Bahnhofstr. 1
78166 Donaueschingen
Die Traditionen von Donaueschingen
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Unmittelbar neben dem fürstlichen Schloss von Donaueschingen steigen in einem faszinierenden Schauspiel kleine Wasserbläschen im Quelltopf empor. Seit Jahrhunderten wird in Donaueschingen der Ursprung der Donau zelebriert. 1875 wurde die Quelle des Donaubachs kunstvoll als Rundbank um ein durch ein Metallgitter eingefasstes Quellbecken gestaltet. 1895 schuf der Künstler Adolf Heer dazu die Figurengruppe, die die „Mutter Baar“ darstellt, wie sie ihrer „Tochter“, der jungen Donau, den Weg weist.
Als Donaubach mündet das Wasser nach 100 Metern unterirdischen Laufs am Donautempel in die Brigach, die sich 1,4 km weiter mit der Breg zur Donau vereinigt. Was hier aus der Erde sprudelt, ist Regenwasser aus dem Schwarzwald, das unterirdisch zum Schwarzwaldrand fließt und in Donaueschingen als Quelle der Donau ans Tageslicht kommt. Die Quelle des Donaubachs ist eine von 22 Quellen im Umfeld des Zusammenflusses.
Von der Donauquelle sind es nur wenige Schritte bis zum Residenzschloss von Donaueschingen.
Die Donauquelle gilt als Keimzelle des Residenzortes Donaueschingen. Das Residenzschloss wurde bewusst in unmittelbarer Nähe der Quelle errichtet. Zusammen mit dem malerischen Park und weiteren historischen Gebäuden bildet es ein beeindruckendes Gesamtensemble. Die Entstehung des Schlosses hängt eng mit der Erhebung Donaueschingens zur Fürstlich Fürstenbergischen Residenzstadt zusammen. Im Jahr 1723 wurde Donaueschingen von Fürst Joseph Wilhelm Ernst zur Residenz erhoben. Mit dem Neubau des Schlosses und der Stadtkirche neben der Donauquelle wird die enge Verbundenheit der Residenz mit dem Fluss unterstrichen. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss durch einen Umbau in den Jahren 1893 und 1896. Es dient nach wie vor als Wohngebäude und ist daher nur begrenzt innen zu besichtigen.
Der Donaueschinger Schlosspark ist ein historischer Landschaftspark, der im 18. und 19. Jahrhundert geschaffen wurde. Viele Quellen, Weiher, Bäche und Kanäle beleben den Park und legen beredt Zeugnis davon ab, dass hier ursprünglich nichts war als ein Sumpf im Ursprungsgebiet der Donau. Von Anfang an war er der Öffentlichkeit zugänglich. Der Park besticht durch Wasserreichtum, historische Gebäude und Denkmäler, darunter das älteste Lessingdenkmal Deutschlands.
Führungen für Gruppen ab 10 Personen von April bis September nach Voranmeldung buchbar. Regelmäßige Führungstermine unter www.donaueschingen.de/erlebnisfuehrungen.
Individuelle Buchung: Tel. 0771 229677560, www.fuerstenberg-kultur.de.
Auf geradem Weg von der Donauquelle zur Brigach gelangt man zum Donautempel. Das kleine, marmorne Bauwerk im hellenistischen Stil ist ein Geschenk Kaiser Wilhelms II. Es steht an der Stelle, an der der Donaubach in die Brigach mündet. In der Nähe führt ein Steg über den Bach, der zum Mokichi-Saito-Weg führt. Immer am Ufer des Gewässers entlang, geht es gut einen Kilometer in Richtung Osten, vorbei an einem Biergarten und dem Parkschwimmbad. Wo die Brigach einen Bogen nach Süden macht und auf die Breg zufließt, entstand eine Landzunge. An ihrem Ende befindet sich das, was „Donauursprung“ genannt wird.
„Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg“ – diesen Spruch kennt wohl jedes Schulkind. Neben der Donauquelle ist der Zusammenfluss von Brigach und Breg, der „Donauursprung“, der markanteste Punkt am Beginn der jungen Donau. Von dort bis zur Mündung ins Schwarze Meer sind es 2811 km. An ihrem Ufer liegen die Hauptstädte Wien, Budapest und Belgrad.
Der Zusammenfluss von Brigach und Breg wurde in den vergangenen Jahren einer umfassenden Renaturierung unterzogen. Im Zuge des Projekts wurde die Donau um 300 Meter verlängert – der Zusammenfluss wanderte somit näher an die Innenstadt heran. Neben dem Entstehen einer dynamischen Flusslandschaft wurde hiermit der „Donauursprung“ auch für Besucher intensiver erlebbar. Die Wegeführung über Stege und Pfade in Kombination mit mehreren Aussichtsplattformen ermöglicht unterschiedliche Perspektiven auf den Zusammenfluss und die umliegende Auenlandschaft. Künftig wird Flora und Fauna erheblich mehr Raum gegeben. Zahlreiche Tierarten haben sich bereits jetzt in diesem Naturparadies niedergelassen.
