Bahnhofstr. 3
16775 Gransee
Unterwegs auf dem Brandenburgischen Klosterweg
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Pfarrkirche St. Marien in Gransee ist ein markantes Wahrzeichen der Stadt. Der dreischiffige spätgotische Backsteinbau wurde in mehreren Bauphasen zwischen der Mitte des 13. Jahrhunderts und 1520 errichtet. Die Kirche verfügt über eine wertvolle Innenausstattung: ein Schnitzaltar aus der Zeit um 1470, ein Altargemälde von 1520 und eine prachtvolle Orgel aus dem Jahre 1745. Sie war das letzte Werk des berühmten Orgelbaumeisters Joachim Wagner, einem Schüler Gottfried Silbermanns.
Die dreischiffige, siebenjochige Hallenkirche hat mehrere Brände und den Dreißigjährigen Krieg überstanden. „Was diese Kirche, die von keiner in der Grafschaft übertroffen wird, auch schon äußerlich auszeichnet, ist die reiche Verwendung des vierblättrigen Kleeblatts“, berichtet Fontane. Eine Besonderheit sind die beiden Kirchtürme: Der eine Turm ist aus Holz, der andere aus Stein. Im steinernen Turm befinden sich die "vier Glocken mit dem harmonischen Geläut" wie Fontane schon sagte, diesen können Besucher besteigen und sich die Stadt aus einer neuen Perspektive anschauen.
Jedes Jahr von April bis Oktober finden in der Kirche die „Granseer Sommermusiken“ statt.
Von Nomenber bis April kann die Kirche nur nach vorheriger Anmedung besichtigt werden (Kontakt für Führungen: 03306 2676).
Ab jetzt zeigt die Ausschilderung des Brandenburgischen Klosterweges die richtige Route. Nur wenige Meter sind es auf der Schulstraße zur Klosterstraße und zu den Resten des Franziskanerklosters.
Um 1280 begannen die Franziskaner in Gransee ein Kloster zu errichten. Lange Zeit prägte das Kloster mit seinen Bauten das Stadtbild und das Stadtleben. Mit der Reformation wurde der Klosterbetrieb aufgehoben. Im Jahre 1561 erhielt die Stadt das Klostergebäude mit der Auflage, hier eine Schule einzurichten – bis 1963 wurde unterrichtet. Heute sind vom Kloster nur noch Reste erhalten. In einem der Gebäude gibt eine Ausstellung Einblicke in die gelungene Stadtsanierung, und im Sommer nutzen Besucher die Wiese des Klostergartens gern für ein Picknick.
Die Öffnungszeiten bitte telefonisch oder per E-Mail im Heimatmuseum Gransee mit angeschlossener Tourist-Information erfragen.
Nun geht es über Nordpromenade und Seeweg hinaus aus der Stadt. Der Pilgerpfad folgt ein Stück dem Königin-Luise-Radweg, der parallel zu einem Graben und dem Ufer des Geronsees verläuft. Am Wendefelder Weg werden erst die B96 und dann Bahngleise überquert. Der Wegname „Ziegelei“ verrät es bereits: Die Tour führt durch die einstige Landschaft des Tonabbaus, der Tonstiche, die sich mit Wasser füllten, und der Ziegelwerke. Felder, Weiden und Gräben nehmen die Stille Suchenden auf. Der Feldweg bringt sie in den kleinen Ort Ribbeck, nicht zu verwechseln mit Fontanes berühmten Ribbeck im Havelland. Vorbei an der denkmalgeschützten Feldsteinkirche, geht es weiter durch märkische Flur Richtung Ziegeleipark Mildenberg. Hier beginnt einer der reizvollsten Abschnitte des Pilgerwegs: Entlang idyllischer Tonstiche kommt die Havel in Sicht. Der einstige Treidelweg führt auf die Kamelbrücke zu, wie die bucklige Konstruktion über dem Fluss genannt wird. Die Pilger passieren Zehdenicks Schleuse und Stadthafen, den Marktplatz und gelangen schließlich zur Stadtkirche.
Schon im 13. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine frühgotische Kirche. Im Laufe der Jahrhunderte ist von dem Bau nur noch der Breittum mit dem mächtigen Sockel aus Feldsteinen erhalten geblieben. Er schmiegt sich heute an den in warmen Gelbtönen verputzten, klassizistischen Bau des Kirchenschiffes aus dem Jahr 1812 an. Der Neubau wurde notwendig, da die Kirche bei einem Stadtbrand im Jahr 1801 bis auf den Turm zerstört worden war.
