Bahnhof
04938 Uebigau
Eine Tour nach Uebigau
Eine Wandertour für Kurztrip, Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Das ehemalige Gutshaus in schlossähnlicher Gestaltung ist etwa 150 Jahre alt. Der neobarocke Stil mit Elementen des Jugendstils geht auf ältere Vorgängerbauten zurück.
Zum Schloss gehört der etwa zwei Hektar große, im 19. Jahrhundert angelegte Schlosspark mit einem Teich. Besonders eindrucksvoll ist der Park im späten Winter: Tausende Schneeglöckchen kündigen das nahende Frühjahr an.
Im Schloss finden derzeit umfangreiche Baumaßnahmen statt (bis 2025). Die Schlossherberge ist geschlossen und nur im Gästehaus stehen bis zum Abschluß der Baumaßnahmen 13 Betten zur Verfügung.
Der Uebigauer Schlosspark wurde vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts als Park zum Rittergut Uebigau angelegt. Der Park ist weder besonders groß noch beherbergt er außergewöhnliche botanische Schätze. Es ist ein typischer Gutspark des kleinen Landadels. Trotzdem ist der Park immer einen Ausflug wert. Das Schlossumfeld wurde in den letzten Jahren mustergültig saniert, der Park ist gut gepflegt und die Einbindung in die Landschaft gut gelungen.
Architekturprägende Epoche: Neobarock mit Elementen des Jugendstils (1900)
Zustand des Schlosses: wird saniert
Grundfläche des Schlosses: 347 qm
Zum Schloss gehören: Parkanlage, früheres Gutsgebäude
Laufen Sie noch ein Stück weiter durch den Park und schwenken Sie links in die Baderstraße ein. Wo Sie auf die Doberluger Straße trifft, steht ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, das die Heimatstube beherbergt. Wenn Sie das ackerbürgerliche Leben und die Zinnfiguren des Uebigauer Zinngießers Johannes Frauendorf interessieren, melden Sie sich zum Besuch der Heimatstube bitte vorab an.
Das Heimatmuseum befindet sich in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus von 1756, das einst als Seifensiederei genutzt wurde. Neben Ausstellungen zur Stadt- und zur ackerbürgerlichen Kultur- und Schulgeschichte ist eine bemerkenswerte Zinnfigurenausstellung des international bekannten Graveurs J. Frauendorf zu sehen. Im Hof befindet sich die Nachbildung einer bronzezeitlichen Siedlungsanlage mit Exponaten und Modellen. Zum Gebäudekomplex gehört auch die restaurierte „Kulturscheune“, die für Veranstaltungen und Feiern genutzt wird.
Ein Stück weiter kommen Sie zum Markt. Schauen Sie zu Boden: Das sogenannte Lesesteinpflaster vom Anfang des 19. Jahrhunderts ist hier sehr schön erhalten, gegliedert durch Reihen von Großpflastersteinen.
Im Spätmittelalter angelegt, weist die Größe des Marktplatzes auf die einstige Bedeutung der Stadt als Handelsort hin. Damals war Uebigau ein gut besuchter Haltepunkt für Postkutschen und Reisende auf der Niederstraße, einer wichtigen Verkehrsverbindung von Mitteldeutschland über Schlesien bis nach Polen. Daran erinnert auch die detailgetreue Nachbildung der kursächsischen Postmeilensäule.
Im 16. Jahrhundert kam als Verkehrsweg der Neugraben hinzu, einer der ersten großen Kanäle im heutigen Brandenburg. Auf dem Wasserweg konnte nun Brenn- und Bauholz aus den Wäldern um Uebigau in die wachsenden sächsischen Residenzen Annaburg, Wittenberg und Torgau verschifft werden. Heute ist kaum noch zu erkennen, dass der Kanal künstlichen Ursprungs ist.
Am Rathaus vorbei – übrigens das erste und zunächst einzige massiv aus Stein gebaute Bürgerhaus der Stadt – gehen Sie in die Kirchstraße und stehen vor der Pfarrkirche St. Nikolai.
Die Stadtkirche St. Nikolai ist ein historisch gewachsener Bau, der auf die Glaubenstraditionen der evangelischen Kirche verweist. Während der frühgotische Ostteil noch aus dem 13. Jahrhundert stammt, wurden das Kirchenschiff und der rechteckige Westturm im 16. und 17. Jahrhundert errichtet. Der Turm wurde im 18. Jahrhundert um ein achteckiges Obergeschoss mit geschweifter Turmhaube erhöht. Die Nutzung für den evangelischen Gottesdienst ist an den Emporen zu erkennen, die den mit einer flachen Holzdecke versehenen Kirchenraum einfassen. Auf der Nordseite befindet sich die Patronatsloge, die an den farbigen Fassungen des Emporengeländers mit den Wappen des Patronatsherrn erkennbar ist. Auf der linken Seite des Betrachters ist das Wappen der Familie von Schleinitz zu erkennen. In der Mitte befindet sich ein Kanzelaltar von 1819. Er verdeutlicht, dass das Wort Jesu Christi im Mittelpunkt steht. Der Kanzelkorb stammt von einer älteren, bereits 1690 errichteten Kanzel, die in den Kanzelaltar integriert wurde. Ein Fenster an der Nordseite des Kirchenschiffs enthält die Bildnisse von Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Glasmalereien wurden Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen. Ein besonderes Merkmal ist die bei der Sanierung entdeckte Deckenmalerei. Diese wurde in einer einzigartigen Restaurierungsaktion mit den Gesichtern von Unterstützern der Kirche neugestaltet. Auf Anfrage öffnet die Kirche ihre Türen für Interessierte.
Hinter der Kirche, An der Kirche 1, sehen Sie das Pfarrhaus, 1782 aus Ziegelfachwerk mit Krüppelwalmdach errichtet. Biegen Sie links in die Ringstraße. Die Hausnummer 17 ist ein verputzter Fachwerkbau, dessen Ursprünge im 15. Jahrhundert liegen. Die Stallanlagen sind noch zu erkennen. Schräg gegenüber liegt die ehemalige Stadtmühle mit großem Mühlenhof.
Aus der Ringstraße biegen Sie rechts in die Torgauer Straße und kommen auf der Beiersdorfer Straße zurück zum Bahnhof.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
UebigauBahnhof
04938 Uebigau