Bahnhofstr. 67
16835 Lindow (Mark)
Pilgern auf dem Brandenburgischen Klosterweg
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
In Lindow (Mark) ist gut sichtbar der 36 Meter hohe Turm der barocken Stadtkirche. Bereits 1457 erhielt die Lindower Neustadt eine eigene Pfarrkirche. Sie war ein Feldsteinbau, deren Holzturm wie beim heutigen Kirchenbau an der Straße stand. Zwei Brände in der Mitte des 18. Jh. zerstörten die alte Stadtkirche sowie die Bürgerhäuser im südlichen und nördlichen Randbereich der Stadt. Die dann zwischen 1751 und 1755 von Landbaumeister Georg Christoph Berger neu erbaute evangelische Kirche mit der berühmten Sauer-Orgel (um 1900) gehört heute zu den schönsten der Mark Brandenburg und zu den besonderen. Denn ungewöhnlich sind nach wie vor die Ausrichtung des Turmes nach Osten und der, in der Mitte der Kirche stehende, Kanzelaltar. Wunderschön strahlen die restaurierten Bleiglasfenster mit den Motiven „Kreuzigung“ und „Auferstehung Jesu“ in der Sonne. Zu Zeiten Friedrich des Großen wurde neben der Kanzel eine Sanduhr angebracht, um immer die Dauer der Predigt im Blick zu haben… Die Kirche ist zu den angeschlagenen Öffnungszeiten zu besichtigen.
Weiter geht es auf der Hauptmagistrale der Drei-Seen-Stadt Lindow (Mark) zum Marktplatz mit dem Pavillon der Tourist-Information. Die kleine Parkanlage „Süße Ecke“ führt zur „Schönen Nonne“. Die Skulptur der Sagengestalt steht ein paar Meter im seichten Wutzsee und deutet hin auf das nahe, einstige Zisterzienserinnenkloster.
„Lindow ist so reizend wie sein Name. Zwischen drei Seen wächst es auf, und alte Linden nehmen es unter ihren Schatten“, so gibt Fontane seinen Gefühlen angesichts des idyllisch gelegenen Ortes, den er mehrfach besuchte, Ausdruck. Jedoch äußerte er sich erst in der dritten Auflage seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg „Die Grafschaft Ruppin“, die 1874 erschien, über das Städtchen. Die drei Seen, die er schwärmerisch in seinen Wanderungen beschreibt, sind der Gudelack-, Wutz- und Vielitzsee. In seinem Roman „Der Stechlin“ setzt er dem malerischen Ort Lindow und dem Kloster ein Denkmal.
"Und Gräberreihen auf und ab,
Des Sommerabends süße Ruh,
Umschwebt die halbzerfallnen Grüfte"
So beschreibt Fontane den Friedhof des Klosters Lindow und er fährt fort: „Die schönsten Teile dieser Parkwiese sind die, wo begraben wird. Von dem richtigen Gefühl ausgehend, dass Leben und Tod Geschwister sind, die sich nicht ängstlich meiden sollen, hat man hier die Spiel- und Begräbnisplätze dicht nebeneinander gelegt und dieselben Blumen blühen über beide hin.“ Diese besondere Atmosphäre des am malerischen Wutzsee gelegenen und barrierefrei zugänglichen Klosterfriedhofes wird noch heute vorgefunden. Der Besucher entdeckt wuchtige Grabplatten in mittelalterlichen bis hin zu barocken und klassizistischen Formen. Sie zeigen oft Symbole der Vergänglichkeit wie Sanduhr und Mohnkapsel.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die besondere Schutzwürdigkeit des Friedhofes anerkannt und fördert ständig die Restaurierung der Grabzeichen aus mehreren Jahrhunderten.
Nach diesen Momenten des Innehaltens führt der Weg hinaus aus der Stadt: Zurück zur „Schönen Nonne“ geht es nun ein Stück auf dem Wutzseerundwanderweg entlang. Am östlichen Seezipfel verlassen wir den Weg und laufen durch den Wald. Zeit, um der Stille zu lauschen und die Gedanken auszublenden. Der Uferweg am Huwenowsee nimmt die Wandernden auf und bringt sie nach Meseberg – vorbei an Gedenkstein und Lessing-Mausoleum für die Nachfahren des Dichters Gotthold Ephraim Lessing, die einst Schloss Meseberg kauften. Der eingezäunte barocke Garten und das Schloss kommen in Sicht. Das Anwesen gehört heute der Messerschmitt Stiftung und dient der Bundesregierung als Gästehaus. Auf einer kleinen Anhöhe liegt die Dorfkirche mit Zwiebelhaube auf dem Turm – ein Ort für Einkehr und Besinnung. Wenige Schritte sind es zum Schlosswirt, der zur Rast einlädt.
Willkommen in Meseberg, wo sich die Mark Brandenburg von ihrer besten Seite zeigt. Ausgedehnte Wälder, glitzernde Seen, gesäumt von alten Wäldern. Landschaft die verzaubert und zur Ruhe kommen lässt. Die Schlosswirtküche hat sich einen Namen weit über die Region hinaus gemacht. Sie steht für exzellente Speisen aus regionalen Produkten und internationalem Flair. Genießen Sie am Ufer des Huwenowsees direkt neben Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung, die ländliche Ruhe und entspannen Sie sich in stilvollem Ambiente.
