An der Nassau 1
01689 Weinböhla
Von Weinböhla nach Moritzburg und Radebeul
Eine Wandertour für Naturliebhaber und Kulturliebhaber
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Der ursprüngliche Bauentwurf des als „Bismarckwarte“ errichteten Friedensturms stammt vom Kulturtechniker Wilhelm Wiesner, der schon den Wartturm auf dem Ratsweinberg entwarf. Auf sein Engagement geht auch der Draisstein zurück, der sich zu Füßen des Friedensturms befindet und Karl Friedrich Drais gewidmet ist, dem Erfinder des ersten mit Beinkraft angetriebenen, lenkbaren Zweirads und einer schienengebundenen „Fahrmaschine“, aus der sich die heute vor allem als Freizeitgefährt bekannte Draisine entwickelte. Fast der ganze Ort begrüßte 1912 die Einweihung des Gedenksteins. Denn die Weinböhlaer waren begeisterte Radfahrer, zwei Fahrradvereine gründeten sich hier um 1900 kurz hintereinander.
Die untere Plattform des 20 Meter hohen Turmes ist ganzjährig zugänglich. Der Turmaufstieg ist möglich mit einem Schlüssel, der in der Touristinformation Weinböhla im Zentralgasthof, in der benachbarten Gaststätte „Laubenschlösschen“ (montags Ruhetag) sowie in der Gemeindeverwaltung, Rathausplatz 2, ausgeliehen werden kann.
Von hier führt die App auf einer 6,5 Kilometer langen Strecke in das Landschaftsschutzgebiet Friedewald und weiter ins Moritzburger Teichgebiet. Vorbei geht es am Kapellenteich und am Ilschenteich mit seinem idyllischen Rastplatz. Hier kann man sich ausruhen und das Treiben der Wasservögel beobachten. Weiter führt der leicht hügelige Weg etwa fünf Kilometer zum Wasserschloss Moritzburg.
Der Name des Schlosses geht zurück auf Herzog Moritz von Sachsen, der das Gebäude 1542 als Jagdschloss errichten ließ. Seine heutige Gestalt erfuhr es jedoch durch August den Starken. Der Kurfürst ließ den ursprünglichen Renaissancebau unter der Leitung des berühmten Baumeisters Pöppelmann zu einem prächtigen Barockschloss umgestalten. Um hier opulente Jagdgesellschaften abhalten und Seeschlachten inszenieren zu können, wurden Teiche und Wildgehege angelegt.
Heute ist das Schloss ein Museum, in dem mehrere Ausstellungen und historische Räumlichkeiten besichtigt werden können. Ein Muss ist das „Federzimmer“ mit Wandbespannungen aus Millionen von Vogelfedern. Darüber hinaus beherbergt das Schloss eine große Sammlung von barocken Ledertapeten, wertvollem Porzellan und Jagdtrophäen.
Besondere Berühmtheit erlangte Schloss Moritzburg durch die deutsch-tschechische Filmproduktion „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ende des Jahres 1972 und Anfang 1973 wurden hier die Außenaufnahmen für den Märchenklassiker gedreht. Immer in den Wintermonaten wird darum eine Sonderausstellung zum Kultfilm gezeigt.
An die Szene, in der Aschenbrödel seinen Tanzschuh verliert, erinnert heute ein kleiner Bronzeschuh, festgeschraubt an der Außentreppe des Schlosses.
Im Eintritt inbegriffen sind sogenannte HistoPads. Mit diesen interaktivem Tablet-Guides können Besucher:innen auf Zeitreise gehen. Animationen und 3D-Inszenierungen lassen die Schlossgeschichte lebendig werden.
Wer mag, kann noch einen kleinen Abstecher von rund 600 Metern in das Käthe-Kollwitz-Haus (www.kollwitz-moritzburg.de) in der Meißner Straße 7 am Rande des Schlossteichs unternehmen. Dort lebte die Künstlerin bis zur ihrem Tod 1945.
Hungrig nach dieser Wanderung? Dann ab in Adams Gasthof, der am Markt, nur zehn Gehminuten vom Schloss entfernt, wartet.
Nahe dem Schloss Moritzburg liegt idyllisch an einem hauseigenen See der traditionsreiche Adams Gasthof, der den Beinamen „Sächsisch königliche Ausspanne seit 1675“ trägt. Und tatsächlich kann man im Sommer ganz wunderbar im Biergarten am See sitzen und bei einem kühlen Getränk entspannen. Auf der Karte stehen neben regionalen Spezialitäten wie „Adams Hirschgulasch“ auch Fischgerichte und vegetarische Speisen.
Frisch gestärkt geht es nun zum Bahnhof Moritzburg, wo die historische Lößnitzgrundbahn abfährt und unterwegs traumhafte Landschaftssichten bereithält. Genau das richtige für wache Blicke und müde Wanderfüße!
Die Lößnitzgrundbahn zählt zu den ältesten Schmalspur-Bahnstrecken Deutschlands und fährt mehrmals täglich von Radebeul via Moritzburg nach Radeburg und zurück. Seit 1884 ist die historische Bimmelbahn – auch „Lößnitzdackel“ genannt – mit schnaubender Dampflok im Einsatz. Höhepunkt der Fahrt ist die Überquerung des Dippelsdorfer Teichs über einen 210 Meter langen Damm.
Die Tickets können direkt beim Zugpersonal gekauft werden. Es empfiehlt sich, im Vorfeld die aktuellen Abfahrtszeiten zu checken. Die Fahrt von Moritzburg nach Radebeul Ost dauert 27 Minuten.
Die Lößnitzgrundbahn bringt die Wanderlustigen zum Bahnhof Radebeul Ost. Von hier geht es mit der Bahn weiter Richtung Meißen, Dresden oder Pirna.
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Bahnhof Weinböhla HpAn der Nassau 1
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