Die Mainschleife bei Dettelbach

Eine Flusswanderung mit modernen Skulpturen und alten Gemäuern

Start
Buchbrunn
Dauer
5 h
Länge
14 km
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Luftaufnahme Fähre Main, Foto: Holger Leue
Ebracher Hof in der Schloßstraße, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG
Josefshöhe mit Ausblick, Foto: Reissmann
Skuplturenpark - Detailansicht, Foto: Marco Henze
An der östlichen Stadtmauer von Dettelbach, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG
Schloss Mainsondheim, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG
Eckdaten zur Tour
Allein die wunderschöne Landschaft würde schon ausreichen: rechts und links Weinberge, dazwischen der Main mit seinen baumbestandenen Ufern und Auen. Aber dieser Abschnitt des Maintals hat noch viel mehr zu bieten.

Das Städtchen Dettelbach, das mit buntem Fachwerk gefüllt und von einer mittelalterlichen Ringmauer eingefasst ist, ist immer einen Ausflug wert. Genauso lohnt sich auch ein Blick auf die Schlösser in den beiden Nachbarörtchen Mainstockheim und Mainsondheim – eines ist übrigens ein echtes, ein anderes nur dem Namen nach.

Und habt Ihr gewusst, dass hier so viel Kunst zu sehen ist? Freilichtkunstwerke im Skulpturenpark und auf dem Skulpturenweg entlang des Mains sorgen für einen besonderen Kulturgenuss bei dieser eher leichten Wanderung im Tal des Mains.
Eine Wandertour für Familien, Naturliebhaber und Kulturliebhaber

Start- und Endbahnhof

Startbahnhof
Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim
5 Tourstationen
14 km / 5 Stunden
Endbahnhof
Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim

Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.

Vorschau der App-Darstellung der Tour "SUP-Seeing in Potsdam" | © DB Regio Nordost

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Ablaufplan

Tourstart am Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim

Wegbeschreibung

Ebracher Hof

Wie schon die Adresse verrät, wird der Ebracher Hof auch Schloss genannt. Gebaut wurde er 1624 von Abt Johannes Dressel aus dem Zisterzienserkloster Ebrach. Es entsandt ein prächtiger Guts- und Klosterhof für den Weinanbau des Klosterbedarfes. Das Gebäude erinnert mit seinem reich gegliederten Renaissancegiebel und dem aufwendig verzierten Steinportal auch heute noch an ein Schloss.

Etwa 100 Jahre nach der Erbauung ließ Abt Wilhelm Söllner einige Zimmer und die Hauskapelle aufwendig im Stile des Rokoko stuckatieren. 1734 entstand die große, terrassierte Gartenanlage nach barocken Vorbildern mit mehreren Brunnen, in der heute neben Bäumen, Blumen und Bienen auch Gemüse angebaut und Kunst gezeigt wird.

Bis zur Säkularisation 1803, als Besitztümer der Kirche enteignet wurden, lebten im Ebracher Hof Mönche. Danach fiel die Anlage zunächst an das Kurfürstentum Bayern, wurde aber gleich im folgenden Jahr in Privatbesitz versteigert. Im Laufe der Zeit wechselte der Ebracher Hof mehrfach den Eigentümer, bis 1961 die Eltern von Gabriele Brandner das Anwesen erwarben und ein Seniorenheim gründeten, das ihre Tochter auch heute noch führt. 2016 wurde das Schloss denkmalschutzgerecht saniert und ist seitdem barrierefrei.

Das unter den vielen Besitzern einst auch ein jüdischer Weinhändler war, davon zeugt die Mikwe, ein Ritualbad für die jüdischen Bürger Mainstockheims aus dem 19. Jahrhundert, die bis heute erhalten ist.