Kreditkartenaktzeptanz: Ja
Meseberg - Fontane war mehrmals hier. Die Berliner Nordbahn brachte ihn nach Gransee, von dort ging es mit der Kutsche weiter. Der Dichter ist selten gewandert. Erstmals kam er im Juni 1861 her, um vor Ort für seinen ersten Band der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ zu recherchieren.
Fontanes Interesse galt vor allem dem schillernden Schlossbesitzer: Christian Ludwig von Kaphengst. Er gehörte nach dem Siebenjährigen Krieg zum illustren Kreis am Rheinsberger Hof des Prinzen Heinrich. Der jüngere Bruder Friedrichs des Großen fand Gefallen an Kaphengsts „Jugend und Schönheit“ und ernannte ihn zu seinem Adjutanten, eine Stellung, wie Fontane spitz anmerkte, „zu der ihn seine geistigen Gaben keineswegs befähigten“. Er hatte offenbar andere. Der kräftige Kaphengst „beherrschte nun den Hof und den Prinzen selbst, dessen Gunstbezeugungen ihn übermütig machten“.
Der Weg Zum Dolchsee bringt die Pilgernden wieder hinein in die Stille von Feldern, Wald und Wiesen, bis sie auf die Wartestraße stoßen. Dann führt die Route an der Stadtmauer entlang zum Ruppiner Tor.
Die Stadtmauer von Gransee ist 1.750 Meter lang und fast vollständig erhalten. Das Ruppiner Tor in schönster spätgotischer Backsteinarchitektur ist ein echter Hingucker. Im Torgebäude zeigt eine Galerie wechselnde Ausstellungen.
Gransee... „war eine feste Stadt, vielleicht die festeste Stadt der Grafschaft Ruppin", schrieb Fontane in seinen Wanderungen. Der Eindruck drängt sich noch heute auf, wenn man die Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert umwandert.
Seitlich neben dem Ruppiner Tor befindet sich noch eine einfache Durchfahrt, das sogenannte Waldemartor. Im 14. Jahrhundert fielen die Granseer Bürger auf die Schwindeleien eines "falschen Waldemar" herein. Zur Strafe mussten sie das Tor, durch das dieser ungehindert in die Stadt gelangte, zumauern und daneben ein kleineres Tor in die Stadtmauer schlagen. Erst 1818 gestattete der preußische König die Öffnung des alten Stadttores.
Weiter geht es auf der Rudolf-Breitscheid-Straße, vorbei am Heimatmuseum und der Touristinformation Gransee in der alten Spitalkapelle, bis zur Ecke Schinkelplatz. Zeit für einen Blick auf das Königin-Luise-Denkmal, bevor es weitergeht zum Kirchplatz.
Das Denkmal erinnert an die Überführung der mit nur 34 Jahren verstorbenen beliebten Preußischen Königin Luise (1776–1810). Da die Strecke vom Sterbeort Hohenzieritz in Mecklenburg nach Berlin nicht an einem Tag zu bewältigen war, machte der Trauerzug in Gransee Station. In der Nacht vom 25. zum 26. Juli 1810 wurde der Sarg auf dem Markt, dem heutigen Schinkelplatz, aufgebahrt. Die Bürger der Stadt Gransee wollten ihrer Königin an dieser Stelle ein Denkmal setzen und sammelten dafür Spenden. Karl Friedrich Schinkel lieferte den Entwurf, der von der Königlichen Eisengießerei Berlin umgesetzt wurde. Ein Jahr nach ihrem Tod wurde das Denkmal eingeweiht.
Als wäre die Königin hier begraben, zeigt es einen Sarkophag mit Krone auf einem Sockel, der von einem filigranen Baldachin gegen Wind und Wetter geschützt wird. Ihre letzte Ruhestätte aber fand die Königin im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg in Berlin.
Der Kirchplatz verdankt seinen Namen der imposanten evangelischen Stadtkirche St. Marien aus dem 14. Jahrhundert, größtes und höchstes Bauwerk der Stadt. Bemerkenswert sind die beiden unterschiedlichen Turmspitzen. Über die Schulstraße geht es auf die Klosterstraße, die vom einstigen Franziskanerkloster kündet, dem Etappenziel auf dem Pilgerweg.
Um 1280 begannen die Franziskaner in Gransee ein Kloster zu errichten. Lange Zeit prägte das Kloster mit seinen Bauten das Stadtbild und das Stadtleben. Mit der Reformation wurde der Klosterbetrieb aufgehoben. Im Jahre 1561 erhielt die Stadt das Klostergebäude mit der Auflage, hier eine Schule einzurichten – bis 1963 wurde unterrichtet. Heute sind vom Kloster nur noch Reste erhalten. In einem der Gebäude gibt eine Ausstellung Einblicke in die gelungene Stadtsanierung, und im Sommer nutzen Besucher die Wiese des Klostergartens gern für ein Picknick.
Die Öffnungszeiten bitte telefonisch oder per E-Mail im Heimatmuseum Gransee mit angeschlossener Tourist-Information erfragen.
Nach diesem Exkurs in die Geschichte des Klosters und Momenten des Innehaltens geht es über Schulstraße, Baustraße, Kreuzstraße, Vogelsangstraße und Koliner Straße rund 1,3 Kilometer zum Bahnhof Gransee.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start
Bahnhof Lindow (Mark)Bahnhofstr. 67
16835 Lindow (Mark)