen werden können – fanden erst nach 1500 ihren Abschluss. Außerdem findet sich in der Kirche neben dem Tetzelkasten in der sehenswerten Taufkapelle auch ein alter gotischer Flügelaltar und eine majestätische Orgel, die im Ursprung eine Wagnerorgel ist, Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch von Rührmann umgebaut wurde. Das Prospekt ist erhalten geblieben.
Von der Turmhöhe genießt man einen beeindruckenden Rundblick über die Stadt. Die Größe der Kirche und die prächtige Ausmalung sind eindrucksvolles Zeugnis des damaligen Wohlstandes der Stadt. Warum die Türme zwei unterschiedliche Spitzen haben, sollten Sie bei einem Besuch in Erfahrung bringen.
Unweit der Nikolaikirche befindet sich die St.-Hedwigs-Kirche mit der Tetzelkapelle. Biegen Sie vom Nikolaikirchplatz nach rechts in die Große Straße ein. Nach wenigen Metern erreichen Sie das Gebäude in der Schulstraße. Wo heute die Kirche steht, befand sich ein spätgotisches Wohnhaus, in dem der Ablassprediger Johann Tetzel während seines Aufenthaltes in Jüterbog 1517 wohnte. 1893 wurde an dieser Stelle die neugotische katholische St.-Hedwigs-Kirche errichtet.
Über die Große Straße, die zur Pferdestraße wird, erreichen Sie den Heilig-Geist-Platz mit der Luthereiche.
Der Heilig-Geist-Platz erinnert an den einstigen Standort des ehemaligen Heilig-Geist-Hospitals in der mittelalterlichen Hauptstadt des Flämings Jüterbog. Heute kann man hier in Gedenken unter der Luthereiche von 1883 und bei dem Schneidewein-Gedenkstein nach einer Wanderung oder Radtour zur Ruhe kommen.
In der Tat wurde die Eiche als Baum zu Ehren von Martin Luthers 400. Geburtstag gepflanzt und schmückt heute diesen erinnerungswürdigen Platz.
Zur Zeit der Reformation nutzte der lutherische Pfarrer Thomas Schneidewein das ehemalige Gebäude für seine Predigten. Nachdem er jedoch der dänischen Prinzessin Elisabeth 1528 zur Flucht verhalf, verschwand er spurlos. Da sich Elisabeth dem Protestantismus zugewandt hatte, floh sie aus religiösen Gründen vor ihrem Ehemann und Prinzen. Der Schneidewein-Gedenkstein erinnert noch heute an das ungewisse Schicksal des Predigers Thomas Schneidewein.
Der Altstadtrundgang ist nun beendet. Sicher wäre jetzt eine letzte kleine Verschnaufpause angebracht, bevor es zurück zum Bahnhof geht. Direkt am Heilig-Geist-Platz lädt das urgemütliche Café & Restaurant Tetzelstuben mit seinem Biergarten zum genussvollen Verweilen ein.
Das Café & Restaurant Tetzelstuben ist ein gemütliches, rustikales Restaurant in der Altstadt von Jüterbog. Passend zum rustikalen Ambiente werden nationale und internationale Gerichte serviert. Zur Kaffeezeit bieten das Café leckere Kuchen- und Kaffeespezialitäten an. An warmen Tagen lädt die liebevoll eingerichtete Terrasse zum Verweilen ein.
Zurück zum Bahnhof geht es über die die Schloßstraße, in die Sie hinter dem Dammtor nach rechts einbiegen. Ein Stück durch den Schlosspark und weiter auf dem dem Spitzbubenweg, dem Sie bereits auf dem Hinweg gefolgt sind.
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