Bahnhofstr.
17213 Malchow
Schauen und Wundern in der Inselstadt Malchow
Ein Stadtrundgang für Kurztrip, Kulturliebhaber, Entdecker und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten, die 1995 begonnen hatten, verfügt die Stadtmühle, die dem Typus der Galerie-Holländer angehört und eine drehbare Kappe besitzt, wieder über voll funktionstüchtige Flügel.Innerhalb der Mühle sind dem Besucher drei Böden frei zugänglich. In der Eingangshalle bietet, neben zahlreichen Ausstattungsstücken, eine kleine Fotoausstellung Einblicke in die Geschichte des Denkmals. Ein Stockwerk höher steht die Sammlung mit dem Titel „Schamane – Götzen – Sagenwelt Ur- und frühgeschichtliche Spuren im Malchower Raum“ allen Interessierten offen. Dort können Gäste den ältesten Malchower besuchen, der von Bodendenkmalpflegern während Grabungsarbeiten entdeckt wurde.Der dritte Boden zeigt noch einmal Stücke der Mühlenausstattung.Sofern das Wetter es erlaubt und einer der ehrenamtlichen Helfer anwesend ist, besteht die Möglichkeit, die umlaufende Galerie zu besichtigen.
Weiter geht es auf der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Stadtparkplatz. Hier gelangen Sie auf den ruhigen Alten Kirchhofsweg am Stadtpark. Umgeben von alten Bäumen kommen Sie vorbei an der Malchower Stadtkirche, die übrigens auch zu Ausstellungen und Konzerten einlädt. Nur wenige Meter weiter in der Kirchenstraße steht am Gebäude Nr. 25 in großen Lettern „Film-Palast“. Filme werden hier zwar nicht mehr gezeigt, aber Geschichten aus dem DDR-Alltag im Museum erzählt. Folgen Sie weiter der Kirchenstraße, stehen Sie schließlich vor dem Wahrzeichen der Stadt: der 15 Meter langen Drehbrücke. Von April bis November wird sie jeweils zur vollen Stunde mit lauten Warnsignalen geöffnet und lässt die Schiffe passieren. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie dem Spektakel und bunten Treiben an Land und auf dem Wasser zu. Denn nur ein Katzensprung ist es zum Stadthafen, in dem die großen und kleinen Yachten an- und ablegen und die imposante Drehbrücke passieren.
Der Malchower Altstadtkern liegt auf einer Insel zwischen dem Malchower See und dem Fleesensee. Bis 1845 gelangte man nur über eine einfache Holzbrücke auf die Insel. Als die Insel im Osten durch einen Erddamm mit dem Festland verbunden wurde, konnten die Schiffe hier nicht mehr passieren, um auf die Müritz-Elde-Wasserstraße zu gelangen. Die starre Brücke musste durch eine Hubbrücke ersetzt werden, der später eine Drehbrücke folgte, erst aus Holz, dann aus Stahl. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, später baufällig, musste die Brücke immer wieder erneuert werden. Im Jahre 2012 schließlich wurde die Drehbrücke komplett neu konzipiert und gebaut. Nach einem Jahr Bauzeit wurde die moderne Brücke der Öffentlichkeit übergeben und erhielt den Landesbaupreis (Publikumspreis) Mecklenburg-Vorpommerns.
Bummeln Sie nun auf der Insel durch die Lange Straße, schauen Sie in die kleinen Geschäfte, erfreuen Sie sich an den leuchtenden Fassaden und probieren Sie die Köstlichkeiten, die Cafés und Restaurants bereithalten. Sie passieren das Rathaus am Alten Markt und verlassen die Altstadtinsel dann über den schnurgeraden Erddamm mit seiner Schatten spendenden Allee. Vom Damm aus haben Sie wunderschöne Blicke auf den Malchower See, auf die Insel und den hoch aufragenden Turm der Klosterkirche, den Sie übrigens auch besteigen können: Das einstige Kloster ist nämlich Ihr nächstes Ziel. Nach und nach wird die Klosteranlage, deren Anfänge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, wieder hergerichtet. Die Klosterkirche, die der Stadt Malchow gehört, und das nahe Pfarrhaus bergen ganz besondere Schätze: Orgeln. Denn hier wird die Geschichte der Orgeln in Mecklenburg erzählt.
Das Mecklenburgische Orgelmuseum ist in der neugotischen Klosterkirche und dem ehemaligen Pfarrhaus, heute Orgelhaus, untergebracht. In erster Linie dient das Museum der Aufbewahrung gefährdeter Instrumente aus dem Raum Mecklenburg. Daneben widmet es sich der Erforschung und Darstellung der Orgelbaugeschichte. In der Klosterkirche sind acht spielbare Orgeln aufgestellt. Das Orgelhaus ist seit 2020 wegen Sanierung bis auf weiteres nicht zugänglich. Eine Modellorgel, die Einblicke in die Funktionsweise des Instrumentes gewährt, kann von den Besuchern selbst gespielt werden. Das Museum beherbergt vorrangig Orgeln, die am ursprünglichen Standort vom Verfall bedroht waren, in nicht genutzten oder baulich gefährdeten Kirchen standen oder anderen Instrumenten weichen mussten. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Fachbibliothek. Sie ist nach Terminabsprache nutzbar.
Die Klosterkirche ist regelmäßiger Konzertort und wird auch für Trauungen genutzt.
Im einstigen Refektorium des Klosters fand das Kunstmuseum sein Domizil, das neben Werken von Künstlern aus Mecklenburg-Vorpommern auch historische Tapeten sowie Sonderausstellungen zeigt. Laufen Sie auch die paar Schritte vom Kloster in den Friedrich-Lessen-Weg 1 zu einem weiteren Museum: „Kiek un wunner di“. In dem noch unsanierten Fachwerkhaus entdecken Sie Kurioses und Rares. So können Sie im alten Klassenzimmer auf der Schiefertafel in Sütterlinschrift schreiben und sich in historischen Werkstätten umschauen. Wer kann heute noch Wäsche mit dem Waschbrett waschen? Und wer weiß, wozu eine Schusterkugel gut ist? Geöffnet ist von Mai bis September außer montags 10 bis 17 Uhr (April und Oktober bis 16 Uhr).
Zurück geht es auf dem gleichen Weg auf die Insel. Laufen Sie dann aber nicht auf der Langen, sondern auf der Kurzen Straße. Dann haben Sie wirklich die komplette Insel „erobert“. Passieren Sie nun die Drehbrücke und wenden Sie sich gleich nach rechts: Hier legen die Ausflugsschiffe der Blau-Weißen-Flotte ab und bringen Sie z. B. wieder zurück nach Waren (Müritz). Von Mai bis September jeden Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag werden um 16 Uhr der Anker gelichtet für die zweistündige Schiffstour nach Waren (Müritz). Außerhalb der Saison zeigt Ihnen bei schönem Wetter der aktuelle Wochenfahrplan die Touren an ( HYPERLINK "http://www.blau-weisse-flotte.de/"www.blau-weisse-flotte.de und www.pickran.de).
Möchten Sie wieder mit der RB15 zurückfahren, laufen Sie ein paar Meter auf der Kirchenstraße und schwenken Sie dann rechts in die Güstrower Straße. Hier geht es immer geradeaus, bis die Straße am Kreisverkehr zur Bahnhofstraße wird. Folgen Sie dieser, gelangen Sie zum Bahnhof der charmanten Inselstadt Malchow.
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Inselstadt MalchowBahnhofstr.
17213 Malchow