Wiener Platz
4 01069 Dresden
Elbaufwärts von Dresden nach Pillnitz
Ein Stadtrundgang für Familien, Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Sächsische Dampfschifffahrt ist die älteste und größte Raddampferflotte der Welt. Als Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft im Frühjahr 1836 gegründet, besitzt sie neben zwei Salonmotorschiffen noch heute neun Personendampfer. Auf ihnen herrscht das Flair vergangener Zeiten. Mit Ausnahme der vergleichsweise jugendlichen Dampfer „Dresden“ und „Leipzig“ aus den 1920er-Jahren verließen die Schiffe alle zwischen 1879 und der Jahrhundertwende ihre Werft. Die Dampfmaschine der „Diesbar“ ist sogar noch älter. Sie wurde 1841 gebaut und ist damit die dienstälteste Dampfmaschine eines Flussdampfers weltweit. Ob die Gäste nun die Flusslandschaft reizt, die Stadtarchitektur oder die Technik – Angebote gibt es dafür über das gesamte Jahr. Die meisten Fahrten werden Anfang Mai bis Ende Oktober angeboten, hier können sie unter vielen Fahrten und Zielen wählen. Besonders beeindruckend sind die Silhouette von Dresden und die Schönheit der Elbschlösser. Auch ein Blick nach innen auf das Herz des Dampfers lohnt – seine Maschine.
Am 1. Mai und jeweils zum Dixieland-Festival Mitte Mai und zum Dresdner Stadtfest im August lassen sich alle Dampfer bei der Flottenparade bewundern. Auch in kühleren Monaten werden immer wieder Sonder- und Veranstaltungsfahrten angeboten.
Vom Wasser aus bietet sich ein völlig neuer Blick auf die Dresdner Altstadt, bevor Sie die drei historischen Elbschlösser passieren. Sie wurden von 1850 bis 1861 auf einem Elbhang errichtet. Schloss Albrechtsberg bietet stilvolle Räume für Tagungen, Hochzeiten und Events. Auch das Lingnerschloss, benannt nach dem einstigen Bewohner Karl August Lingner (1861–1916), einem erfolgreichen Unternehmer im Gesundheitswesen und Produzenten des weithin bekannten Mundwassers „Odol“, steht für Veranstaltungen offen. Schloss Eckberg ist heute ein Hotel und Restaurant. Bald ist der Ortsteil Loschwitz erreicht. Achtung! Hier wird der Dampfer-Schornstein umgeklappt, und man zieht unwillkürlich selbst den Kopf ein, denn jetzt geht es durch das Wahrzeichen der Elbmetropole, durchs „Blaue Wunder“.
Seit 1893 verbindet die Loschwitzer Brücke die Dresdner Stadteile Blasewitz am linken und Loschwitz am rechten Elbufer miteinander. Die denkmalgeschützte Brücke ist heute ein Wahrzeichen der Stadt.
Seinerzeit galt die einzigartige Stahlfachwerkkonstruktion als technisches Wunder: Trotz einer Flussbreite von über 100 Metern kam die tragkräftige Hängebrücke ohne einen Stützpfeiler in der Elbe aus. Die Fahrbahn hängt an einem Zugband aus vernieteten Flacheisen. Bis 1985 durfte auch die Straßenbahn über die Brücke fahren. Heute sind nur noch Fahrzeuge bis maximal 15 Tonnen erlaubt.
Finanziert wurde das gigantische Bauwerk einst mit einer Maut: Bis 1924 mussten die Menschen für sich, für Pferde und Fahrzeuge zwischen 3 und 20 Pfennig für die Nutzung bezahlen.
Den Namen „Blaues Wunder“ erhielt die 280 Meter lange Brücke durch ihren blauen Anstrich. Um die Farbe ranken sich viele Geschichten. Eine besagt, dass die Brücke ursprünglich eigentlich grün war und nur durch Witterungseinflüsse blau wurde. Tatsächlich aber findet sich die blaue Farbe bereits in Publikationen aus der Zeit des Brückenbaus.
Über ein weiteres Wunder informiert eine Gedenktafel: Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wollten SS-Leute das Bauwerk sprengen. Doch zwei mutige Bürger durchtrennten unabhängig voneinander heimlich die Kabel der bereits angebrachten Sprengsätze und retteten so das einzigartige Bauwerk.
Genießen Sie bei einem Imbiss in der Bordgastronomie die herrlichen Blicke auf das Elbtal und die Elbwiesen, bevor das Schiff in Pillnitz anlegt. Hier müssen Sie sich entscheiden: Entweder, Sie bleiben an Bord und fahren nach 20 Minuten Aufenthalt wieder zurück nach Dresden. Oder aber, Sie starten zum Landgang und schauen sich die wunderschöne Schloss- und Parkanlage Pillnitz an, die den sächsischen Königen als Sommerresidenz diente. Dann nehmen Sie für die Rücktour einfach einen späteren Dampfer, auch das ist möglich.
Anno 1706 erwarb Sachsens legendärer Kurfürst August der Starke (1670–1733) das Schloss Pillnitz und schenkte es seiner Mätresse Gräfin von Cosel. Als die schöne und kluge Gräfin 1713 am Dresdner Hof in Ungnade fiel, musste sie nach Pillnitz ziehen. Hier wohnte sie bis 1715, gestaltete den Park und ließ zum Beispiel Heckengärten pflanzen. Später verbannte August der Starke seine einstige Geliebte auf Burg Stolpen und übernahm das Anwesen selbst. Die höfische Gesellschaft liebte es, mit Gondeln von der Residenzstadt Dresden nach Pillnitz zu gleiten, rauschende Feste zu feiern und im Park zu lustwandeln. Davon zeugen heute noch die weit geschwungene Freitreppe mit den beiden wachenden Sphingen und die rote Prunkgondel. Schloss Pillnitz besteht eigentlich aus drei Schlössern, die den barocken Lustgarten mit Springbrunnen umrahmen: das Wasserpalais an der Elbe, das Bergpalais gegenüber und das verbindende Neue Palais. Heute präsentieren sie kunsthandwerkliche Sammlungen und Ausstellungen zur Geschichte der Anlage, etwa über die im 18. Jahrhundert populäre Chinamode, die auch August der Starken gefiel.
Nach dieser eindrucksvollen Fahrt mit dem Raddampfer wieder am Terrassenufer in Dresden angekommen, bleibt bestimmt noch etwas Zeit für einen kleinen Dresden-Bummel. Laufen Sie zurück zum Bahnhof über die Brühlsche Terrasse. Erbaut für den Grafen Brühl (1700 -1763), bietet der Lustgarten wohl den schönsten Blick über das Elbufer. Vorbei an der Dresdner Frauenkirche am Neumarkt, gelangen Sie wieder auf die Prager Straße.
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