Bahnhofstraße 20
63846 Laufach
Bahn- und Industriegeschichte erwandern
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Entdecker
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Durch den Bahnbau war das Seebachtal innerhalb von 100 Jahren großen Veränderungen ausgesetzt. 1854 zerschnitt der Damm der Bahnlinie das Tal. Ein Viadukt, Chausseebogen genannt, bildete den Durchgang für den Seebach und die heutige B26. 1958 entstand ein Sportplatz, zehn Jahre später das Freizeit- und Erholungsgebiet Seebachtal.
2013 begannen die Bahnbaumaßnahmen zum Neubau des Tunnels mit der Auffüllung der gesamten Fläche. Das ehemalige Freizeitgelände verschwand unter den Aufschüttungen, das Viadukt bekam eine moderne Brücke an die Seite gestellt. Auf dem Gelände des ehemaligen Tennisvereins entstand nun eine neue Freizeitanlage, unter anderem mit einem Geologie-Steinpfad und Geo-Lodge.
Die kulturhistorisch bedeutsame Bahnverbindung gerät dabei nicht in Vergessenheit, sondern bleibt in der Gestaltung sichtbar. Zu diesem Zweck brachte der letzte Personentransport auf der alten Trasse einen Nahverkehrswaggon zum Freizeitgelände. Danach wurden die Strecke endgültig stillgelegt und die Schienen entfernt. Der Waggon ist geblieben und dient als Informationszentrum, das sowohl über das Jahrhundertbauvorhaben vor 160 Jahren als auch über die Neubaustrecke informiert.
Die Tour unterquert die Gleise und führt in den Laufacher Ortsteil Hain. Am Ortseingang bezog während des Bahnbaus der junge Bauunternehmer Philipp Holzmann Quartier, der hier seinen ersten Großauftrag ausführte. Später stieg seine Firma Holzmann zum größten deutschen Bauunternehmen und einem der großen „global player“ auf.
Weiter geht es durch das Schwarzbach-Tal, ein Stück am Wasser entlang und dann mit mäßiger Steigung bergauf. Unterwegs lohnt sich ein Abstecher zur Kulturwegstation „Panoramaplattform Bahn", bevor Ihr über einen weiteren Abstecher zum „Tunnelportal West" gelangt.
Mitte des 19. Jahrhunderts stellte der Bau des 926 Meter langen Schwarzkopftunnels die Ingenieure und Bergleute vor große Herausforderungen. Der Tunnel sollte nahezu steigungsfrei ausgeführt werden, und man wählte die geografisch kürzeste Gebirgsübergangsstelle. Geologisch war diese Stelle jedoch ungünstig, weil zahlreiche Wasseradern das Gestein durchzogen. Das verursachte erhebliche Instandhaltungskosten. 1957 wurde die Strecke elektrifiziert und der Tunnel umfassend umgebaut. Nach dem Ende des Bahnbetriebs 2017 ist die schwere Arbeit der Bergleute rückgängig gemacht worden und der Tunnel heute aus Sicherheitsgründen verfüllt.
Ihr steigt noch ein bisschen bergan zum wortwörtlichen Höhepunkt der Tour. Am Pollaschdenkmal erwartet Euch ein wunderbarer Aussichtspunkt.
Das Ehrenmal am Pollasch liegt auf 400 Meter über Null. An der Straße zwischen der Kreuzung „Sieben Wege“ und Heigenbrücken erinnert es an 140 im Ersten Weltkrieg gefallene Spessartfreunde und mahnt zum Frieden. Das Denkmal stammt aus dem Jahr 1927 und fällt durch eine sehr moderne Formgebung auf, die schlicht und neuzeitlich gehalten ist. Der Spessartbund gedenkt dort alljährlich am zweiten Sonntag im Oktober seiner Toten.
Der beeindruckende Blick vom Pollasch reicht weit ins Laufach- und Aschafftal, über Aschaffenburg bis zum Odenwald. 1934 wurde hier in Erinnerung an den Oberförster Christian Wodianka eine Hütte errichtet, die noch heute Wanderern Schutz bietet.
Vom Pollasch geht es durch dichten Spessartwald bisweilen recht steil hinab – zunächst parallel zur Straße und dann auf einem bequemen Forstweg. Nur gut, dass es am Ortseingang von Heigenbrücken die Gelegenheit für eine Abkühlung gibt. 1929 wurde im Talgrund ein Quellenschwimmbad eröffnet, das über Jahrzehnte eine vielbesuchte Attraktion war. 2009 wurde das Naturschwimmbad nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten neu eröffnet. Möchtet Ihr die Wanderung mit gehobener Küche in stilvollem Ambiente krönen? Dann genießt gleich nebenan in der Villa Marburg (Tel. 06020 979990).
Während am Startpunkt der heutigen Tour Eisenerz für die Entwicklung bestimmend war, stand im Zielort und heutigen Luftkurort Heigenbrücken früher die Glasproduktion im Vordergrund. Hier gab es ausreichend roten Quarzsand und Holz als Energielieferanten für die Glasschmelze.
Werft doch noch einen Blick auf den alten Heigenbrückener Bahnhof von 1890 mit dem zweiten Tunnelportal, bevor es abschließend zum neuen Haltepunkt an der Bahnlinie geht.
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