Bahnhofstr.
18311 Ribnitz-Damgarten
Ein Kunstspaziergang durch Ribnitz
Ein Stadtrundgang für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Galerie im Kloster beherbergt sowohl die Kunstsammlung des Landkreises Vorpommern-Rügen als auch die Sammlung der Stadt Ribnitz-Damgarten.
Letztere steht im Rahmen einer Artothek auch dem öffentlichen Leihverkehr zur Verfügung. Für sehr wenig Geld kann jedermann für seine Privat- oder Diensträume hochwertige Kunst ausleihen und regelmäßig wechseln.In einer ständigen Ausstellung werden des Weiteren Grafiken des Bauhaus-Meister Lyonel Feininger (1871 bis 1956) gezeigt, die zu Motiven aus Ribnitz und Damgarten entstanden sind.Neben der Ausstellungstätigkeit, der Artothek und dem Galerieshop stellen die regelmäßig stattfindenden museums- und kunstpädagogischen Veranstaltungen einen weiteren Schwerpunkt der Galeriearbeit des Kunstvereins dar.
Weiter geht es auf der Straße Am Klosterteich. Auf sie trifft rechts die Predigerstraße, die bei Lyonel Feininger zwar als Motiv in verschiedenen Techniken erscheint, der Blick geht aber immer hinauf zum Turm der Stadtkirche. Weiter der Straße Am Klosterteich folgend führt die Mühlenstraße auf die Lange Straße. Am Beginn der Langen Straße, direkt gegenüber der ehemals Kaiserlichen Post befand sich das Hotel »Kaiserhof«, in dem Lyonel und Julia in den Zimmern vier und fünf logierten. Von hier aus führte sie ihr Weg über die Klosterwiese vor die Tore der Stadt ins Grüne. Nicht zu übersehen auf der linken Seite: das Rostocker Tor.
Bauhistoriker datieren den als Teil einer umfangreichen Wehranlage errichteten Torturm aus rotem Backstein an den Anfang des 14. Jahrhunderts. Es ist das letzte Zeugnis der mittelalterlichen Stadtbefestigung und gilt heute als eines der ältesten Stadttore in Mecklenburg. Für Lyonel Feininger wurde gerade dieses Tor ( »The Gate« ) ein Motiv, das ihn bis an sein Lebensende begleitete.
Das Rostocker Tor ist als einziges der ursprünglich fünf Tore der alten Stadtbefestigung erhalten geblieben. Das die Stadt nach außen repräsentierende gotische Tor wurde Anfang des 15. Jh. errichtet.Ein Vorgängerbau fand bereits 1290 urkundliche Erwähnung. Durch dieses zogen 1329 die ersten vier Nonnen des Klarissenklosters in die Stadt ein. Über die Jahrhunderte hat das wehrhafte Gebäude allen Bränden, Kriegen und Abrissversuchen getrotzt.1930 wurde das Torhaus an der Südseite abgerissen, um den Verkehr in einer Richtung am Tor vorbeizuführen. Heute ist das Umfeld neu gestaltet und die Straße verläuft neben dem Tor. An der Stadtseite des Torbogens eingelassene Eisenstäbe markieren die früher verbindlichen Normalellen der Stadt. Auf das ursprüngliche Straßenniveau weist ein archäologisches Fenster in der Tordurchfahrt hin.In den Sommermonaten laden interessante Ausstellungen zur Stadtgeschichte zu einem Besuch des Rostocker Tores ein. Von allen Seiten und zu jeder Jahreszeit übt dieses Bauwerk auf den Betrachter eine besondere Anziehungskraft aus und hat schon vielen Künstlern als Modell gedient - der wohl bekannteste unter Ihnen - Lyonel Feininger.
Die Rundtour führt Sie nun auf der Straße Am Graben ein Stück am Klosterbach entlang. Es geht nach rechts, in die Gänsestraße, auf der vermutlich die Gänse aus der Stadt zur Weide getrieben wurden. Die Tour führt aber in die andere Richtung, zum Markt. Alte Stadtkarten verraten, dass vor dem letzten großen Stadtbrand 1759 zwischen Rathaus und Kirche noch eine Häuserzeile existierte. Auch Rat- und Schulhaus standen vor dem Brand an der Ostseite der Stadtkirche. Der Markt war also ursprünglich viel kleiner. Kirche und Rathaus wurden 1759 Opfer der Flammen, das Rathaus wurde 1832 nach Zeichnungen und unter Anleitung des Baumeisters Wölfer neu erbaut. Der alte Ribnitzer Kirchturm war mit ca. 100 m Höhe als Seezeichen in vielen alten Seekarten verzeichnet. Nach dem Brand erhielt der Turm eine helmartige Bedachung, welche Hofbaurat Georg A. Demmler um 1843 mit einer hölzernen Laterne bekrönte. Als Seezeichen ist dieser Turm schon lange nicht mehr geeignet, aber aus welcher Richtung man sich der Stadt auch nähert, immer grüßt der Turm von St. Marien.
