An der Nassau
01689 Weinböhla
Eine Wanderung durch Weinböhla und Umgebung
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Am 24. März 1895 wurde die neue St.-Martins-Kirche nach nur 18-monatiger Bauzeit geweiht. Sie entstand im neugotischen Stil unter dem wachsamen Auge des Kirchenbaumeisters Theodor Quentin, der damals für viele Kirchenneubauten verantwortlich zeichnete, so auch für die Johanneskirche Meißen. Drei Jahre zuvor war die alte Dorfkirche an derselben Stelle vom Blitz getroffen worden – da die Räume schon seit längerem zu klein für die wachsende Einwohnerzahl war, entschied man sich für einen Neubau.
Besuchern fällt im Inneren sogleich die farbenfrohe Ausgestaltung der Glasfenster mit ihren Motiven von Wein, Weizen, Passionsblume und Rose auf. Im Zentrum steht der Altar, ein Geschenk des damaligen Kaufmanns Göhler aus Niederau. Bildhauer Schneider aus Copitz fertigte ihn aus französischem Kalkstein. Den Altar krönt ein Kruzifix, gestiftet von Otto Schneider. Das Altarbild „Das heilige Abendmahl“ malte Prinz Carl Ernst von Schönburg-Waldenburg (1836–1915), dazumal Besitzer von Schloss Gauernitz. Die Altarfenster stellen die drei hohen Feste der Kirche dar: die Geburt Christi, das Ostergeschehen und das Heilige Pfingstfest. In den runden Medaillons sind die vier Evangelisten abgebildet: links Matthäus und Markus, rechts Johannes und Lukas. Der frühere Altar, ein vorreformatorischer Flügelaltar von 1503 mit der Darstellung des Heiligen Martin, steht heute in der St.-Afra-Kirche zu Meißen.
Die kunstvollen Holzarbeiten der Kanzel zeigen ebenfalls die vier Evangelisten mit den ihnen zugeschriebenen Symbolen: Matthäus mit dem Engel, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler.
Die Besichtigung der Kirche ist auf Anfrage bei der Kirchgemeinde möglich.
Rings um den Kirchplatz entdecken Sie bereits einige der Informationstafeln, auf denen der Ort Ihnen seine Geschichte nahe bringt. Sie folgen der Route 3 des Ortslehrpfades auf der Sachsenstraße und sind in einer knappen halben Stunde am rebenumrankten Ratsweinberg.
Regelmäßig kommen hier Weinfreunde und Winzer zu Rebschnitt und Weinprobe zusammen. Wanderer treffen sich an der restaurierten Ruine des Wartturms und genießen das unvergessliche Panorama vom höchsten Punkt der Gemeinde.
Vom Ratsweinberg geht es, weiterhin auf der Route 3, in etwa 20 Minuten zum König-Albert-Turm an der Barthshügelstraße. Von der Aussichtsplattform des über 100-jährigen Turms können Sie bei klarer Sicht bis zum Meißner Dom schauen. Der König-Albert-Turm ist von März bis Oktober an Sonn- und Feiertagen 11 bis 17 Uhr zugänglich. Oder Sie haben vorab den Schlüssel gegen einen Pfand an der Touristinformation abgeholt.
Das nächste Ziel ist nah. Eine gute Viertelstunde nur laufen Sie bis zum Friedensturm in der Wilhelm-Wiesner-Straße, 1903 zunächst unter dem Namen Bismarckwarte eingeweiht. In der Höhe kann er es gut mit dem König-Albert-Turm aufnehmen, in der Gestalt ähnelt er eher einer kleinen Burg. Der Draisstein erinnert an Karl Friedrich Drais, den „Vater“ des Fahrrads und des heute als Draisine bekannten schienengebundenen Fahrzeugs.
Der ursprüngliche Bauentwurf des als „Bismarckwarte“ errichteten Friedensturms stammt vom Kulturtechniker Wilhelm Wiesner, der schon den Wartturm auf dem Ratsweinberg entwarf. Auf sein Engagement geht auch der Draisstein zurück, der sich zu Füßen des Friedensturms befindet und Karl Friedrich Drais gewidmet ist, dem Erfinder des ersten mit Beinkraft angetriebenen, lenkbaren Zweirads und einer schienengebundenen „Fahrmaschine“, aus der sich die heute vor allem als Freizeitgefährt bekannte Draisine entwickelte. Fast der ganze Ort begrüßte 1912 die Einweihung des Gedenksteins. Denn die Weinböhlaer waren begeisterte Radfahrer, zwei Fahrradvereine gründeten sich hier um 1900 kurz hintereinander.
Die untere Plattform des 20 Meter hohen Turmes ist ganzjährig zugänglich. Der Turmaufstieg ist möglich mit einem Schlüssel, der in der Touristinformation Weinböhla im Zentralgasthof, in der benachbarten Gaststätte „Laubenschlösschen“ (montags Ruhetag) sowie in der Gemeindeverwaltung, Rathausplatz 2, ausgeliehen werden kann.
Spazieren Sie hinunter zur Moritzburger Straße, in die Laubenstraße und die Alte Weinbergstraße, die Sie zurück zum Bahnhof bringt. Unterwegs erfahren Sie noch einiges über weitere Facetten Weinböhlas: Die Informationstafeln auf dem Ortslehrpfad erzählen vom Wein- und Gartenbau, der die Gegend prägte, und auch von der Kalkindustrie und dem Handwerk.
Schauen Sie vor der Rückfahrt vielleicht noch einmal am Kirchplatz vorbei: Das Heimatmuseum im Historischen Weingut Peterkeller öffnet gern nach Vereinbarung für Besichtigungen und Führungen (Touristinformation Tel. 035243 56 000). Rund 600 Exponate erzählen vom früheren Leben und Arbeiten in der Region. Wie die Region schmeckt, erfahren Sie in der Saison, wenn im alten Weingut die Besenwirtschaft der Winzergenossenschaft Meißen aufmacht.
Abends ist der Zentralgasthof Bühne für Veranstaltungen, vom Familienmusical über Kabarett bis hin zu Lesungen und Konzerten. Der historische Ballsaal zählt zu den schönsten Beispielen des Jugendstils der Region.
In wenigen Minuten sind Sie wieder am Bahnhof und lassen Ihren Ausflug zwischen Weinbergen und Weitblicken im Zug nach Hause Revue passieren.
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