Bahnhofstr.1
03229 Luckaitztal OT Altdöbern
Ein Spaziergang durch den Ort Altdöbern – die Perle der Niederlausitz
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Anfang des 18. Jahrhunderts ließ der sächsische General Alexander Dietrich von Eickstedt anstelle einer alten Wasserburg ein Schloss errichten. Die Dreiflügelanlage mit drei Geschossen wurde rund dreißig Jahre später durch Carl Heinrich von Heineken im Stil des Rokoko umgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch die Gartenanlage nach französischem Vorbild. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgt eine teilweise Umwandlung in den damals gängigen Stil des englischen Landschaftsgartens.
Zum Gebäudeensemble gehören neben dem Schloss ein Portal, Kavalierhäuser, ein Marstall, eine Orangerie und Wirtschaftsgebäude. Die Gebäude des Anwesens gehören der ”Brandenburgischen Schlösser GmbH“ und werden zur Zeit restauriert. Die Außenansicht des Schlosses sowie der wunderschöne Park, welcher sich im Eigentum der Gemeinde befindet, können aber bereits heute besichtigt werden.
Laufen Sie durch den Schlosspark und umrunden Sie auf dem befestigten Parkweg den Großen Salzteich. Das knapp 14 Hektar große Gewässer ist ein beliebtes Angelrevier. Wie aber kam er zu seinem prägnanten Namen? Da hilft eine Legende weiter: Einst kippte ein Pferdegespann beim Überqueren der Brücke um und die Ladung plumpste ins Wasser. Es war kostbares Salz ... Vorbei am Michlenzteich und entlang am Greifenhainer Fließ laufen Sie nun zum parkähnlichen Marktplatz, den die evangelische Kirche in seiner Mitte prägt. Der imposante Kirchenbau überrascht mit Besonderem.
In der Mitte des Marktplatzes steht die repräsentative evangelische Kirche von 1921. Der mittelalterliche Vorgängerbau - der sehr viel kleiner - war am 12. Mai 1914 komplett niedergebrannt. Von der Ausstattung konnte nur wenig gerettet werden wie das hölzerne, reich verzierte Taufbecken aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die neue rechteckige Kirche mit dem neobarocken Westturm wurde in vier Jahren Bauzeit nach Plänen des Berliner Baumeisters Curt Steinberg errichtet. Besucher gelangen unter dem Mosaik des gekreuzigten Jesus durch die Turmhalle in die offene Kirche. Das Mittelschiff wurde als Tonnengewölbe errichtet. Ihre Kassettendecke besteht aus 176 Feldern, die mit christlichen Symbolen und Blumenornamenten ausgemalt sind. Die pneumatische Orgel mit 27 Registern wurde 1920 von dem Orgelbauer Gustav Heinze (Sorau) erbaut. In der imposanten Kirche finden 800 Menschen Platz. Im 41 Meter hohen Turm rufen drei Glocken zum Gottesdienst – es ist das größte Stahlglockengeläut in Brandenburg.
Vom Markt laufen Sie vorbei an der Verwaltung des Amtes Altdöbern zum Mühlendamm – er führt Sie zum Schmiedsteich, einem idyllischen Ententeich. Gleich dahinter lädt im Sommer das Freibad zum Erfrischen ein.
Das ehrenamtlich geführte Freibad mitten im Ortszentrum von Altdöbern wurde 1895 als „Badeanstalt für männliche Personen“ errichtet. In der Ortschronik ist bereits 1879 ein Vorgänger als "Freiluft-Badeanstalt" für das Lehrer-Seminar bezeugt. Heute bietet es allen Gästen im Sommer Wasserspaß, Sport und Spiel. Das Freibad hat ein 50-Meter-Schwimmerbecken mit 3-Meter-Sprungturm. Die Jüngsten finden ein Planschbecken sowie ein Nichtschwimmerbecken mit großer Rutsche. Es gibt einen Beach-Volleyballplatz, eine Liegewiese, Umkleidekabinen und eine Kiosk-Bar.
Nun geht es zur letzten Station Ihres Ausflugs nach Altdöbern und zugleich in die jüngste Geschichte des Ortes – zum Südgraben, der viel mit dem einstigen Bergbau der Region zu tun hat. Laufen Sie ein Stück auf der Bahnhofstraße und biegen Sie dann links ein in die Cransdorfer Straße. Hier in der Waldrandsiedlung haben Sie vom Weg an der Böschungskante einen super Blick auf das gewaltige Bauprojekt der letzten Jahre – den Südgraben. Er sammelt das Wasser, leitet es ab und schützt den Süden des Ortes so vor zu viel Grundwasser, das jetzt einfließt. Im nahen Tagebau Greifenhain wurde in den Jahren von 1936 bis 1994 Braunkohle gefördert. Dann wurde der Tagebau geflutet und es entstand der Altdöberner See. Damit steigt aber auch das Grundwasser nach und nach wieder an. Zum Schutz der Siedlung errichteten Bergbausanierer von 2014 bis 2018 diesen 1.300 Meter langen und bis zu zehn Meter tiefen Drainagegraben, der den Wasserhaushalt regulieren hilft. Übrigens kamen bei den Bauarbeiten auch ein paar archäologische Funde ans Tageslicht wie ein rund 4.000 Jahre alter, aus der Bronzezeit stammender, Ösenhalsring.
Nach diesem kleinen Exkurs in die Bergbaugeschichte des Ortes geht es nun zurück. Laufen Sie weiter über die Heinrich-Heine-Straße, die durch ein Waldstückchen führt, zur Bahnhofstraße. Biegen Sie nach links, sind Sie nach gut fünf Minuten am Bahnhof Altdöbern.
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Bahnhof AltdöbernBahnhofstr.1
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