Rudolf-Tarnow-Straße 1
19288 Ludwigslust
Ein Besuch in der Pappmaché Manufaktur Ludwigslust
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Familien und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der „Ludwigsluster Carton“ ist Legende. Kunstvoller Raumschmuck aus Pappmaché eroberte im 18. und frühen 19. Jahrhundert von Ludwigslust aus die europäischen Salons. Die „Carton-Fabrique" lieferte bis nach London und Paris. Herzog Friedrich der Fromme von Mecklenburg ließ den Raumschmuck seines Schlosses Ludwigslust in einer eigenen Manufaktur fertigen und vergolden: Statuen und Büsten, Stuckarbeiten und Möbelverzierungen, die kostbaren Schnitzereien täuschend ähnlich sehen.
150 Jahre später belebt der Familienbetrieb von Iris und Norbert Leithold die Ludwigsluster Pappmaché-Tradition neu. Im Palais Bülow, dem einzigen erhaltenen klassizistischen Palais der Residenzstadt, gründeten sie 2013 die Ludwigsluster Papiermaché-Manufaktur. „Das Palais Bülow ist neben dem Schloss und der Schlosskirche das einzige Gebäude, dessen Raumschmuck aus Pappmaché gefertigt wurde“, berichtet der Historiker und Restaurator Norbert Leithold. „Das Haus stand lange leer, bevor wir es gekauft haben, es war sogar einsturzgefährdet. Dann begann eine große Schatzsuche: Bei der Restaurierung haben wir unzählige Kostbarkeiten in den Trümmern gefunden, wieder zusammengesetzt und neu vergoldet. Wir stießen auf handbemalte Tapeten und kostbare Wandvertäfelungen, die wir wieder freigelegt haben. Das Haus strahlt nun in seinem alten Glanz.“
Die Familie Leithold wohnt in der Beletage des Palais und öffnet den Festsaal für Kulturveranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen mit zeitgenössischen Mecklenburger Künstlern. In kulturhistorischen Führungen erfahren Besucher die Geschichte des Hauses und seiner Schätze. „Wir möchten die Schönheit der historischen Architektur zeigen, aber nicht als Museum, sondern in einem offenen Haus, das mit heutiger Kunst belebt wird.“ Dazu gehört auch, dass Gäste die alte Kunst der Pappmaché-Manufaktur in Workshops selbst ausprobieren können. Die Pappmaché-Masse wird angerührt, in Formen gepresst und getrocknet. Anschließend können die Stücke vergoldet werden. „Wir fertigen sowohl authentische historische Souvenirs als auch moderne Motive für Tafelschmuck oder Bilderrahmen. Für Kinder haben wir zum Beispiel einen kompletten Bauernhof, den sie mitnehmen und selbst bemalen können.“
Führungen und Workshops nach Anmeldung
Haben Sie es zuvor mit Familie Leithold vereinbart, fahren Sie nach der Besichtigung oder dem Workshop noch auf einem historischen Fahrrad (keine Kinderräder) zu den schönsten Plätzen im 130 Hektar großen Schlosspark. Rund 90 Minuten dauert solch eine geführte Rundtour mit dem Oldtimer-Rad, so ganz ohne Gangschaltung versteht sich. Es geht zu knorrigen, 180 Jahre alten Mammutbäumen, zu Sumpfzypressen und Blutbuchen, zu Wasserspielen und geheimen Fleckchen. Dort können Sie wunderbar picknicken, wenn Sie zuvor einen Korb mit Leckerem aus der Region geordert haben. Gut gestärkt und mit vielen neuen Eindrücken geht es dann vom Palais Bülow zurück zum Bahnhof.
Möchten Sie noch mehr vom schönen Schein des Pappmachés und über Ludwigslust erfahren, dann hören Sie doch mal rein in den Podcast „Treib gut!“ von DB Regio Nordost. In Folge 9 stellen die Podcaster die „Scheinwelt und Sanddornliebe in Ludwigslust“ vor. Den Podcast gibt’s auf allen bekannten Streamingplattformen und bei bahn.de/treibgut.
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Bahnhof LudwigslustRudolf-Tarnow-Straße 1
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