Schloßstraße 32-38
97320
Mainstockheim
Ebracher Hof in der Schloßstraße, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG

Wegbeschreibung

Ihr seid die Schloßstraße hinaufgegangen und spaziert nun „An der Schlossmauer“ wieder zurück zum Main. Nun geht es am Fuße der Weinberge immer weiter am Ufer entlang in Richtung Dettelbach. An der Kläranlage erwartet Euch der einzige größere Anstieg heute. Ihr steigt hinauf zur Josefshöhe, wo Euch ein atemberaubender Panoramablick erwartet.

Josefshöhe

Der Josefstempel wurde 1892 von dem Weingutsbesitzer Johann Knauer erbaut und ist heute auch das Logo des Weinguts. Der Tempel in den Mainstockheimer Bergen ist eine Stufenanlage mit der Figur des heiligen Josef mit Kind. Unter dem romantischen Baldachin bietet sich ein herrlicher Blick auf die Dettelbacher Mainschleife und den Steigerwald.

Aussichtspunkt Josefshöhe, Foto: Gerlinde Schadel

Wegbeschreibung

Habt Ihr schon die sechs großen Steinskulpturen erspäht? Sie sind im zweiten internationalen Bildhauersymposium „Panta Rhei“ in Dettelbach entstanden und auf dem Skulpturenweg entlang des Mains aufgestellt worden. Ihr werdet die Gelegenheit haben, Euch die Kunstwerke aus der Nähe anzuschauen.

Jetzt geht es erst einmal zurück auf die Mainstockheimer Straße und hinunter zum Ufer und dem Skulpturen- und Freizeitpark Dettelbach. Hier könnt Ihr Eure müden Füße im Kneipp-Becken erfrischen und dabei Kunst anschauen.

Skulpturen- und Freizeitpark Dettelbach

Der Park am Main-Wander- und Radweg ist eine öffentliche Begegnungsstätte für Dettelbacher und Maintouristen gleichermaßen. Die hier aufgestellten farbenfrohen Skulpturen sind zum großen Teil Werke des ortsansässigen Künstlers Roger Bischoff. Dazwischen gibt es Spazierwege, Grünflächen und Bäume, einen Veranstaltungspavillon und Sitzgelegenheiten. Wer mag, kann hier Botscha/Boule oder Schach spielen.

2009 hatte der Kulturhistorische Kreis Dettelbach e. V. erstmals seine Idee von einem Skulpturen- und Freizeitpark im Stadtrat vorgestellt. 2012 eröffnete der Skulpturenpark, 2015 kam in einem zweiten Bauabschnitt ein Mehrgenerationen-Wasserspielbereich hinzu mit mehreren Staudämmen und einem integrierten Kneipp-Becken. Erbaut wurde er in 1500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit von Freiwilligen des Kulturhistorischen Kreises Dettelbach e. V.

Mainstockheimer Straße 4-6
97337
Dettelbach
Ebracher Hof in der Schloßstraße, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG

Wegbeschreibung

Nun seid Ihr der schönen Mittelalterstadt Dettelbach mit ihren bunten Fachwerk-Häusern schon ganz nah gekommen. Vom Park aus sind es nur wenige Minuten in die sehenswerte Altstadt mit ihrer historischen Stadtmauer.

Stadtbefestigung Dettelbach

Die Altstadt von Dettelbach umgibt noch heute eine in weiten Teilen erhaltene Stadtmauer mit Türmen, Toren und Grabenresten. Sie stammt aus der Zeit um die Wende zum 16. Jahrhundert. Damals wurde dem Ort von Kaiser Friedrich III. das Stadt- und Marktrecht verliehen.

Erste kriegerische Auseinandersetzungen erlebte die noch junge Befestigung im Deutschen Bauernkrieg 1525. Im Dreißigjährigen Krieg konnte sie den modernen Geschützen schon nichts mehr entgegensetzen und die Bevölkerung öffnete 1631 den protestantischen Schweden kampflos ihre Stadt.

Das Erscheinungsbild der Anlage änderte sich in den folgenden Jahrhunderten laufend. Viele kleine Maueraufsätze und einige der einst wohl 52 Türme verschwanden zum Beispiel. 1872 erfolgte der Abriss von drei der fünf mittelalterlichen Tore, weil sie den zunehmenden Verkehr mit Fuhrwerken behinderten. Im folgenden Jahrzehnt wurde im Süden ein Rundpark für die örtliche Bevölkerung angelegt.