Der Markt Ribnitz ist ein besonderer Ort. Nicht nur, weil hier bereits im 13. Jahrhundert Handwerk wie die Buntmetallgießerei angesiedelt war. An diesem Ort ereignete sich eine einmalige Geschichte der Zivilcourage. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges endete hier der „Todesmarsch“ von Frauen, die im Außenlager Barth des KZ Ravensbrück inhaftiert gewesen waren. Der damalige NS-Stadtkommandant ordnete die Erschießung der Frauen an und ließ von HJ-Jugendlichen zu diesem Zweck ein Maschinengewehr auf den Markt bringen. Einige couragierte Einwohner aber verhinderten das Morden, sie entwaffneten den Stadtkommandanten, zerstörten das Gewehr und gaben den Frauen in Ribnitz Schutz, Nahrung und Kleidung. An dieses Ereignis erinnert noch heute eine Gedenktafel rechts neben dem Eingang am Rathaus.
Das heutige Rathaus wurde 1832 unter Leitung des Architekten Johann Georg Barca erbaut. Die vorherigen vier Rathäuser fielen Bränden zum Opfer. Das erste Rathaus war im 13. Jahrhundert errichtet worden.
An der Gesamtanlage des Platzes fällt besonders die geschickte Vereinbarung von moderner und historischer Architektur auf. Das 2008 errichtete Bernsteinhaus beherbergt die Stadtinformation und ein Restaurant. In seiner schlichten flachen kubischen Form, der rotbraun eingefassten Glasfassade, die je nach Standort einen Blick auf den Fuß der dahinter stehenden St. Marienkirche oder von dort einen Blick auf den Marktbrunnen erlaubt, ist das Gebäude sehr zurückhaltend und scheint die Kirche eher noch auf ein Podest zu heben. Zumindest gibt das moderne Gebäude dem alterwürdigen einen zusätzlichen Akzent, anstatt es zu übertönen.
Der Marktplatzbrunnen wurde 2007 vom Bildhauer Thomas Jastram geschaffen. Sein „Bernsteinfischer mit Familie“ lädt ein, zu verweilen und sich zu den Figuren Geschichten auszudenken.
Über die Fischerstraße geht’s zum Hafen. Der sorgte schon immer für pulsierendes Leben. Anlandende Fischerboote und Lastkähne sowie Personendampfer dürften für regen Betrieb gesorgt haben. Die Landungsbrücke war stets bevölkert, Erfrischungen aller Art wurden im gegenüber liegenden Gasthaus »Zur Börse« gereicht. Angesichts des herrlichen Augustwetters 1905 ist es durchaus vorstellbar, dass Lyonel Feininger und Julia Berg im Garten vor dem Gasthof verweilten, um den Segelbooten und Dampfschiffen zuzusehen. Der Straße Am See in östlicher Richtung folgend gelangte man zu dem um 1900 errichteten Haus der Natalie von Model (heute das Restaurant »De Zees«). Die Malerin wohnte zu dieser Zeit im Kloster und hatte sich dicht am Wasser ein Atelier errichtet, das sie ihren „Biberbau“ nannte. Zu jener Zeit reichte die Uferlinie des Boddens dicht an die Straße heran. Erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der östliche Teil des Hafens durch Zuschüttung des Uferbereichs erweitert und befestigt.
Der größere der beiden Häfen befindet sich im Ortsteil Ribnitz und bietet Freizeitkapitänen neben rund 60 Bootsliegeplätzen für Gäste viel Komfort. Der innenstadtnahe Hafen in Ribnitz verfügt über moderne öffentliche Toiletten und eine komfortable Slipanlage für Boote. Wasser und Strom können am Anleger gegen eine Gebühr genutz werden. Sanitäranlagen und Duschen befinden sich im Hafengebäude.Die Zufahrtstiefe für den Ribnitzer Hafen beträgt max. 1,80 m. Die Zufahrt erfolgt im betonnten Fahrwasser - das Hafenbecken hat eine Tiefe von zwei Metern.Im Hafenbereich befinden sich ein schöner Spielplatz, Grünanlagen und gastronomische Einrichtungen, welche zum Verweilen einladen. Es stehen Wohnmobilstellplätze zur Verfügung. Barzahlung ist beim Hafenmeister möglich. Es können außerdem Dusch- und WC-Container des Segelvereins genutzt werden.Über den Radweg, welcher direkt an der Hafenpromenade entlang führt, kommen Sie auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Auch mit dem Fahrgastsschiff können Sie vom Hafen in die Ostseebäder Dierhagen oder Wustrow gelangen.Hafenmeisterin
Emma Zilius
regatta@segel-club-ribnitz.de | segel-club-ribnitz.deDer Hafen hat ganzjährig geöffnet.
Umrunden Sie nun die Innenstadt auf der Mauerstraße. Sie ist Teil eines einstmals direkt hinter der Stadtmauer rund um die Stadt führenden Weges, der es den Verteidigern der Stadt ermöglichte, auf schnellstem Wege und im Schutze der Mauer an Gefahrenstellen zu gelangen bzw. dort bereitzustehen. Ein kleiner Umweg über die Lange Straße und die Neue Klosterstraße macht den Eindruck der Innenstadt rund, bevor es wieder zum Bahnhof zurück geht.
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Ribnitz-Damgarten WestBahnhofstr.
18311 Ribnitz-Damgarten