Der Rückweg in die Innenstadt erfolgt am linken Ufer der Brigach. Die andere Seites des Flusses erreicht man über die Donaubrücke im Zug der Stadionstraße. Nach ca. 1,2 km zweigt der Parkweg nach Norden ab. Der führt zur Fürstenbergstraße und die wiederum zur Heinrich-Feuerstein-Straße. Hier befinden sich die Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen.
Die Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen in einem kunstvoll umgebauten Stallgebäude sind ein Beleg für den Kunstsinn der Donaueschinger Fürsten. Über die Jahrhunderte hinweg legten sie Sammlungen an, die heute in der Saison am Karlsplatz der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Räume mit der denkmalgeschützten Originaleinrichtung aus den Jahren um 1870 zeigen im Erdgeschoss geologische Funde und bedeutende Fossilien von der Baar. Ein aufrecht stehender Bär begrüßt im Obergeschoss die Besucher der zoologischen Abteilung mit ihren farbenprächtigen Präparaten aus aller Herren Länder. Nach oben hin schließt sich die moderne Kunstsammlung der Familie mit Werken sowohl arrivierter als auch junger Kunstschaffender. Ein eigener Raum ist dem aus Donaueschingen stammenden Anselm Kiefer gewidmet.
Nun wird es Zeit für eine Rast. Dafür bietet sich das nahe Fürstenberg Bräustüble im Gebäude der gleichnamigen Brauerei am Postplatz an.
Die Herren von Fürstenberg besaßen seit 1283 Braurechte. Nachdem der Herrschaftssitz nach Donaueschingen verlegt war, wurde 1739 mit dem Neubau der Fürstenberg Brauerei begonnen. Seither hat sich der Standort der Brauerei nicht mehr verändert. International bekannt wurde sie, als die Schiffe der Hapag und des Norddeutschen Lloyd das Fürstenberg-Pilsener an Bord nahmen, wie auch die MITROPA, die Lufthansa und die Zeppelin-Reederei. Unter www.fuerstenberg.de/aktionen/brauereibesichtigung kann man erfahren, wann die Teilnahme an einer Brauereibesichtigung möglich ist.
Direkt neben der Fürstenberg Brauerei gelegen, könnte das Bier nicht frischer sein als im „Fürstenberg Bräustüble“. Aus der gutbürgerlichen, regionalen Küche kommen auch Maultaschen, Spätzle, Geschnetzeltes, vegane Gemüsepfanne und natürlich Schnitzel. Die Küche ist als „Schmeck den Süden-Gastronom“ zertifiziert.
Nach der Stärkung folgt der Bummel in der Altstadt. Im Jahr 1488 ging der Ort Donaueschingen durch Kauf in den Besitz der Grafen von Fürstenberg über. Seit 1716 ist der Ort Hauptsitz dieses Fürstengeschlechts. Im Jahr 1806 kam er zusammen mit dem Fürstentum zum Großherzogtum Baden.
Es geht durch die Haldenstraße, vorbei am Kinder- und Jugendmuseum. Kleine und große Besucher lernen hier Phänomene aus den Bereichen Wissenschaft und Technik, Mensch und Natur kennen und können selbstständig experimentieren. Es folgt die Karlstraße, die zum Rathaus und zum Musikantenbrunnen führt.
Am Ende der Karlstraße, auf dem Rathausplatz zwischen Mühlen- und Lehenstraße, steht das Neue Rathaus von Donaueschingen. 1838 wurde dafür der Grundstein gelegt. Nach einem Stadtbrand wurde das Rathaus 1910/1911 wieder aufgebaut. Das Fenster des Sitzungssaales stellt diesen Stadtbrand dar. Der hellblaue Anstrich, die zu einem Theater passende Wuchtigkeit des Eingangsbereiches mit dem vorgewölbten Sitzungssaal sind typische Merkmale des damaligen Jugendstils.
Anläßlich der 1100-Jahr-Feier 1989 wurde die Neugestaltung des Rathausplatzes mit dem "Musikantenbrunnen" des Künstlers Bonifatius Stirnberg vollendet. Der Brunnen symbolisiert, dass in Donaueschingen die Musik seit jeher eine wichtige Rolle spielt. 1763 kam die Familie Mozart zu einem zwölftägigen Besuch, denn der zehnjährige Wolfgang Amadeus Mozart hatte für den Fürsten Joseph Wenzel zu Fürstenberg ein Cellostück komponiert. Hier erlebten die Mozart-Opern „Die Entführung aus dem Serail“ und „Die Hochzeit des Figaro“ ihre Deutschland-Premiere. 1921 fanden in der Stadt die ersten „Kammermusikaufführungen zur Förderung der zeitgenössischen Tonkunst“ statt. Daraus gingen später die berühmten „Donaueschinger Musiktage“ hervor. Sie sind das älteste und traditionsreichste Festival für Neue Musik weltweit.
Der Brunnen zeigt ein aus Bronze gestaltetes Kammermusik-Quintett mit Piano, Horn, Cello, Violine und Querflöte. Die Arme der einzelnen Musikanten lassen sich bewegen. Der Musikantenbrunnen ist besonders bei Kindern beliebt.
Knapp einen Kilometer ist der Weg zum Bahnhof lang. Er führt noch einmal über die Brigach und weiter entlang der Max-Egon-Straße.
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