Fritz-Hesse-Straße 47
06844 Dessau
Entdeckungen in der Dessauer Innenstadt
Eine Wandertour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Geniesser
Unser Tipp: Bitte prüfen Sie vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Walter Gropius entwarf für die Bauhausmeister drei baugleiche Doppelhäuser sowie ein Einzelhaus für den Direktor. Die ineinander verschachtelten, unterschiedlich hohen kubischen Gebäude stehen in einem Kiefernwäldchen an der heutigen Ebertallee. Gropius plante, die Gebäude nach dem Baukastenprinzip mit industriell vorgefertigten Teilen zu errichten und damit die Prinzipien des rationalen Bauens umzusetzen. Das gelang aufgrund der technischen Möglichkeiten zur damaligen Zeit nur teilweise.
Zur Straße hin zeigen die Doppelhäuser großzügig verglaste Ateliers, seitlich gelangt durch Glasbänder Licht in die Treppenaufgänge. Das Direktorenhaus ist durch asymmetrisch angeordnete Fenster gegliedert. Alle Häuser verfügen über großzügige Terrassen und Balkone.
Während Walter Gropius und László Moholy-Nagy ihre Häuser mit Möbeln von Marcel Breuer einrichteten, zogen andere Meister mit ihrem eigenen Mobiliar ein. Einbauschränke und moderne Hausgeräte gehörten bereits zur Grundausstattung. Künstler wie Klee und Kandinsky ließen bei der Farbgestaltung der Innenräume ihre eigenen Vorstellungen einfließen.
Die Meisterhäuser waren Wohnstätte für viele bedeutende Namen der Moderne, darunter László Moholy-Nagy und Lyonel Feininger, Georg Muche und Oskar Schlemmer sowie Wassily Kandinsky und Paul Klee mit ihren Familien. Später lebten hier auch Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe, Josef Albers, Hinnerk Scheper und Alfred Arndt.
Gehen Sie nun zurück zum Kreisverkehr. Über die Römische Ruine Sieben Säulen gelangen Sie in einen großen Park, den Georgengarten.
Weiß funkelt es auch hier durchs Blätterwerk der Bäume. Das Schmuckstück dahinter erweist sich als Schloss. Der Bau ist das Herzstück des Landschaftsparks Georgium: der einstige Sommersitz des Prinzen Johann Georg von Anhalt-Dessau.
Das Ensemble Georgengarten, Schloss Georgium, das nördlich gelegene naturnahe Wald- und Sumpfgebiet „Beckerbruch“ und die Auenwiesen an der Elbe bilden nach dem berühmten Wörlitzer Park den zweitgrößten Landschaftspark im Dessau-Wörlitzer Gartenreich.
Benannt wurde der Georgengarten nach Johann Georg von Anhalt-Dessau (1748–1811), dem jüngeren Bruder des Regenten Fürst Leopold Friedrich Franz (1740–1817). Dieser modernisierte nach seinen Studienreisen u.a. nach Italien, Frankreich und England sein Fürstentum. Dazu gehörte auch die Landschaftsgestaltung. So ließ er die ersten Landschaftsparks außerhalb Englands errichten, die das Schöne mit dem Nützlichen verbinden sollten. Von Anfang an standen die Parks allen offen.
Im Georgengarten erfreuen heute das klassizistische Herrenhaus Schloss Georgium, das Blumengartenhaus, die Orangerie sowie Skulpturen, Vasen, Urnen und Sitze die Besucher. Das Schloss Georgium präsentiert die Anhaltische Gemäldegalerie. Seit 1988 gehört der Park zum Biosphärenreservat „Flusslandschaft Mittlere Elbe“ und seit dem Jahr 2000 ist er Teil des Gartenreichs Dessau-Wörlitz UNESCO-Welterbe.
Im Nordosten geht das Georgium in den Beckerbruch über. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie dort einen Besuch der Wallwitzburg.
Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Aussichtsturm gebaut und wirkt wie ein Bergfried im Kleinformat. Die Plattform bietet einen herrlichen Blick über die Elbe.
Bis zum Ausflugslokal „Kornhaus“, das unmittelbar am Elbufer liegt, laufen Sie jetzt noch einen guten Kilometer. Folgen Sie dem Wanderweg, der zwischen Leopoldhafen und dem Elbpavillon entlangführt.
Das Kornhaus ist eine beliebte Ausflugsgaststätte direkt an der Elbe. Der markante gläserne Wintergarten ist fast kreisrund und stellt das Markenzeichen des Baus dar. Die einzigartige Lage am Elbdamm ermöglicht einen spektakulären Blick über die Elbniederung.
Das Kornhaus gehört zu den Dessauer Bauhausbauten und wurde 1929/30 von Carl Fieger im Auftrag der Stadt Dessau und der Schultheiss-Patzenhofer Brauerei entworfen. 2012 wurde das Kornhaus umfassend instand gesetzt und in einen möglichst originalgetreuen Zustand versetzt. Das Kornhaus bietet ein Restaurant, einen Saal, die Carl Fieger Stube, die Elbterrasse sowie den Elbgarten.
Auf der Speisekarte stehen deutsche Gerichte, breite vegetarische Angebote, Ausgewähltes der mediterranen Küche sowie leckere Torten und Kuchen. Regionalität wird dabei großgeschrieben.
Seinen Namen verdankt das Kornhaus übrigens einem Kornspeicher, der an gleicher Stelle zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Nachdem der anhaltische Kornhandel Mitte des 19. Jahrhunderts zum Erliegen kam, wurde in den verbliebenen Gebäuden ein Ausschankbetrieb mit Restauration betrieben. Die Lokalität entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel. Das zwischenzeitlich errichtete Gebäude im Schweizer Landhausstil wurde den Anforderungen nicht mehr gerecht und so entstand 1930 der heute noch erhaltene Bau.
Das Kornhaus ist barrierfrei hergerichtet.
Es lohnt sich, das Georgium auf dem Rückweg zum Bahnhof erneut zu durchqueren. Im Landschaftspark mit seinen vielen Denkmälern, kleinen Bauten und kunstvollen Skulpturen werden Sie sicher noch einige schöne Orte entdecken.
Die Karte ist visuell optimiert und nicht barrierefrei. Als barrierefreie Alternative für alle Inhalte nutzen Sie die textbasierte Ansicht
Start/Ende
Dessau Hbf.Fritz-Hesse-Straße 47
06844 Dessau