Bahnhofsplatz 5
66424 Homburg (Saar)
Auf der Schlossbergtour
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der Stumpfe Gipfel ist ein kleines Bergplateau, auf dessen höchstem Punkt, eingerahmt von einer Gruppe mächtiger Eichen, ein Felsbrocken mit zwei Ausbuchtungen steht. Vermutlich handelt es sich um einen keltischen Kultplatz, der von einem Wall umgeben war. Bei Versammlungen soll der große Felsen Sitz des Druiden gewesen sein. In jedem Fall bietet der Stumpfe Gipfel eine herrliche Aussicht – und eine kultige Sitzgelegenheit, die zu einer Verschnaufpause einlädt.
Weiter geht es bergauf zum ehemaligen Schloss Karlsberg, das in einen märchenhaften Waldpark eingebettet ist.
Mit Schloss Karlsberg ließ sich Karl II. August Christian, Herzog von Pfalz-Zweibrücken (1746-1795), auf dem Buchenberg (heute Karlsberg) bei Homburg eine Residenz errichten, die seinem Status – er war Erbe von Kurpfalz-Bayern – entsprechen sollte. Während der Bauzeit 1778–1788 wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die Schlossanlage galt als eine der prächtigsten ihrer Zeit. Doch schon wenige Jahre später, 1793, wurde sie von französischen Truppen angezündet und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nur das Baumagazin, der heutige Karlsberger Hof, blieb erhalten.
Der Maler und leitende Baumeister des Schlosses, Johann Christian Mannlich (1741-1822), konnte die von ihm zusammengestellte Gemäldesammlung nach München retten, wo sie später zum Anfangsbestand der 1836 gegründeten Alten Pinakothek zählte.
Der schöne WaldPark Schloss Karlsberg lädt dazu ein, die Relikte des ehemals herrschaftlichen Schlossparks – ein Werk des Landschaftsarchitekten Ernst August Bernhard Petri (1744-1809) – zu entdecken. Da gibt es den Hirschbrunnen und die Orangerie, die als Pflanzenhaus und Wohnstätte der Angestellten diente, oder den Bärenzwinger, der Teil einer großen Menagerie war und zahlreiche Tiere beherbergte. Gemeinsam mit der Großen Kaskade, dem Tosbecken und den Schwanenweihern vermitteln sie eine Vorstellung, wie der detailverliebt gestaltete Landschaftsgarten im ausgehenden 18. Jahrhunderts ausgesehen haben mag.
Die Route geht nun abwärts ins Lambsbachtal. Nach dem Überqueren der L 120 führt ein Waldweg zum Merwoog, einem kleinen Fischweiher. Von hier bietet sich ein Abstecher zu einer der kleinsten Burgen des Saarlandes, der Ruine Merburg auf dem Malafelsen, an. Ihre Ursprünge liegen im 10. Jahrhundert, in den 1980er-Jahren wurde die Ruinen des Bergfrieds und der Burgmauer restauriert.
Durch einen Kiefernwald und über einen Buntsandsteinfelsen geht es bald darauf hinab ins benachbarte Tal und wieder bergauf zur Festung Hohenburg.
Die Ruine der Festung Hohenburg thront auf dem 350 Meter hohen Schlossberg oberhalb von Homburg. Von der Anlage sind noch die Grundmauern, Gänge und einige Kasematten erhalten. Auf einem Plateau im Inneren der Burg befindet sich ein Fels, der mit einem Treppengerüst gesichert ist. Von hier oben bietet sich eine wunderbare Aussicht auf Homburg und die Saarpfalz.
Die Hohenburg war im 12. Jahrhundert Sitz der Grafen von Homburg, die für ihre Siedlung am Fuße des Schlossbergs 1330 das Stadtrecht erhielten. 1449 fielen Burg und Stadt an die Grafen von Nassau-Saarbrücken, die die Burg zu einem Renaissanceschloss und später zur Zitadelle ausbauten.
Im Auftrag des französischen Königs Ludwig XIV. erweiterte der Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban (1633-1707) die Anlage 1680 zur Großfestung Homburg. 1714 wurde sie geschleift und fiel 1755 an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, dem sie später als Steinbruch für den Bau von Schloss Karlsberg diente. Ab 1981 wurden die Ruinen freigelegt und restauriert.
Unterhalb der Ruine Hohenburg befinden sich die Schlossberghöhlen, Europas größte von Menschenhand erschaffene Buntsandsteinhöhlen. Eine Besichtigung ist im Rahmen einer Führung möglich, die über ihre Geschichte und die Entstehungszeit des Buntsandsteins vor 250 Millionen Jahren informiert.
Über den Burgweg ist das Ristorante La Brocca in etwa sieben Gehminuten zu erreichen.
Das La Brocca (ital. Krug) liegt am Fuß des Schlossbergs in der historischen Altstadt von Homburg, direkt neben der Pfarrkirche St. Michael. Nach der langen Wanderung kann man sich hier mit italienischen oder sizilianischen Spezialitäten stärken. Dazu vielleicht ein Gläschen Vino aus dem Piemont oder ein frisch gezapftes Karlsberg UrPils aus der 1878 gegründeten Homburger Brauerei?
Vom Ristorante aus gelangt man via Marktplatz und Eisenbahnstraße wieder zum Hauptbahnhof Homburg (Saar). Alternativ fährt ab Haltestelle Marktplatz der Bus 516 zum Hauptbahnhof.
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