Dresdner Str. 280
01705 Freital-Hainsberg
Die Weißeritztalbahn, Deutschlands älteste Schmalspurbahn
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber, Kulturliebhaber, Entdecker und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Die Weißeritztalbahn, Deutschlands älteste Schmalspurbahn, legt auf ihrer Strecke von Freital-Hainsberg bis zum Kurort Kipsdorf 26,3 Kilometer zurück und hält an 13 Stationen. Die Dampfloks der Baureihen 99 51-60 (Baujahre 1892–1921), 99 73-76 (Baujahre 1928–1933) und 99 77-79 (Baujahre 1952–1956) und die Diesellok vom Typ L45H (Baujahre 1968–1985) sind dabei mit maximal 30 km/h unterwegs. Die ca. 200 bzw. 600 PS-starken Dampflokomotiven werden ausschließlich mit Steinkohle befeuert. Die Weißeritztalbahn fährt auf der Spurweite 750 mm.
Eröffnet wurde die Strecke von Freital-Hainsberg bis Schmiedeberg am 1. November 1882, ein knappes Jahr später erweitert, führt sie bis Kurort Kipsdorf. Im August 2002 brachten starke Schäden des „Jahrhunderthochwassers“ den Eisenbahnbetrieb zum Erliegen. Schritt für Schritt wurde die zerstörte Infrastruktur wiederaufgebaut.
Höhepunkte der Fahrt sind die 32 Brücken, die der Zug unterwegs passiert. Zu den besonderen Bauwerken gehören die 31 Meter lange Stabbogenbrücke Rabenau und das 191 Meter lange Viadukt Schmiedeberg.
Jährlich im Juli wird das Schmalspurbahn-Festival gefeiert, das u.a. die Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn e. V. (IGW) organisiert. Der Verein betreibt im Bahnhof Freital-Hainsberg einen Souvenirshop und verkauft hier Fahrkarten. Tickets gibt es auch im Bahnhof Kipsdorf, in Moritzburg sowie ohne Aufpreis beim Zugpersonal.
Zu besonderen Terminen wie Ostermontag, Himmelfahrt und Nikolaus werden Themenfahrten mit Programm angeboten. Zu Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, im Advent und zum Jahreswechsel gelten Sonderfahrpläne. An diesen Tagen ist ein zweiter Dampfzug auf der Strecke unterwegs und erweitert Ihre Reisemöglichkeiten.
Die Bahn taucht in den wildromantischen Rabenauer Grund ein. Durch die vielen engen Bögen – der kleinste Radius der Strecke misst 50 Meter – haben Sie vom letzten Wagen aus einen tollen Blick auf die schnaufende Dampflok. Der Zug passiert Rabenau mit dem Stuhlbaumuseum, denn der Ort ist Deutschlands älteste Stuhlbauerstadt, und Malter. Die Talsperre Malter an der aufgestauten Roten Weißeritz ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Strandbad und allem Pipapo. Größter Bahnhof auf der Strecke ist Dippoldiswalde. Hier hält der Zug sieben Minuten und Sie können sich überlegen, ob Sie aussteigen möchten für einen Stadtbummel und dann 15.45 Uhr oder 18.02 Uhr mit dem Dampfzug wieder nach Freital zurückfahren.
Die Stadt Dippoldiswalde, von seinen Einwohnern liebevoll-knapp „Dipps“ genannt, liegt an der Roten Weißeritz und ist das Tor zum Osterzgebirge. Der Erzbergbau verhalf der Stadt zu Wohlstand, Handwerker wie Gerber, Töpfer, Schuster und Zinngießer siedelten sich hier an. Der sanierte historische Stadtkern mit Schloss, Rathaus, Kirchen, dem ehemaligen Maltitzschen Bergamt am Markt und die Lohgerberei, heute ein Museum, steht unter Denkmalschutz. Das restaurierte Schloss beherbergt u. a. das Amtsgericht und das Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge. Das Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum wurde komplett saniert. Es hat sein Domizil im Lohgerberhaus aus dem 18. Jahrhundert, das als Schauanlage für die Lederverarbeitung einmalig in Europa ist. Beliebter Treffpunkt ist der Polypark am Bahnhof, der Spiel und Spaß für mehrere Generationen bietet.
Die Weißeritztalbahn schnauft weiter entlang der Bundesstraße B170 bis nach Schmiedeberg. Ab dem Haltepunkt Buschmühle geht es das steilste Stück hinauf zum Kurort Kipsdorf. Pünktlich um 10.51 Uhr erreicht die Bimmelbahn, wie sie die Einheimischen auch gerne nennen, den Kopfbahnhof mit dem historischen Bahnhofsgebäude. Hier haben Sie 20 Minuten Aufenthalt, bevor es dann 11.11 Uhr wieder zurückgeht. Der Bahnhof ist heute Bürgerhaus und bietet neben Infos auch Getränke und Souvenirs. Oder aber, Sie werden nun selbst aktiv, wandern von Kipsdorf zurück nach Schmiedeberg und steigen 14.41 Uhr dort wieder in den Zug. Bei der rund 5,4 Kilometer langen Wanderung auf dem ausgeschilderten Rad- und Wanderweg kommen Sie u.a. an der katholischen Kapelle „Maria im Gebirge“ vorbei, laufen auf einem schönen Waldweg und passieren die Bahnstrecke der Weißeritztalbahn. In Schmiedeberg, das zu Dippoldiswalde gehört, können Sie sich z. B. im Backlokal Pfützner mit Mittagsangeboten und Eisgarten in der Altenberger Str. 10 (geöffnet Montag bis Samstag 6 bis 18 Uhr, Sonntag 13 bis 18 Uhr) ganz in Ruhe stärken. Wenn Ihnen die große Schwarz-Weiß-Aufnahme an der Wand der Bäckerei bekannt vorkommt – es ist eine historische Aufnahme der Weißeritztalbahn, die an den Orten der Strecke sehr geschätzt wird. Die drei Stunden in Kipsdorf bis zum Abendzug reichen aber auch für eine ausgedehntere Wanderung an den Hängen des Weißeritztales, z. B. hinauf nach Bärenfels und das reizvolle Schellerhau mit Einkehrmöglichkeiten und über Oberkipsdorf zurück nach Schmiedeberg. Und dann zuckeln Sie dampfend und pfeifend wieder nach Freital-Hainsberg.
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