Bahnhofstr.
01640 Coswig
Wanderung durch Gauernitzbach- und Regenbachtal
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die erste urkundliche Erwähnung der „Käditzer Kahnfähre“ datiert aus dem Jahre 1661. Seitdem taten hier zahlreiche Boote und Lastschiffe aller Art mit Muskel-, Dampf-, Gierseil- oder Motorantrieb und auch einmal eine Wagenfähre ihren Dienst, um Menschen und Material über die Elbe zu befördern.
Im Jahre 1890 wurde das alte Fährhaus Kötitz errichtet. Der Zahn der Zeit und zahlreiche Elbehochwasser setzten dem Gebäude arg zu. Bei schönem Wetter können Besucher im Fährhaus die Elbe, das gegenüberliegende Ufer und das Fährschiff durch eine Camera obscura betrachten (nur nach Voranmeldung unter cameraobscura@coswig.de).
Am anderen Elbufer bringt Sie der Leinpfad direkt am Fluss zur Siedlung Gauernitz, das einst ein slawisches Fischerdorf war. Gegenüber liegt die Gauernitzer Elbinsel, ein Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf. Auf Ihrer Wanderung passieren Sie das Rittergut und Schloss Gauernitz, das noch seiner Restaurierung harrt. Das einst so prächtige Schloss wurde 1393 erstmals erwähnt, wechselte mehrfach die Besitzer und diente nach 1945 auch als Wohnhaus, Kindergarten, Schule und Gemeindeamt.
Links des Weges fließt der Gauernitzbach – folgen Sie nun dem Eichhörnchengrund mit seinen bizarren Felsen. Kurz hinter den letzten Häusern von Gauernitz steht die Schulzemühle, Deutschlands kleinste, begehbare, noch produzierende Wassermühle.
Im Eichhörnchengrund in Gauernitz errichtete Günther Schulze von 1968 bis 1974 einen voll
funktionsfähigen Nachbau der Klipphausener Lehmann-Mühle im Maßstab 1:5. Der Einbau der kompletten Mühlentechnik dauerte noch einmal 30 Jahre. Nach seinem Tod verfiel die Mühle zusehends. Nach umfangreicher Renovierung und Restaurierung der komplizierten Modelltechnik durch die Familie Hebeld zeigt sich die kleine Mühle wieder als besonderes Schmuckstück; das technische Kleinod wurde wieder zum Laufen gebracht. In der historischen Mühle wird Getreide zu Mehl gemahlen und auch leckerer Kuchen gebacken.
April –Oktober jeweils am 1. Sonntag im Monat ab 11 Uhr (außer bei starkem Regen) geöffnet. In den Sommermonaten sind wieder reguläre Öffnungstage jeweils am ersten Sonntag im Monat geplant. Auch zum Mühlentag am Pfingstmontag werden die Türen geöffnet.
Vorbei an einem Rastplatz – Zeit fürs Picknick? – laufen Sie am Gauernitzbach durch den Wald, bis Sie auf den Weg Gävernitze stoßen und diesen linker Hand entlang der Felder Richtung Röhrsdorf folgen. Im Ort passieren Sie einen Agrarbetrieb, die Gemeindeverwaltung und wandern an der Straßenkreuzung links weiter auf der Straße Am Regenbach. Rechter Hand erhebt sich auf dem Kirchberg die St.-Bartholomäus-Kirche. Schauen Sie ruhig mal hinein!
Die Kirche wurde 1739 als barocke Saalkirche gebaut. Eine Besonderheit ist der wohl schönste Taufengel Mitteldeutschlands – ein hölzerner Engel mit barocker Farbfassung. Er gehört zu den wenigen Taufengeln, die seit 1739 bis heute bei Taufen als himmlischer Bote mitwirken und dazu an einem Seil von der Kirchendecke auf den Altarplatz herabgelassen werden. Da er vermutlich schon einmal abgestürzt ist, hängt er an einem besonders stabilen Kunststoffseil aus der Hochseefischerei – ein Geschenk des Hamburger Hafens. Auf dem Kirchhof befinden sich die letzten Ruhestätten der „Klipphausener Prinzessinnen“, der Frau und den beiden Töchtern des Fürsten von Reuß zu Köstritz.
Folgen Sie dem Regenbachtal, gelangen Sie zur ehemaligen Pinkowitzmühle, die nach einem Brand um 1900 wiederaufgebaut wurde. Durch Feld und Flur geht es nun abwärts nach Constappel, einem Ortsteil von Gauernitz. Hier verlassen Sie das Regenbachtal und gelangen ins Saubachtal. Es hat seinen Namen vom Bach Wilde Sau, der im Tharandter Wald entspringt und nach 22 Kilometern bei Gauernitz in die Elbe mündet. Der Höhenunterschied von rund 250 Metern brachte ihm wohl den markanten Namen ein – aus dem Slawischen übersetzt heißt das soviel wie Sturzbach.
In Constappel bietet am Wochenende die gastliche Stätte mit dem sinngebenden Namen „Rasthaus zum müden Wandersmann“ deutsche Küche an. Nur wenige Schritte sind es zur St.-Nikolaus-Kirche, die im Mittelalter Wallfahrtskirche war. Zu ihren Kunstschätzen gehört ein Gemälde aus der Schule von Lucas Cranach d. Ä. Auf dem Langen Weg laufen Sie zur Elbfähre, die Sie wieder nach Coswig-Kötitz bringt. Von hier sind es dann noch einmal rund zwei Kilometer bis zum Bahnhof.
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Coswig (b.Dresden)Bahnhofstr.
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