Beim Eintreten in den Hauptraum der Kirche fällt den Besuchern sofort die ausladende Sternendecke auf. Zur Ausstattung der Kirche gehört auch ein Kelch aus dem Zisterzienserkloster, welches bis zur Reformation am Ort vorhanden war. Der Kelch befindet sich als Leihgabe im Dommuseum in Brandenburg. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1987 und wurde von der Firma Fahlberg aus Eberswalde erbaut. In sie wurde Pfeifenmaterial aus der Vorgängerorgel integriert.
Die Kirche ist Teil der Initiative ”Offene Kirche“ und kann von Montag bis Freitag von 10:00 bis 16:00 Uhr besichtigt werden. Der Schlüssel kann auch im Pfarrhaus, Kirchplatz 8, Telefon 03307-2646 ausgeliehen werden.
Nur wenige Schritte auf der Klosterstraße sind es zum Gelände des einstigen Nonnenklosters, das reizvoll im Grünen an der Havel liegt.
Das Kloster Zehdenick wurde im Jahre 1250 gegründet - der Legende nach zur Erinnerung an ein Hostienwunder. Das Zisterzienserinnen-Kloster entwickelte sich rasch zu einem Wallfahrtsort und zu einem geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Gegend. Nach der Reformation wurde das Kloster 1541 in ein Stift für unverheiratete Töchter des Adels umgewandelt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster stark zerstört. Beim Brand des Amtes von 1704 wurden nahezu alle schriftlichen Unterlagen des Klosters vernichtet. Im Stadtbrand von 1801 brannte auch das Kloster. Die Klosterkirche brannte nieder und wurde nicht wieder aufgebaut.
Seit 1946 ist das Kloster Evangelisches Stift im Verbund der Evangelischen Kirche, jetzt evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sehenswert sind die Ruine des großen Dormitoriums mit den beiden erhaltenen Giebelwänden und der nördliche Kreuzgangflügel mit dem erhaltenen Teil des Kreuzgangs und mehreren Gewölberäumen aus dem 14. Jahrhundert. Das Kloster Zehdenick gehört zu den ältesten Nonnenklöstern der Zisterzienser in Brandenburg.
2015 wurde der Klostergarten in eine Streuobstwiese nach historischem Vorbild umgestaltet. Der historische Klosterfriedhof, welcher seit 1910 entwidmet ist, wurde nach einfühlsamer Sicherung der alten Substanz wieder hergerichtet und im April 2018 feierlich eröffnet. Die Fläche der ehemaligen Klosterkirche wurde als Andachtsstätte mit einem eindrucksvollen Wandkreuz, Altar und Bänken unter freiem Himmel ebenfalls eingeweiht.
Im August 2019 wurde der Kräuter-Schaugarten an der Dormitoriumsmauer eingeweiht.
In den Sommermonaten wird der malerische Kloster-Innenhof und der Konventualinnensaal im Nordflügel als Kulisse für Konzerte und Veranstaltungen des Evangelischen Stifts genutzt. Das Kloster beherbergt die Evangelische Familienberatung und bietet Wohnungen für Familien.
Im Nordflügel des Klosters unter den gotischen Gewölben befindet sich ein modernes, 2022 eingeweihtes Museum unter dem Titel: "Den Himmel im Blick. Das Kloster Zehdenick und sein Altartuch", und das Klostercafé, welches zum gemütlichen Beisammensitzen einlädt. Das Museum erzählt auf spannende Weise von der wechselvollen Historie des Klosters und hält auch eine Überraschung für Kinder bereit.
Nach dieser Tagesetappe auf dem Brandenburgischen Klosterweg können die Pilger mit dem Zug nach Hause fahren. Der Weg zum Bahnhof Zehdenick (Mark) führt wieder zum Marktplatz und weiter auf Kapellen-, Mühlen-, Herren- und Fischerstraße zur Bahnhofstraße und Eisenbahnstraße. Auf dem knapp zwei Kilometer langen Weg durch die Stadt lassen sich noch ein wenig Atmosphäre und Geschichte von Zehdenick einfangen.
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Bahnhof GranseeBahnhofstr. 3
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