Schultetusstraße
17153 Stavenhagen
Reuterstadt Stavenhagen
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber, Entdecker und Abenteurer
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die ständige Ausstellung dokumentiert anschaulich und berührend Höhen und Tiefen im Leben und im Schaffen des großen mecklenburgischen Schriftstellers, der zu seiner Zeit mit "Ut mine Stromtid", "Ut de Franzosentid", "Ut mine Festungstid", "Kein Hüsung" und "Dörchläuchting" tatsächlich der meistgelesene Autor in Deutschland war. Handschriften, Gemälde von Reuters Hand, Zeitdokumente und Möbel aus Reuters Besitz sind zu betrachten. Aus den zum Teil historischen Tondokumenten kann der Besucher auswählen, außerdem stehen Stationen für Kinder zum Raten, Drehen, Malen und Puzzeln - "för mi" - und ein Kabinett mit vielen Reuter-Verfilmungen zur Verfügung.
Reuter-Freunde und Literaturkenner, Plattdeutsch-Fans und Mecklenburg-Vorpommern-Entdecker aus nah und fern sind gern zu Gast in dem schönen Haus am Markt, tauchen ein in die Atmosphäre norddeutschen Lebens im 19. Jahrhundert, lassen sich in Führungen, Vorträgen und Lesungen mit mecklenburgischer Mentalität und niederdeutscher Literatur vertraut machen und mit der Sprache, die durch Fritz Reuter Aufmerksamkeit und Wertschätzung über die deutschen Grenzen hinaus errang. Empfehlenswert ist ein anschließender Besuch im 5 km entfernten Landschaftsschutzgebiet „Ivenacker Tiergarten“ mit den tausendjährigen Eichen, reizvoll auch die Radtour "Natur und Literatur - Auf den Spuren von Fritz Reuter".
"Eines der schönsten Literaturmuseen in Deutschland" urteilte die FAZ über das Museum. Und das Land Mecklenburg-Vorpommern verlieh ihm den Landeskulturpreis. Äwer de schönste Lohn is doch ümmer wedder, wenn de Gäst taufreden sünd. As Reuter seggt: "Wenn einer deiht, wat hei deiht, denn kann hei nich mihr dauhn, as hei deiht!"
Nur wenige Meter sind es vom Museum zum Schloss. Das um 1740 errichtete barocke Schloss des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin ist heute Verwaltungssitz und Standesamt. Fällt Ihnen etwas auf? Auf der Hofseite hat das Gebäude zwei Etagen und auf der Parkseite drei, denn es schmiegt sich an eine kleine Anhöhe. Das zusätzliche Geschoss sorgt für den Ausgleich. Bummeln Sie noch durch den kleinen Park mit seinen alten Bäumen und der Sandsteinplastik, bevor Sie sich auf den Weg zum Ivenacker Tiergarten machen. Folgen Sie einfach immer geradeaus der Ivenacker Straße. Dort, wo die Felder beginnen, wird die Straße von Bäumen gesäumt. Sie führt vorbei am Waldstadion, dem Waldcafé und dem Waldbad. In der Freibadsaison ist die schöne Anlage ein beliebtes Ziel zum Schwimmen, Plantschen und Sonnenbräunen. Weiter geht es auf dem Weg, der sich Stadtholz nennt, zum Stavenhagener Tor, dem Nebeneingang des Tiergartens Ivenacker Eichen. Er ist von April bis Oktober geöffnet.
Im Ivenacker Tiergarten stehen sechs gewaltige Eichen, von denen keine weniger als 1.000 Jahre alt ist. Die älteste zählt sogar über 1.200 Jahre. Diese Uralt-Eiche erreicht eine Höhe von 35,5 Metern – sie würde ein zehngeschossiges Gebäude überragen. Bei einem Stammdurchmesser von 3,5 Metern braucht es acht Leute, eine dieser Eichen zu umarmen. Kaum eine tausendjährige Eiche Mitteleuropas ist noch so vital wie die Stieleichen von Ivenack. Sie sind die letzten Zeugen einer Zeit, als hier ein Hutewald bestand. Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen wurden in den Wald getrieben, um sich an den Eicheln satt zu fressen. So sorgten die Tiere dafür, dass sich kein Unterholz entwickeln konnte und die Alteichen Raum zum Wachsen hatten. Heute übernimmt Damwild diese Aufgabe. In einem 70 Hektar großen, umzäunten Waldteil leben 120 Tiere sowie einige kroatische Turopolje-Schweine, die sich von einem Holzsteg aus gut beobachten lassen. Rund 3,5 Kilometer Wege durchziehen den Wald des Tiergartens, den man individuell oder bei einer Führung erkunden kann. In dem sanierten weiß-orangefarbenen Barockpavillon des Tiergartens macht die interaktive Ausstellung „Die Zeit der Eiche“ mit dem langen Leben der Eichen vertraut. Hier wird auch Wissenswertes zu Naturschutz, Jagd, Holzverarbeitung und zu Bäumen in der Mythologie erzählt. Ein kleines Café mit Kinderspielplatz bietet Gelegenheit zur Rast.
Vom Barockpavillon, der direkt am Ivenacker See liegt, haben Sie einen schönen Blick auf Ivenack mit seinem gräflichen Schloss und dem Gut, in dem einst Vollblutpferde gezüchtet wurden. Das Schloss ist in Privatbesitz und liegt noch im Dornröschenschlaf. Rund einen Kilometer sind es von hier zum Baumkronenpfad, den Sie unbedingt erklimmen sollten. Der 620 Meter lange Pfad führt zum Teil direkt durch Eichen- und Buchenkronen und bietet ungewöhnliche Sichten. Er ist übrigens auch für Rollstuhlfahrer und für Familien mit Kinderwagen geeignet.
Einen unvergesslichen Einblick in die Flora und Fauna des Waldes aus ungewöhnlicher Perspektive bietet der Baumkronenpfad mitten im Tiergarten Ivenacker Eichen. Er besteht aus einer 650 Meter langen Stahlkonstruktion mit 9 Stützpylonen und einem Erlebnisturm mit großer Aussichtsplattform. Eine gewundene Wendelrampe schlängelt sich mit maximal 6 Prozent Steigung durch den Wald nach oben und führt ganz allmählich in die faszinierende Welt der Baumkronen in bis zu 21 Metern Höhe. Dabei geht es auf mehreren Erlebnisparcours über Plattformen, filigrane Stege oder über eine abenteuerliche, 50 Meter lange Hängebrücke durch die Kronen von Buchen und Eichen. Als Abschluss des Baumkronenpfades bietet der 40 Meter hohe Erlebnisturm einen besonderen Ausblick auf den Ivenacker Tiergarten und seine Umgebung. Der Pfad, die Wendelrampe und der Turm sind barrierefrei. Die Aussichtsplattform auf dem Turm ist auch mit einem Fahrstuhl zu erreichen.
Nach diesem erlebnisreichen Tag geht es ein gutes Stück auf dem gleichen Weg zurück. Sie laufen auf dem Stadtholz Richtung Stadtzentrum, biegen dann aber kurz vor der kleinen Siedlung rechts ab auf einen schmalen Weg. Eine Brücke führt über den Zuckergraben. Folgen Sie dem Weg „Hinter der Bahn“ bis zur Schultetusstraße, in die Sie dann linker Hand einbiegen. Nur wenige Meter sind es, schon passieren Sie die Gleise und sehen den Bahnhof.
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