Im 20. Jahrhundert änderte sich schließlich der Zeitgeist. Der Wert der Ringmauer als Baudenkmal wurde erkannt. Heute schließt sie sich noch um fast die gesamte Dettelbacher Altstadt. Besonders viele der rund 30 verbliebenen Türme sind entlang der östlichen Stadtmauer zwischen dem ehemaligen Neutor und dem Faltertor zu sehen, dem bedeutenderen der beiden erhaltenen Tore.

Ein typisches Beispiel für die Entwicklung der Mauertürme ist der sogenannte Rössnerturm an der Östlichen Stadtmauer 3. Aus dem Wehrturm wurde im 19. Jahrhundert durch die Aufstockung mit einem Fachwerkaufsatz ein Wohngebäude. Der sogenannte Mainstockheimer Turm am Stadtgraben 6 gilt als der älteste erhaltene Überrest der Stadtbefestigung und soll auf die Mitte des 15. Jahrhunderts zurückgehen. Der Männerturm war bis ins 19. Jahrhundert das Stadtgefängnis. Heute ist er zusammen mit dem Faltertor ein beliebtes Fotomotiv.

Am Stadtgraben 6
97337
Dettelbach
An der östlichen Stadtmauer von Dettelbach, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG

Wegbeschreibung

Nun geht es wieder hinunter zum Main. Haltet weiter die Augen nach den Skulpturen offen. Die letzte grüßt Euch nahe der Mainfähre, mit der Ihr übersetzt nach Mainsondheim. Am anderen Ufer geht Ihr die Straße „Zur Mainfähre“ hinauf und erreicht so das Schloss Mainsondheim.

Schloss Mainsondheim

Mainsondheim wurde um das Jahr 700 gegründet und ist der einzige rechtsmainische Gemeindeteil von Dettelbach. Sein Schloss und der dazugehörige Gutshof bildeten jahrhundertelang den wirtschaftlichen Mittelpunkt des Dorfes. Noch heute beherrscht das Schloss das Dorf.

Gebaut wurde es im 15. Jahrhundert von der Familie Fuchs von Dornheim, die nachweislich bereits im Jahr 1320 einen Adelssitz in Mainsondheim hatten. Über die Jahrhunderte hatten verschiedene Adelsgeschlechter die Herrschaft über Mainsondheim inne, was auch zu einer mehrfahren Umgestaltung des Schlossbaus führte.

Das heutige Erscheinungsbild wird größtenteils der Spätgotik zugerechnet und geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als die Freiherren von Mauchenheim, genannt Bechtolsheim in den Besitz des Anwesens gelangten. Sie bewohnen es auch heute noch, so dass das Schloss selbst nicht öffentlich zugänglich ist. Aus dem Gut mit seinen großen Ackerflächen wurde in den 1980er-Jahren ein Golfplatz.

Schlossweg 3
97337
Dettelbach
An der östlichen Stadtmauer von Dettelbach, Foto: Uwe Miethe, Lizenz: DB AG

Tourende am Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim

Wegbeschreibung

Ihr startet vom Schlossweg aus Richtung Süden. Der Weg führt Euch zwischen Fluss und Golfplatz hindurch auf Albertshofen zu. An der Motorcross-Strecke kann es kurz lebhafter werden, ansonsten erlebt Ihr auch auf dieser Etappe die berühmte Main-Weinland-Idylle pur. In Albertshofen setzt Ihr noch einmal mit der Mainfähre über.

Übrigens, an Bord der Chris-Tina können sich seit über zehn Jahren Paare auf dem Main trauen lassen. Am Mainstockheimer Ufer wählt Ihr den schon bekannten Weg am Wasser zurück zum Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim.

Tourenkarte

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Start/Ende

Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim

97320 Buchbrunn

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