Güterstraße 13
25746 Heide
Ein Kulturspaziergang durch Heide
Eine Wandertour für Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Museumsinsel Lüttenheid besteht aus insgesamt sieben Häusern: dem Stadehaus, der ehemaligen Schmiede, dem alten Pferdestall, dem Klaus Groth Literaturhaus und einem Museumsshop sowie Magazingebäuden.
Wie sich Heide von der Gründung an bis in die 1950er Jahre entwickelt hat, erfahren Besucher:innen im Stade-Haus und in der Alten Schmiede. Zu sehen sind unter anderem eine Rekonstruktion des ältesten Kachelofens des Nordens, ein Trinkpokal der seit 1621 nachgewiesenen und noch bestehenden Heider Papagoyengilde sowie die Werke des Heider Comicpioniers Rudolph Dirks. Mit „The Katzenjammer Kids“ erfand Dirks einen der ersten und ältesten noch publizierten Comic Strips der Welt. Erzählt wird darin die Geschichte der Brüder Rudolph und Gus Dirks aus Heide, die am Ende des 19. Jahrhunderts einen kometenhaften Aufstieg im Verlag des Zeitungszaren William Randolph Hearst erlebten.
Im Alten Pferdestall dreht sich alles um das Heider Handwerk. Besucher:innen erwarten verschiedene nachgebaute Werkstätten, darunter eine Stellmacherei, Tischlerei und Schuhmacherwerkstatt sowie eine Goldschmiede und Schneiderei samt alten Geräten und Werkzeugen, wie zum Beispiel eine alte Nähmaschine oder zahlreiche Hobel und Sägen.
Ein weiteres Museum ist dem berühmten Sohn der Stadt Klaus Groth gewidmet. Der niederdeutsche Dichter lebte von 1819 bis 1899. Im Geburtshaus des Autors, dem heutigen Klaus Groth Literaturhaus, bekommen Interessierte anhand von Hörproben und Originaldokumenten Einblicke in das Leben und Schaffen des plattdeutschen Poeten.
Der Weg zur nächsten Station ist nur ein Katzensprung, denn das Brahms-Haus grenzt unmittelbar an die Museumsinsel. Dort können Sie Ihr Kulturprogramm fortsetzen – es wird musikalisch!
Das Brahms-Haus befand sich von 1819 bis 1887 im Besitz der Familie des Komponisten, Pianisten und Dirigenten Johannes Brahms. Seine Werke verhalfen ihm dazu, als einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts zu gelten.
Das Brahms-Haus ist seit 1990 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich, zudem finden hier Konzerte, Vorträge und Kurse statt. Zahlreiche Fotodokumente, Musikalien, Porträts und kleine Filme erlauben Einblicke in das Leben und die Arbeit des Künstlers.
Auf dem Weg zur nächsten Ausflugsetappe St. Jürgen lohnt es sich, noch einen kleinen Fotostopp am Dreetörn Hus in der Süderstraße einzulegen. Das hübsche Barockgebäude von 1733 ist das älteste Wohn- und Geschäftshaus in Heide. Erbaut wurde es von Johann Georg Schott und der plattdeutsche Name beschreibt die drei Türme am Giebel. Nachdem Ihr Foto im Kasten ist, können Sie die paar Meter wieder zurückgehen und nun der Kirche St. Jürgen Ihre volle Aufmerksamkeit schenken.
Die evangelisch-lutherische St. Jürgen Kirche steht mitten im Stadtzentrum, direkt am Heider Marktplatz. Bereits 1435 erbaute man in Heide eine Kapelle zur Widmung des Heiligen Georg – zu niederdeutsch St. Jürgen. Diese wurde 1559 durch ein Feuer komplett zerstört, doch kurz darauf baute man eine neue Kirche auf den alten Grundmauern. Diese 1560 geweihte Kirche blieb – bis auf einige Veränderungen – bis heute erhalten.
Besonders sehenswert sind ihr spätgotischer Schnitzaltar, ihr Epitaph des Magisters Nicolaus Koch und die Kassettendecke aus dem Jahr 1880.
Von der Kirche begeben Sie sich über den Marktplatz und anschließend entlang der Straße „Schuhmacherort“ in Richtung Ihres nächsten Stopps. Doch auf dem Weg dorthin begegnen Sie zunächst dem Schusterjungen. War der „Schuhmacherort“ einst eine Handwerkerstraße für Schuster und Gerber, setzt die Bronzestatue des Jungen diesem ehemaligen Gewerbe ein Denkmal (Schuhmacherort 2, 25746 Heide).
Halten Sie sich am Ende des Schuhmacherortes an der Gabelung rechts und folgen der Heistedter Straße. Biegen Sie dann rechts auf die Teichstraße ab und laufen bis zur Parkanlage, die den Heider Wasserturm umgibt.
Der Wasserturm Heide gilt als das Wahrzeichen der Stadt und steht heute unter Denkmalschutz. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bezog die Heider Bevölkerung aus zahlreichen Brunnen ihr Trinkwasser. Die Qualität war jedoch mangelhaft. Daraufhin entschied man sich 1901 dazu, die Wasserversorgung zentral zu regeln, tiefe Brunnen anzulegen und im Stadtteil Süderholm ein Wasserwerk zu bauen, das 1903 fertiggestellt wurde. In diesem Jahr wurde auch vom Kieler Architekten Wilhelm Voigt mit dem Bau des Heider Wasserturms begonnen. Das Wasser floss von Süderholm über eine 3.270 Meter lange Rohrleitung. Der Wasserturm diente als Zwischenspeicher und versorgte die Heider Bevölkerung endlich mit sauberem Trinkwasser. Heute beherbergt er mehrere Büroräume und ein Trauzimmer.
Nachdem Sie intensiv auf Heides Spuren der Stadtgeschichte gewandelt sind, wird es allmählich Zeit, den Rückweg zum Bahnhof anzutreten. Folgen Sie dazu der „Osterweide“, Bahnhofstraße und dem Wulf-Isebrand-Platz, bis Sie schließlich in die bereits vom Hinweg vertraute Güterstraße einbiegen. Nach wenigen Metern haben Sie das Ziel erreicht.
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Start/Ende
Bahnhof Heide (Holst)Güterstraße 13
25746 Heide